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Bei den Schnelltests hakt es noch

Seit rund einer Woche werden die Fünft- und Sechstklässler vor dem Unterricht getestet. Die Verfahren sind unterschiedlich, ebenso wie der Erfolg. Doch im Allgemeinen laufen die Tests, auch wenn noch einiges verbessert werden könnte. Wir haben uns umgehört.

Die ersten zwei Klassen der weiterführenden Schulen werden seit rund einer Woche getestet. Foto: Andrea/stock.adobe.com
Die ersten zwei Klassen der weiterführenden Schulen werden seit rund einer Woche getestet. Foto: Andrea/stock.adobe.com

Kreis Ludwigsburg. Am Ende musste alles recht schnell gehen, dafür ist die Stadtverwaltung zufrieden mit ihrem Ergebnis. „Das Testen haben bei uns zwei Apotheken übernommen. Die Untersuchungen finden direkt an der Schule statt, das funktioniert bisher recht gut“, sagt Ina Klein, Sprecherin der Stadt Bietigheim-Bissingen. Die Eltern müssten ihre Kinder über ein Portal anmelden, dann können sie untersucht werden. Hier gibt es keine Tübinger Firma KME, mit der die Stadt Ludwigsburg schlechte Erfahrung gemacht hat, weil ein großer Teil der positiven Tests falsch war.

Bisher werden an der Enz die Lehrer zweimal die Woche getestet, die Schüler aber nur einmal. Das Interesse sei da, man könnte viel mehr machen, wenn die Möglichkeiten bestehen würden. Die Stadtverwaltung hätte sich bindende Vorgaben der Landesregierung gewünscht, um zu wissen, was genau gemacht werden muss. Jetzt habe man eben mit dem aktuellen Zustand zurechtkommen müssen. Eine Besonderheit: Eltern von Schülern wurden in das Projekt mit einbezogen. Sie kümmern sich meist um die Dokumentation und die Vorbereitung der Testverfahren.

In Remseck setzt man erst seit Montag auf Tests. Die Stadt versucht hier, mit eigenen Mitteln über die Runden zu kommen. Dies bedeutet, dass montags und donnerstags ebenfalls an den Schulen getestet wird. „Es wurden Lehrer speziell geschult, damit auch richtig untersucht werden kann. Voraussetzung ist natürlich das Einverständnis der Eltern“, so Sprecher Philipp Weber.

Die Teilnehmerquote unterliege allerdings starken Schwankungen. In manchen Klassen würden sich lediglich 50 Prozent testen lassen, in anderen seien es fast 100 Prozent. An den drei weiterbildenden Schulen werden aktuell 200 Fünfer und rund 200 Sechser unterrichtet.

Auch in Marbach will man von privaten Firmen bei der Untersuchung der Schüler nichts wissen. „Mitarbeiter einer Apotheke testen direkt am Platz in der Klasse, das macht uns sehr flexibel“, so die Erste Beigeordnete Franziska Wunschik. Dies gelte bei den ersten beiden Klassen der weiterführenden Schulen: Wer positiv getestet wird, muss raus und sofort einen PCR-Test machen lassen. Allerdings muss in Marbach in einem anderen Umfang untersucht werden. Allein am Gymnasium gibt es 2400 Schüler. Die Klassen 5 und sechs bestehen aus 600 Schülern. An der Gemeinschaftsschule wurden von 132 Kindern rund 60 Schüler getestet. Insgesamt verfügt Marbach am Schulzentrum über rund 4500 Schüler.

Nur das Gymnasium unterrichtet die „Kleinen“ im Wechselunterricht, die anderen Schulen sind im Präsenzunterricht. Wunschik: „Damit sind die Schulleiter nicht glücklich, denn sie hatten vorher ein funktionierendes Wechselsystem. Doch so sind die Vorgaben eben.“

Die Schnelltests an den Schulen in Ludwigsburg gehen unterschiedlich voran, nach Angaben der Stadt haben sich 50 bis 60 Prozent der Schüler, die im Präsenzbetrieb sind, testen lassen. Einzelne Schulen haben Apotheken und Eltern eingebunden, auch mit den Fünft- und Sechstklässlern ist alles gut angelaufen. Insgesamt sind 3723 Schnelltests durchgeführt worden, Eltern reagieren auf das Testangebot aber noch zurückhaltend. Überrascht haben den Gesamtelternbeirat die jüngst gemeldeten Falschtestungen, betont aber, wie wichtig es ist, dass die Tests stattfinden, vor allem auch, um die Schulen offen zu halten.

Nach Ostern sollen eigens geschulte Lehrkräfte die Tests durchführen, so der Wunsch der Ludwigsburger Stadtverwaltung. Doch die Schulleiter winken ab, sie halten dieses Vorgehen für problematisch. Die Gymnasien wollen, so ein Vorschlag, den die Rektoren Matthias Hilbert und Wolfgang Medinger vorlegen wollen, dass die Eltern zu Hause testen. Noch sei man im Abstimmung mit Stadt und den Schulen. Nur dann, wenn Eltern nicht zu Hause sind oder dies aus einem anderen Grund nicht ausführen können, soll in der Schule getestet werden. Das könnte, so der Vorschlag, DRK, Johanniter oder anderes geschultes medizinisches Personal sein, für die in der Schule ein eigener Raum eingerichtet wird. „Wir suchen nach einer rechtlich machbaren Lösung“, heißt es.

In Freiberg ist René Coels, Schulleiter der Oscar-Paret-Schule, „sehr glücklich über die kommunalen Testangebote“. Schüler und Lehrer können sich zweimal in der Woche im Corona-Testzentrum in der benachbarten Stadthalle von Fachkräften der Palm’schen Apotheke am Rathaus testen lassen. „Während es bei den Lehrern von Anfang an gut lief, war der Start bei den Schülern anfangs noch verhalten“, sagt Coels. Nachdem die Schule in den Elternbeiratssitzungen Werbung für das Testen gemacht hat, nehme die Akzeptanz Tag für Tag zu. Wie sich die Bereitschaft zu testen in Zahlen ausdrückt, könne man noch nicht sagen. Die Rückkehr der Fünft- und Sechstklässler in den Präsenzunterricht habe unterdessen gut funktioniert. Jede Klasse wurde aufgeteilt und wird seitdem in zwei Räumen unterrichtet. Die Schüler seien „diszipliniert und hochkonzentriert bei der Sache“ gewesen und sich nicht übermütig um den Hals gefallen. Nachdem anfangs die Verarbeitung des Homeschoolings auf dem Programm stand, „sind wir mittlerweile wieder im Schultag angekommen“, wie der Schulleiter sagt. Jetzt sei er gespannt, wie sich die Gesamtsituation nach den Ferien entwickelt.

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