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Aufwendige Bergeaktion erfolgreich

Nach fast sechsstündigen Vorbereitungen und mit einem hohen technischen Aufwand ist es den Spezialisten einer Karlsruher Bergefirma gestern gelungen, das umgestürzte Müllfahrzeug im Mettertal bei Kleinsachsenheim wieder auf die Räder zu stellen.

Langsam wird das Fahrzeug mit Hilfe von zwei Baggern aufgestellt. Fotos: Alfred Drossel
Langsam wird das Fahrzeug mit Hilfe von zwei Baggern aufgestellt. Foto: Alfred Drossel
Fast sechs Stunden dauern die Vorbereitungen zur Bergung.
Fast sechs Stunden dauern die Vorbereitungen zur Bergung.

Sachsenheim. Zwei 45-Tonnen-Raupenbagger wühlten sich durch die aufgeweichte Wiese an der Metter, um an den umgestürzten Mülllaster zu kommen. „Ohne das schwere Gerät ist eine Bergung unmöglich“, sagt Tobias Bissinger, Juniorchef der Berge-und Abschleppfirma aus Karlsruhe. Er räumt ein, dass diese nicht alltägliche Bergung eine Herausforderung für das neunköpfige Team darstelle, weil das Müllfahrzeug an „so ziemlich der ungeschicktesten Stelle“ umgestürzt war.

Die Spezialisten unterbauten den auf der Seite liegenden Mülllaster mit Holzbalken. Dabei wurden hydraulische Hebekissen eingesetzt, um das Fahrzeug anzuheben. Danach legten sie 20 Zentimeter breite Bergebänder um das Fahrzeug, die auf einer Seite am Laster befestigt wurden. Die beiden Bagger hoben das 25 Tonnen schwere Müllfahrzeug an und stellten es langsam an der Böschung wieder auf die Räder.

Danach zogen die Bagger das Fahrzeug auf die Wiese, um es auf eigener Achse gut 200 Meter auf einen befestigten Untergrund zu bringen. Das alles sah für Beobachter recht einfach aus. Die Spezialisten hatten aber den Anspruch, bei der Bergung möglichst wenig Schaden am Fahrzeug anzurichten. Jeder Handgriff war wohlüberlegt und wurde zweimal geprüft. Man spürte, dass hier Spezialisten am Werk waren, dies es verstehen, mit großen Gewichten umzugehen.

Dennoch wird es wohl Ärger geben: Zwei Mitarbeiter der Berufsgenossenschaft (BG) Verkehr monierten das Vorgehen der Männer im Gefahrenbereich unter dem an den Bändern hängenden Fahrzeug und drohten mit Konsequenzen.

Die Mitarbeiter der BG Verkehr waren vor Ort, um die Umstände des Arbeitsunfalls zu klären, bei dem der Fahrer des Mülllasters leicht verletzt wurde. Einem zweiten Mitarbeiter war es gelungen, vor dem Umkippen des Fahrzeugs noch rechtzeitig abzuspringen.

Das fabrikneue, mehr als 180000 Euro teure Müllfahrzeug des neuen Entsorgers im Landkreis war am Mittwoch zum ersten Mal auf dem schmalen Weg zur Mettermühle unterwegs, um Müll abzuholen. Dabei kippte der Laster auf dem weichen Bankett seitlich weg. „Der frühere Entsorger war hier mit einem kleineren Müllfahrzeug unterwegs“, bemerkte ein Anwohner.

Das havarierte Müllauto kommt nun in eine Werkstatt und wird auf Schäden untersucht. Deshalb kann auch die Schadenshöhe einschließlich des Flurschadens noch nicht abschließend beziffert werden. Nicht ganz unerheblich werden auch die Kosten für den Bergeeinsatz sein, der rund acht Stunden gedauert hat.

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