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Bahnhofstraße: Sperrung vom Tisch

Bürgermeister gibt nach Gespräch mit der Baufirma grünes Licht – Aufregung bei Anwohnern und der Bäckerei

An der Baustelle entlang der Bahnhofstraße soll ein Seniorenheim entstehen. Die vom VVS verbreitete Information, dass die Straße deshalb bis September nur einseitig befahrbar sei, war falsch, sorgte gleichwohl für Aufregung in Erdmannhausen. Foto: Ho
An der Baustelle entlang der Bahnhofstraße soll ein Seniorenheim entstehen. Die vom VVS verbreitete Information, dass die Straße deshalb bis September nur einseitig befahrbar sei, war falsch, sorgte gleichwohl für Aufregung in Erdmannhausen. Foto: Holm Wolschendorf

Erdmannhausen. Lange herrschte Ruhe auf der Baustelle für das geplante Seniorenzentrum in der Bahnhofstraße, es gab lediglich die Ankündigung, dass die Arbeiten bald starten würden. Die Unternehmensgruppe Haus Edelberg als Betreiber macht nun Ernst und hat beim Landratsamt schon mal eine halbseitige Straßensperrung von Februar bis September beantragt, um die Fläche für den Baustellenbetrieb nutzbar zu machen. Das hat für Unruhe im Ort gesorgt, die Sperrung scheint aber jetzt kein Thema mehr zu sein.

Nach einem Termin vor Ort gestern mit der Baufirma gab Bürgermeister Marcus Kohler grünes Licht. „Die Baufirma ist kompromissbereit, es wird auch weiterhin Begegnungsverkehr möglich sein, ich bin guter Dinge, dass wir es zur Zufriedenheit aller hinbekommen“, sagte Marcus Kohler auf Nachfrage unserer Zeitung. Er räumt aber ein, dass im Zuge der Bauarbeiten die Straße auf einer Länge von 50 Metern um einen Meter verengt wird, so dass der Kran optimal aufgestellt werden kann. Die Container würden hingegen direkt auf der Baustelle stehen. Außerdem sei angedacht, weitere Flächen im Bereich des S-Bahnhofes für die Andienung der Baustelle bereitzustellen.

Die Vorgeschichte: Der Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) hatte kommuniziert, dass es ab nächster Woche zu einer halbseitigen Sperrung mit Einbahnstraßenregelung komme und der Busverkehr entsprechend umgeleitet werde. Die Bahnhofstraße ist eine Kreisstraße und für die ist das Landratsamt zuständig. Und die Kreisbehörde macht deutlich: „Die Information des VVS war falsch und der Hinweis ist inzwischen aus der App und der Homepage entfernt.“ In der nächsten Woche soll es zwar eine halbseitige Sperrung für die Aufstellung eines Krans geben, die dauert nach Information des Landratsames aber nur zwei Tage.

Die Behörde erklärt außerdem, dass es wegen der Vollsperrung der Kreisstraße Richtung Kirchberg bis Ende März wegen des Baus eines Geh- und Radweges, die ebenfalls eine Umleitung des Busverkehrs zur Folge hat, erst ab April zu „verkehrsrechtlichen Maßnahmen“ in der Bahnhofstraße kommen wird. „Aufgrund der örtlichen Situation, zum Beispiel dem vorhandenen Bahnübergang, muss eine Lösung gefunden werden, die allen verkehrsrechtlichen und eisenbahnrechtlichen Vorgaben entspricht. So ist zum Beispiel zu berücksichtigen, dass sich kein Rückstau bis in den Bereich des Bahnübergangs bilden darf“, heißt es in der Stellungnahme des Landratsamtes.

Bürgermeister Marcus Kohler unterstrich in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend: Die Gemeinde stimme einer halbseitigen Sperrung der Bahnhofstraße mit Einbahnregelung nicht zu. „Die Bahnhofstraße ist eine wichtige Verkehrsachse, eine Sperrung ist für die Anwohner und die ansässigen Betriebe unzumutbar“, so Kohler.

Mit den Betrieben meinte er vor allem die Bäckerei Glock, die auch noch über eine Filiale in der Ortsmitte verfügt, die täglich beliefert werden muss. Eine Straßensperrung mit Einbahnregelung würde dabei nicht nur das Verkaufsgeschäft, sondern auch den Lieferverkehr massiv beeinträchtigen, und das in einer Zeit, in der der Betrieb wegen des aufgrund der Pandemie geschlossenen Cafés in der Ortsmitte ohnehin schon Einbußen hat. CDU-Rätin Vanessa Gruber fand in der Ratssitzung klare Worte: „Die Sperrung wäre der Super-GAU und existenzbedrohend für die Bäckerei.“

Bereits in einer am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme macht die Verwaltung deutlich, dass die Bahnhofstraße auch während der Bauphase des Seniorenheims beidseitig befahrbar bleiben soll. Dafür werde man sich einsetzen.

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