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Aus der Seele auf die Platte

Ruben Fritz wirbt in der Coronakrise mit einer Crowdfunding-Aktion um Geld für seine neue EP

Will trotz der Krise am Ball bleiben: Ruben Fritz. Foto: Jonas Boehringer
Will trotz der Krise am Ball bleiben: Ruben Fritz. Foto: Jonas Boehringer

Remseck. Ungewöhnliche Zeiten erfordern oft neue Mittel und Wege: In der Coronakrise ist dem Remsecker Deutsch-Pop-Sänger Ruben Fritz wie so vielen Künstlern das Live-Geschäft fast vollständig weggebrochen. Auch wenn er dank seiner Arbeit als Gesangs- und Gitarrenlehrer nicht in schwere finanzielle Nöte geraten ist, so hat die Pandemie die Pläne des 30-Jährigen für dieses Jahr doch gehörig durcheinandergeschüttelt. So wollte er die Einnahmen aus der dann abgesagten Herbsttournee in die anschließende Produktion einer EP stecken, die mit Aufnahme und Mischen sowie mindestens einem Musikvideo mehrere Tausend Euro kostet. Was also tun? Fritz entschied sich, seine Fans und solche, die es werden könnten, um Hilfe zu bitten, und rief eine Crowdfunding-Aktion ins Leben. Für unterschiedliche Beträge kann man sich nun dort noch bis Mitte Dezember verschiedene Versionen der neuen CD vorbestellen – und damit eine der möglichst vielen Säulen im Entstehungsprozess werden. „Mir war wichtig, dass man nicht einfach so etwas spendet“, betont Fritz, „denn es gibt eine Gegenleistung für die Unterstützung – und daraus entsteht eine Verbindung.“

Komponiert sind die Songs bereits, je nachdem, wie viel Geld am Ende zusammenkommt, steigt auch die Zahl der fertig produzierten Stücke. Die Titel sind noch geheim, einen ersten Eindruck vermittelt aber der bereits fertiggestellte Song „Nie gesucht“, der ebenso wie „Per Anhalter ans Meer“ (von 2019) bei Youtube angehört werden kann und auch Teil der EP werden wird. Ruben Fritz reiht sich nahtlos ein in die Welle der seit Jahren erfolgreichen deutschsprachigen Pop-Singer-Songwriter. Ein bisschen Gregor Meyle, eine kräftige Prise Johannes Oerding, hier und da vielleicht auch einen Hauch Pur. So klingt der Sänger und Gitarrist – und dabei doch ganz eigenständig.

„Worte in Musik zu packen, bietet mir die Möglichkeit Gefühle, Emotionen, Erlebnisse oder Geschichten mehr Ausdruck zu schenken und sie so zu transportieren, wie sie mir auf der Seele liegen“, erklärt Fritz. „Außerdem begeistert es mich, dass Menschen durch Musik Hoffnung tanken oder einfach mal abschalten können.“ Wenn er nicht solo unterwegs ist, sind noch ein E-Gitarrist, ein E-Pianist, ein Bassist und ein Schlagzeuger mit von der Partie, bei Wohnzimmerkonzerten und anderen privaten Veranstaltungen spielt er auch in kleinerer Besetzung. Die aktuellen Songs spielt er mit seiner großen Besetzung ein.

Ein großes Problem ist für Fritz, der sich nach fünf Jahren im Geschäft noch klar als Newcomer sieht, dass er seine Fan-Basis nicht erweitern kann, wenn er nicht live spielen kann. Zwar findet er die Maßnahmen der Politik gegen die Coronapandemie grundsätzlich wichtig. Im Kulturbereich jedoch seien in den vergangenen Monaten gute Konzepte erarbeitet worden, was den Einschnitt für die Branche umso härter mache. „Ich verstehe den Ärger und die Fragezeichen, die da bei vielen entstehen“, sagt er. „Es trifft gerade hier eben nicht große Konzerne, sondern die wirtschaftlich ohnehin oft schwächer Aufgestellten.“ Den Kopf in den Sand zu stecken, sei aber gerade für ihn als Nachwuchskünstler keine Option, sagt der 30-Jährige. „Ich will am Ball bleiben – man weiß ja auch nicht, wie lange das noch geht.“ Einen weiteren Schritt hat er mit seinem EP-Projekt jetzt getan.

Info: Mehr zu Ruben Fritz und seiner Musik gibt es unter www.rubenfritz.de/wordpress. Das Crowdfunding-Projekt kann hier bis 13. Dezember unterstützt werden: www.startnext.com/ruben-fritz-ep-produktion.

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