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Auf die Technik kommt es an

Höhepunkt beim Gemmrigheimer Herbst ist der Rätschen-Cup – Vier Sieger

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Rhythmusgefühl und Bühnentalent sind beim Rätschen gefragt. Foto: Bürkle

Ludwigsburg. Der Gemmrigheimer Herbst ist eine liebgewonnene Tradition in der kleinen Gemeinde. Wie in jedem Jahr zog er heuer wieder Feierlustige aus der gesamten Region an. Musik und Kulinarik stehen dabei zwar im Mittelpunkt. Das wahre Highlight ist jedoch der Rätschen-Cup, bei dem Rhythmusgefühl und Bühnentalent Hand in Hand gehen.

Dass den Verantwortlichen des Musikvereins Gemmrigheim die Ideen und vor allem die Energie zum Feiern nie ausgehen, zeigten sie beim diesjährigen Gemmrigheimer Herbst, der am Wochenende stattfand. Das schon zur Tradition gewordene Fest fokussiert sich dabei auf die Gemütlichkeit, ohne beschaulich daher zu kommen.

Die Besucher ließen sich von guter Blechblasmusik und leckerem Essen begeistern. Das dreitägige Ereignis öffnet sich mit dem frischen Anstrich für Jung und Alt. War der Fassanstich am Freitagnachmittag noch eher etwas für die Erwachsenen, gab es nach Einbruch der Dämmerung den Laternenumzug für die Kleinen. An allen drei Tagen sorgten die Lokalmatadoren sowie befreundete Musikvereine für Unterhaltung.

Die Musiker gaben zwar ihr Bestes. Allerdings konnten sie in Sachen Lautstärke gegen ein Instrument nicht ankommen: die Weinbergrätsche. Schon seit einigen Jahren veranstaltet der Musikverein Gemmrigheim einen Rätschen-Wettbewerb. Seit dem Jubiläumsjahr setzt man hier auf Globalität. So lautete der offizielle Titel nun schon im dritten Jahr „Gemmrigheimer Rätschen-Cup – Weltmeisterschaft im Wengerträschen“.

In vier Kategorien – bei Männern, Frauen, Kindern und in einer Teamwertung – werden die Leistungen von einer Fachjury beurteilt. Wichtig ist dabei nicht nur das Rhythmusgefühl, sondern auch das Auftreten des jeweiligen Rätschers. Mit gemischten Gesichtsausdrücken, die zwischen Entzückung, Verwunderung und Vorbehalt changierten, verfolgte das Gremium die Aufführungen im Festzelt. Besonderen Applaus erhielt Lokalmatadorin Heike Häberle mit ihrer eher ruhigen und doch eindringlichen Technik.

Schon im Frühjahr gab es eine Übungsveranstaltung, verriet Moderator Uli Schölkopf, bei der die Rätschen entstaubt wurden. Dieses Training hatte den Teilnehmern offensichtlich sehr gut getan. Titelverteidiger Hermann Rösers Rätsche tänzelte trotz ihrer Sperrigkeit nahezu schwerelos auf seiner Hand und stellte doch die korrekte Taktung her. Und die seit Jahren teilnehmende Fraktion aus Dürrenzimmern zeigte sich ebenfalls versiert.

Insgesamt 19 Kandidaten traten gegeneinander an. Während die Gäste bei manchem Auftritt vor Freude losprusteten, standen ihnen bei anderen die Münder vor Erstaunen ob der Präzision des Rätschens offen. Bei der Mannschaftswertung, in der sich Weinkultur Dürrenzimmern mit den Albverein-Rockers Gemmrigheim maßen, bestimmten die Gäste per Applausometer mit Dezibelmesser den Gewinner. Am Ende setzten sich Sylvia Haak und Roland Gorthner aus Dürrenzimmern, Janina Eisenmann aus Gemmrigheim und die Mannschaft des Albvereins als Sieger durch und nahmen voller Stolz ihre Weltmeisterpokale in Empfang.