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Bilder und Eindrücke, die unauslöschlich bleiben

Das Hochdorfer Transportunternehmen HTD hat im Katastrophengebiet mit angepackt – und auch eine zerzauste Ente gerettet

Szenen aus dem zerstörten Ahrweiler: Helfer des Hochdorfer Unternehmens HTD befreien die Kommune vom Schutt und ermöglichen einer Ente ein neues Leben. Fotos: privat
Szenen aus dem zerstörten Ahrweiler: Helfer des Hochdorfer Unternehmens HTD befreien die Kommune vom Schutt und ermöglichen einer Ente ein neues Leben. Foto: privat
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Eberdingen/Ahrweiler. Als Tobias Wolf, der Geschäftsführer des Hochdorfer Unternehmens HTD, daheim die Zerstörungen sieht, die die Flut im Ahrtal in Rheinland-Pfalz hinterlassen hat, entscheidet er schnell, dass auch seine Firma am vergangenen Wochenende mit zwei Lastwagen ins Krisengebiet fährt und beim Wiederaufbau in Ahrweiler mithilft.

Herzlichkeit an jeder Ecke

Die Bundeswehr ist schon da, dazu das THW, die Feuerwehr, andere Organisationen und ehrenamtliche Helfer. Gemeinsam fangen sie an, die Kommune von den Schuttmassen zu befreien. Mit Baggern und Lastwagen werden die Straßen geräumt. „Es sind unglaublich erschütternde Eindrücke“, sagt Wolf über das Ausmaß der Zerstörung. Er trifft aber auch auf eine „wahnsinnige Gemeinschaft“. Der Geschäftsführer weiter: „Jeder hilft, jeder packt an. Hier spürt man die Herzlichkeit an jeder Ecke.“

Die Helfer erfahren in Gesprächen mit Anwohnern, dass die Wassermassen blitzschnell kamen und keine Möglichkeit mehr bestand zu reagieren. „Via Anruf wurde ein Anwohner, der uns auch ein Nachtquartier stellte, über das Hochwasser informiert“, erzählt Wolf. „Als er aus dem Fenster schaute, trieben schon die Autos vorbei.“

Bis in die Morgenstunden sind die Hochdorfer Helfer in Ahrweiler beschäftigt, Straßenzüge von den Schuttmassen zu befreien. Die Nächte sind kurz, doch das nehmen die Einsatzkräfte offenbar gerne in Kauf. „Es ist ein klasse Gefühl, einfach loszulegen und professionell und schnell helfen zu können“, schreibt der HTD-Chef in einer E-Mail an unsere Zeitung.

Kurzerhand werden die Hochdorfer auch noch zu Erpelrettern. In Ahrweiler treffen sie auf die Tierrettung Unterland, die ebenfalls im Krisengebiet ist und eine Ente bei sich aufgenommen hat. „Das Tier war erschöpft durch die Flut und das verschmutzte Wasser“, sagt Wolf. „Da das Team vor Ort gebunden war, nahmen wir den Erpel ein Stück mit auf den Heimweg und ließen ihn an einem ruhigen Ort wieder frei.“ Dort begann das Tier nach Angaben des Geschäftsführers sogleich mit der Reinigung des Gefieders und schwamm offenbar ein paar Runden.

Erschöpfung und Glücksgefühle

Mittlerweile sind die Helfer wieder zurück in Hochdorf. „Die Fahrzeuge sind gereinigt und gerichtet für den Baustelleneinsatz“, sagt Wolf. Im Gepäck haben sie „Bilder, Eindrücke und Gespräche, die man nicht so leicht vergisst“. In die Erschöpfung mischen sich auch Glücksgefühle. „Wir hatten die Möglichkeit zu helfen, wo die Not am Größten war.“

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