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Bequemlichkeit der Menschen als Ursache für den Lurchi-Tod?

Viele offenbar durch Autofahrer getötete Salamander auf einem Weg am Saubach entdeckt. Die Absperrungen helfen wenig, denn sie werden umfahren, so die Stadt.

Dieser tote Salamander weist zwar keine sichtbaren Verletzungen auf, laut Stadt reiche aber oft der Luftzug eines Autos aus, um ein solch kleines Tier zu Tode zu schleudern.Foto: Julia Schweizer
Dieser tote Salamander weist zwar keine sichtbaren Verletzungen auf, laut Stadt reiche aber oft der Luftzug eines Autos aus, um ein solch kleines Tier zu Tode zu schleudern. Foto: Julia Schweizer

Bietigheim-Bissingen. Eigentlich sind die weiß-roten, beleuchteten Absperrungen auf dem Schleifmühlenweg entlang des Saubachs am Bissinger Bruchwald eindeutig, ebenso die angebrachten Hinweise auf den Grund dafür: zwischen den Schutz- und Lebensorten hin und her wandernde Salamander. Doch offenbar kümmert das so manchen Autofahrer nicht. Die Folge: Viele tote Tiere waren am Wochenende dort zu finden, allein am Samstag vier sichtbar platt, drei andere ohne solche erkennbaren Verletzungen. Doch oft reiche nur der Luftzug der vorbeifahrenden Autos, um die kleinen Salamander zu erwischen, heißt es bei der Stadt.

Die Verwaltung war über die Fälle von ihren Gärtnereimitarbeitern, Anwohnern und Mitgliedern des Nabu informiert worden. Allein: Sie sieht sich relativ machtlos. Denn die Absperrungen könne man wegen der Erreichbarkeit einiger Wohnhäuser nicht über die gesamte Wegesbreite ziehen, so Stadtsprecherin Anette Hochmuth. „Die toten Tiere müssten alle nicht sein, wenn die Leute nicht so bequem wären.“ Denn die Ziele in diesem Teil des Bruchwalds wie eine Gaststätte seien auch gut zu Fuß von einem kleinen Parkplatz aus erreichbar.

Ähnliche Fälle mit einer ungewöhnlichen Häufung toter Salamander hatte es, wie berichtet, im späten Frühjahr in Schwieberdingen sowie zwischen Poppenweiler und Neckarweihingen gegeben. Auto- oder Radfahrer waren dort aber jeweils als Verursacher ausgeschlossen und der in anderen Landesteilen grassierende Pilz als eher unwahrscheinlich eingestuft worden. Die letztliche Ursache ist demnach weiter unbekannt.

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