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Beim Neubaugebiet Gämsenberg ist demnächst Baustart

Für das bis zum Schluss umstrittene Neubaugebiet am Gämsenberg beginnen in diesen Tagen die Erschließungsarbeiten. Mit dem Bau der teilweise fünfstöckigen Häuser soll im April 2022 begonnen werden.

Mit dieser Idylle ist es bald vorbei. Auf der ehemaligen Ackerfläche werden ab April Mehrfamilienhäuser gebaut. In diesen Tagen beginnen die Erschließungsarbeiten. Foto: Holm Wolschendorf
Mit dieser Idylle ist es bald vorbei. Auf der ehemaligen Ackerfläche werden ab April Mehrfamilienhäuser gebaut. In diesen Tagen beginnen die Erschließungsarbeiten. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Mit der Ruhe am Nordrand des Schlösslesfelds ist es bald vorbei. Noch im November will die Stadt mit den Erschließungsarbeiten für das Neubaugebiet auf den ehemaligen Äckern und Wiesen, die zwischen dem Schlösslesweg und dem Steilhang zum Neckartal liegen, beginnen. Die Gämsenbergstraße werde dafür zwischen den Einmündungsbereichen Neckarstraße/Gämsenbergstraße und Waliser Straße/Schlösslesweg ausgebaut, heißt es dazu in einer Mitteilung der Verwaltung. Die Bäume, die sich nördlich des geplanten Baugebiets an der Gämsenbergstraße befinden, sollen im Vorfeld nach Grünbühl verpflanzt werden.

Die Erschließungsarbeiten sollen in zwei Bauabschnitten erfolgen. „Der erste Bauabschnitt umfasst neben den Straßenbauarbeiten im Bereich der öffentlichen Flächen zusätzlich auch Entwässerungsmaßnahmen sowie Leitungsverlegungen für neue Versorgungseinrichtungen für Gas, Wasser, Strom, Telekommunikation und Straßenbeleuchtung“, teilt die Stadt mit. Die Fertigstellung sei in Abhängigkeit von der Witterung für April 2022 vorgesehen. Danach wird mit dem Bau der 14 Mehrfamilienhäuser begonnen. Erst wenn diese stehen, wird die Straße fertiggestellt und neue Bäume gepflanzt.

Die Bauarbeiten haben natürlich Konsequenzen. „Um eine zügige Abwicklung zu gewährleisten, wird es in den kommenden Monaten in Absprache mit den jeweiligen Anliegern vereinzelt zu Teil- und Vollsperrungen kommen“, so die Stadt. Der Zugang zu den betroffenen Grundstücken werde durch provisorische Wegeführungen sichergestellt, verspricht die Verwaltung. Während der Bauphase werde zusätzlich im nördlichen Bereich der Gämsenbergstraße ein provisorischer Gehweg für Fußgänger bereitgestellt.

Über das geplante Neubaugebiet, das von der städtischen Wohnungsbau gemeinsam mit dem Immobilienunternehmen Pflugfelder errichtet wird, ist jahrelang kontrovers diskutiert worden. Bei vielen Anwohnern aus dem Schlösslesweg hat das Projekt Entsetzen ausgelöst, da die Grünfläche vor ihren Häusern nun mit 121 Geschosswohnungen zugebaut wird.

Doch nicht nur bei den Anwohnern, auch in der Kommunalpolitik blieb das Neubaugebiet bis zum Schluss umstritten. Wegen der großen Wohnungsnot in Ludwigsburg gab es am Ende aber Zustimmung dafür. Die Auswirkungen des Bauprojekts auf die Tier- und Pflanzenwelt seien hoch bis sehr hoch. Die Bäume, die zwischen den neuen Häusern gepflanzt werden sollen, würden nicht die alten Bäume ersetzen, bemängelten etwa die Grünen.

Auch die Sozialdemokraten blieben bis zum Schluss skeptisch. Es werde zu dicht gebaut, vor allem wenn man aus Richtung der Neckarstraße komme, würden sich die Baumassen der untersten, fünfstöckigen Häuserzeile, auftürmen, so die SPD. „Wir stehen zur Nachverdichtung, aber nicht um jeden Preis.“ Aus den anderen Fraktionen gab es dagegen auch positive Urteile.

Sorgen bereiten den Anwohnern der zunehmende Verkehr und Parkdruck in ihrem Quartier. Die Verwaltung verweist dabei auf die eingeplanten Carsharing-Plätze und E-Lastenräder. Außerdem soll die Buslinie 422 bis an das neue Wohngebiet verlängert werden.

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