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Bewohner aus brennendem Haus gerettet

80 Einsatzkräften gelingt es, ein Übergreifen des Feuers zu verhindern – 14 Bewohner müssen evakuiert werden – Drehleiter ermöglicht Zugriff

Feuerwehreinsatz in der Bissinger Straße in Großsachsenheim. Foto: Alfred Drossel
Feuerwehreinsatz in der Bissinger Straße in Großsachsenheim. Foto: Alfred Drossel

Sachsenheim. Bei einem Dachstockbrand in einer Doppelhaushälfte in der Bissinger Straße in Großsachsenheim ist am späten Freitagabend, nach Polizeiangaben, ein Schaden von 350000 Euro entstanden. Zwei Bewohner erlitten leichte Rauchgasvergiftungen; 14 Bewohner, auch aus Nachbargebäuden, mussten vorübergehend evakuiert werden.

Nach LKZ-Informationen soll in einem Dachgeschosszimmer ein sogenannter Ethanolkamin umgekippt sein und das Feuer verursacht haben. Ethanol verbrennt zu ungiftigem Wasserdampf und Kohlendioxid. Ein Ethanolfeuer verbreitet Kaminatmosphäre, ganz ohne Genehmigung vom Schornsteinfeger oder aufwendigen Anschluss an den Schornstein.

Flammen schlagen aus Fenster

Das Feuer hat sich im Dachgeschosszimmer schnell ausgebreitet. Gegen 22 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Als sie eintraf, schlugen die Flammen schon aus einem Fenster des Kniestocks. Feuerwehrkommandant Philipp Rousta hatte mit der Alarmierung gleich auch die Bietigheimer Drehleiter mit angefordert.

Die Feuerwehr hat fünf Bewohner aus der brennenden Wohnung geholt und dem DRK und ASB zur Betreuung übergeben. Zwei Bewohner mussten wegen einer Rauchgasvergiftung behandelt werden. Insgesamt waren 80 Feuerwehreinsatzkräfte aus Sachsenheimer Abteilungen mit 16 Fahrzeugen angerückt. Ferner eine Mannschaft aus Oberriexingen zur Absicherung des Atemschutzeinsatzes, eine Drehleitermannschaft aus Bietigheim-Bissingen und ein Team der Feuerwehr Ludwigsburg mit dem Abrollbehälter Atemschutz. Großes Problem war für die Feuerwehr, an den Brandherd zu kommen, da der Dachstock ausgebaut und isoliert ist. Erst als es gelang, das Dach von außen zu öffnen, konnten Flammen eingedämmt und gelöscht werden. Versuche, von der Drehleiter aus an den Brandherd heranzukommen, wurden zunächst durch starken Rauch verhindert. Die neue Abknick-Technik der Bietigheimer Drehleiter habe das schließlich ermöglicht, stellt der Bietigheimer Kommandamt Frank Wallesch fest. Das oberste abknickbare Teil der Leiter, der sogenannte Gelenkarm, ist telekopierbar. Dadurch werden die Einsatzmöglichkeiten der Drehleiter nochmals erhöht.

Kreisstraße zwei Stunden gesperrt

Die kritische Situation des Einsatzes sei gewesen, ein Übergreifen des Feuers auf die Dachräume der angrenzenden Gebäude zu verhindern, stellt Kreisbrandmeister Andy Dorroch fest. Im Dachraum gebe es keine Brandwände zwischen den Gebäuden. Durch Löschwasser ist das Gebäude derzeit nicht mehr bewohnbar. Die Bewohner der benachbarten Häuser konnten wieder in ihre Wohnungen zurück. Die Kreisstraße in Richtung Untermberg war während der Dauer der Löscharbeiten bis kurz vor 2 Uhr gesperrt. In Einsatz waren zwei Streifen des Polizeireviers Vaihingen, drei Rettungswagen, ein Krankentransporter, ein Notarzt und die psychosoziale Notfallversorgung vor Ort.

Bürgermeister Holger Albrich hat sich noch in der Nacht über den Verlauf der Löscharbeiten und die Betreuung der Hausbewohner informiert.

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