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Die Tagebücher von Oscar Paret

Auf Heimaturlaub

Regelmäßig erhält Oscar Paret von zu Hause Post. Man schickt Backwerk, Apfelgelee und Bücher. Im Urlaub macht er mit Eltern, Geschwistern und Verwandten Ausflüge zum Monrepos, nach Großbottwar oder zum Archäologischen Institut in Tübingen.

Ludwigsburg. 28. August 1915

„Brief an Hedwig, durch Granate unterbrochen.“ (Hedwig ist die Schwester)

 

8. September 1915

„Da freu ich mich, dass noch dein herzliches Lachen mir in den Ohren klingt und Du strickend oder mit dem Strauß vor dem Tore stehend mir vor Augen bist. In dunkler Nacht kamen wir hier an. Heute sausten schon Granaten in unsere Stellung. Wie schön, wie friedlich war’s doch in deiner Heimat.“

 

2. Oktober 1915

„Sonniger Herbsttag. Ich denke an zuhause und stelle mir die Weinlese im Bottwartal vor oder die Obsternte im Garten.“

 

9. Dezember 1916

„Gepackt. Zum vierten Mal geht’s ins Feld. Gott hat bisher geholfen. Er wird weiterhelfen. Und wenn ich nach seinem Willen nicht mehr wiederkehre, dann lebt wohl ihr Lieben und nehmt herzlichen Dank für all eure Liebe.“

 

18. Juli 1917

Ach wie schön wäre es, hier bleiben und arbeiten zu dürfen. Aber die Pflicht ruft an die Front. Wann seh’ ich dich wieder, liebe Heimat, euch Eltern, Geschwister, Garten, Haus? Jetzt hofft man, dass der Krieg bis November oder Dezember beendet sei.“