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Bauarbeiten geraten ins Stocken

Kaum sind die einen Schwierigkeiten auf der Besigheimer Enzpark-Baustelle überwunden, kündigen sich die nächsten an. Zunächst musste im Bereich des Parkplatzes nachgebessert werden, wo ein Spielplatz angelegt werden soll. Denn der Untergrund war mit Schadstoffen belastet. Jetzt gibt es Lieferengpässe beim Baumaterial.

Ein Blick auf die Enzpark-Baustelle in Besigheim. Foto: Alfred Drossel
Ein Blick auf die Enzpark-Baustelle in Besigheim. Foto: Alfred Drossel

Besigheim. „Sukzessive wollen wir alle Betonarbeiten machen“, berichtete der Stadtbaumeister Andreas Janssen in der jüngsten Gemeinderatsitzung über den Stand der Dinge auf der Enzpark-Baustelle. Doch es gibt ein Problem: Die notwendigen Teile für den Bau des Enzbalkons seien derzeit nicht lieferbar, berichtete Janssen. Vor Weihnachten werde es daher auch beim Spielplatzbau nicht vorangehen können. „Wir hoffen, dass es dann aber schnell weitergeht.“ Denn kommenden Sommer solle alles fertig sein.

Derweil sind die Betonteile nicht das einzige, deren Liefertermin bislang in den Sternen steht. Auch wann das Geländer des Enzbalkons komme, sei noch nicht absehbar. Zudem trifft eine Lieferung Steine zu einem ungünstigen Termin ein – und zwar am 21. Dezember, wenn die Arbeiten auf der Baustelle wegen der Weihnachtsfeiertage bereits ruhen. „Wir werden die Steine daher irgendwo zwischenlagern müssen“, führte Janssen aus. Bis März hoffe er aber, dass der Wegebau abgeschlossen sei.

Die Lieferengpässe sind nicht die ersten Schwierigkeiten. Erst jüngst hatte der mit Schadstoffen belastete Untergrund im Bereich des Parkplatzes, wo der Spielplatz entstehen soll, den Baufortschritt aufgehalten. Deswegen habe man dort nochmals aufgegraben und alle Unterbauten erneuern müssen, blickte Janssen auf die gelöste Problematik zurück. Für die Abfuhr des Materials, das der Schadstoffklasse III angehört, sei inzwischen einen örtlichen Bieter gefunden worden. 56000 Euro zusätzlich fielen dadurch an. Nun sei man dabei, die Grundleitungen, etwa für die Elektrik, zu verlegen.

Die Gesamtkosten des Südparks betragen laut der aktuellen Gemeinderatsvorlage der Verwaltung nach allen Ausschreibungen derzeit rund 2,3 Millionen Euro. Auf einen ganz anderen Betrag ist Helmut Fischer (BMU) gekommen. Nach seinen Berechnungen liege man jetzt bei 4,6 Millionen Euro, derweil 3,64 Millionen im Haushaltsentwurf 2020 eingesetzt seien. „Wurde da schlecht kalkuliert oder wie erklärt sich diese Steigerung?“, wollte er von der Verwaltung wissen. Durch die Mehrkosten für die Entsorgung des Bodenmaterials sei dies jedenfalls nicht erklärbar. „Das ist eine Wahrnehmung, die durch nichts begründbar wäre“, antwortete ihm Bürgermeister Steffen Bühler. Denn eine Steigerung könne eigentlich gar nicht sein. Schließlich liege man deutlich unter den Kostenschätzungen – sowohl was den Landschaftsbau anbelange als auch den Spielplatz. Der Stadtkämmerer Roland Hauber bestätigte Bühlers Einschätzung.

Einen anderen Kritikpunkt konnte die Verwaltung indes nicht wegdiskutieren. So monierte Walter Zeyhle (Freie Wähler), dass für Landschaftsbau und Spielplatz nun nach der vorgeschlagenen Auftragsvergabe zwei unterschiedliche Firmen im Enzpark tätig sein werden. „Das bringt sicher gewisse Probleme mit sich.“ Stadtbaumeister Andreas Janssen gab ihm recht. „Wir werden versuchen, das durch eine gute Koordination im Griff zu halten“, versprach er.

Die Voraussetzungen dafür, dass es auf der Enzpark-Baustelle weiter vorangehen kann, schuf der Gemeinderat in der jüngsten Sitzung mit den Vergaben der anstehenden Arbeiten: So bekam die Firma Bietigheimer Gartengestaltung den Zuschlag, die Garten- und Landschaftsbauarbeiten für den Spielplatz für 680000 Euro auszuführen. Die Firma Schmidt aus Ottmarsheim erhielt den Auftrag für das Geländer für knapp 96800 Euro. Damit liege man insgesamt rund 300000 Euro unter dem Preisniveau der Kalkulation, erklärte der Stadtbaumeister. Zudem kann die Stadt für den Spielplatz mit einer Spende der Komet-Stiftung in Höhe von 150000 Euro rechnen und mit der tatkräftigen Unterstützung der Ausbildungsgruppe von Komet/Ceratizit, die beim Aufbau der Geräte helfen möchte.

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