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Besigheimer läuft für mehr Gerechtigkeit in der Welt

In wenigen Tagen nimmt der Besigheimer Jürgen Schöneck an einem Marathon teil. Doch ihm geht es nicht um eine gute Platzierung oder darum, möglichst schnell ins Ziel zu kommen. Gemeinsam mit anderen Teilnehmern will er in Berlin Spenden sammeln und auf die Probleme von Menschenhandel, Zwangsarbeit und Kinderprostitution aufmerksam machen.

Jürgen Schöneck beim Muskathlon in Ruanda im Jahr 2017. Foto: privat
Jürgen Schöneck beim Muskathlon in Ruanda im Jahr 2017. Foto: privat

Besigheim. Im Gespräch mit Jürgen Schöneck wird schnell klar, was ihn antreibt: „Ich möchte die Ungerechtigkeiten in dieser Welt nicht einfach so hinnehmen, sondern einen kleinen Teil dazu beitragen, dass die Not gelindert und die Welt gerechter wird.“ Gemeinsam mit etwa 35 anderen Sportlern aus Deutschland nimmt der Besigheimer deshalb vom 20. bis 25. September an einem besonderen Spendenlauf in Berlin teil: Beim sogenannten Muskathlon laufen, wandern oder radeln die Teilnehmer auf unterschiedlich langen Strecken. Doch der Sport ist nur Nebensache, es ist egal, welchen Platz die Teilnehmer belegen. Denn eigentlich geht es um den guten Zweck: Spenden zu sammeln für die Menschenrechtsorganisation International Justice Mission (IJM), die in Rumänien und weltweit Menschenhandel bekämpft. „Der Muskathlon ist ein Spendenlauf gegen die Ungerechtigkeit auf dieser Welt. Im Konkreten gegen Menschenhandel, Zwangsarbeit und Kinderprostitution“, erzählt der 47-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung.

Eigentlich sollte der Muskathlon, der von der überkonfessionellen christlichen Bewegung „4M“ organisiert wird, in Rumänien stattfinden. Doch aufgrund der Coronapandemie wurde er nach Berlin verlegt. Warum gerade Rumänien? Innerhalb der EU zähle Rumänien zu den am stärksten von Menschenhandel betroffenen Ländern. Schätzungsweise würden dort 86000 Menschen in Arbeitssklaverei, Zwangsprostitution und anderen Formen von Sklaverei ausgebeutet, bezieht sich der Besigheimer auf Zahlen des Global Slavery Index. Darüber hinaus würden viele Rumänen in anderen Ländern Europas unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten. Mit dem Spendenlauf soll nun auf die Lage der betroffenen Menschen aufmerksam gemacht werden. Wenn es ihm gelinge, durch sein Engagement nur einer Person zu helfen, habe es sich schon gelohnt, am Muskathlon teilzunehmen, ist der Familienvater überzeugt.

Jürgen Schöneck hat sich vorgenommen, zwischen 21 und 42 Kilometer zu laufen – ob er es ins Ziel schafft, ist nebensächlich. Ihm geht es darum, möglichst viele Menschen zu erreichen und ein Bewusstsein für die Themen zu schaffen. Neben dem sportlichen Teil bekommen die Teilnehmer in Berlin deshalb auch Einblick in die Arbeit der Menschenrechtsorganisation. „Der Muskathlon bietet viele Gelegenheiten, mit unterschiedlichsten Menschen über dieses schwere Thema ins Gespräch zu kommen. Es ist für mich und dann auch für meine Gesprächspartner eine Herausforderung, vor dieser so nahen Ungerechtigkeit nicht die Augen zu verschließen, sondern Möglichkeiten zu nutzen, etwas dagegen zu tun, die Arbeit von IJM bekanntzumachen und so Gerechtigkeit zu ermöglichen.“ Und vielleicht gelinge es ihm auch, neue Mitstreiter zu gewinnen, hofft Schöneck, der in Besigheim im CVJM aktiv ist. Schon im Vorfeld hatte er zwei Freunde für das Projekt begeistern können, die nun ebenfalls mit in Berlin dabei sein werden. Außerdem hat der 47-Jährige innerhalb eines Jahres bereits mehr als 10000 Euro an Spenden für die Menschenrechtsorganisation gesammelt – eine Art Startgeld für den Muskathlon, das jeder Teilnehmer mitbringen sollte.

Für Jürgen Schöneck ist es übrigens nicht der erste Muskathlon, an dem er teilnimmt: Im Jahr 2017 war er bereits in Ruanda, dort wurden Spenden für ein christliches Kinderhilfswerk gesammelt. Und schon damals sei ihm klar gewesen, dass er an weiteren Veranstaltungen dieser Art teilnehmen werde.

Info: Mehr Informationen und Spendenmöglichkeiten gibt es im Internet unter www.muskathlon.com/de-de/teilnehmer/1607/juergen-schoeneck.html

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