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Bis zu 30 Teststellen im Stadtgebiet

Wie wird es sein, wenn die Geschäfte und Restaurants in Ludwigsburg wieder öffnen? Wie wird es sein, wenn Innenstadtbesucher wieder Kunden sind? So genau sagen kann man das heute noch nicht. Doch eines steht trotz aller Ungewissheit fest: Sicher soll es sein. Damit das klappt, arbeitet die Stadtverwaltung derzeit an einem Konzept „Öffnen mit Sicherheit“.

Sonnenbaden bei einem Café auf dem Marktplatz - noch ist Ludwigsburg weit davon entfernt. Archivfoto: Ramona Theiss
Sonnenbaden bei einem Café auf dem Marktplatz - noch ist Ludwigsburg weit davon entfernt. Foto: Ramona Theiss

Ludwigsburg. Im Mittelpunkt dieses Konzeptes steht eine groß angelegte Teststellen-Offensive. Oberbürgermeister Matthias Knecht spricht gegenüber unserer Zeitung von bis zu 30 Teststellen. Diese sollen in der ganzen Stadt verteilt sein, „bestenfalls auch in jedem Stadtteil“. Außerdem könne er sich eine Impf-Station vorstellen für ein, wie er es nennt, „Bürger-Impfen“.

Ursprünglich wollte die Stadt Ludwigsburg eine Modellstadt nach Tübinger Vorbild werden. Also Geschäfte, Restaurants und Kulturbetriebe wieder öffnen für all jene, die einen tagesaktuellen, negativen Coronatest haben. „Das war noch vor Ostern, wir wollten vorbereitet sein, wenn es wieder losgeht“, so Knecht. Der zehnseitige Antrag, den die Verwaltung damals geschrieben hatte, liegt der Landesregierung zwar schon vor, doch die hatte nach dem rasanten Anstieg der Inzidenz im Land, weiteren Modellstädten zunächst einmal einen Riegel vorgeschoben. „Wir haben das Thema Modellstadt trotzdem noch nicht aufgegeben“, sagt Knecht.

Vielleicht kommt es ja aber auch ganz anders. Vielleicht werden gar keine neuen Modellstädte ausgerufen, weil die landesweiten Regelungen eine generelle Öffnung unter bestimmten Voraussetzungen vorsehen. Dann, so sagt der Oberbürgermeister, sei Ludwigsburg startklar.

Es geht darum, keine Zeit zu verlieren. Und es geht auch darum, zu handeln in einer Zeit, in der man eigentlich nur zum Abwarten verdonnert ist. Abwarten, wie sich die Inzidenz entwickelt. Abwarten, wie es mit dem Impfen vorangeht. Abwarten, welche Entscheidungen die große Politik als nächstes trifft. Die Händler und Gastronome stehen in den Startlöchern wie ein Sprinter vor dem Startschuss. Für sie zählt jeder Tag. Der deutsche Handlesverband schätzt, dass es nach Corona 120 000 weniger Geschäfte geben wird. Und auch Ludwigsburgs Citymanager Markus Fischer wird nicht müde zu betonen, wie wichtig eine baldige Öffnung sowie die Solidarität der Kunden mit den Geschäften vor Ort sind.

Doch die Menschen, da ist man in der Arbeitsgruppe im Rathaus sicher, werden nur dann nach Ludwigsburg kommen, wenn sie sich sicher fühlen. Wenn sie sorgenfrei durch die Geschäfte schlendern und im Café sitzen können. „Aktuell haben wir plus/minus 20 Teststellen im Stadtgebiet“, sagt Oberbürgermeister Matthias Knecht. Ganz neu hat die Stadt eine Teststelle am Forum/Bärenwiese in Betrieb genommen, die nicht zuletzt den Besuchern des Blühenden Barock eine unkomplizierte Testung ermöglichen soll. Neben den weiteren städtischen Einrichtungen am Ratskeller-Pavillon und an der MHP-Arena ist eine neue Station beim afrikanischen Dorf am Rathaushof geplant. Zusätzlich haben Bürger die Möglichkeit, sich in Apotheken oder Arztpraxen testen zu lassen, ebenso an den beiden privaten Teststellen in der Brünner Straße sowie ganz neu in der Schorndorfer Straße 41.

„Wir möchten weitere Teststellen in der Stadt“, sagt Knecht. Dabei setze man auch auf Kooperation, beispielsweise mit Vereinen. „Der MTV und der TV Pflugfelden haben schon signalisiert, eine Teststelle zu implementieren.“ Niederschwellig soll das Angebot sein, nah bei den Bürgern, möglichst ohne Termin. Auch mit der Wilhelmgalerie und dem Marstall sei man in Gesprächen, ob es hier nicht eigene Teststellen geben könnte.

Das ganze Programm laufe in enger Abstimmung und Verzahnung mit dem Landkreis. „Wir müssen ja auch die Frage klären, wie man den Nachweis eines Negativ-Tests führen kann.“ Ob per App, per Armband oder auf Papier, das gelte es zu klären.

Aller Vorbereitungen zum Trotz, der Oberbürgermeister rechnet nicht damit, dass sich jetzt im Mai noch viel tut. „Ich habe aber den Traum, dass wir im Juni öffnen können.“ Und vielleicht gäbe es auch ein Szenario, im Rahmen dessen ein Open-Air-Kino im August möglich sein könnte.

Das Konzept „Öffnen mit Sicherheit“ ist eine von drei Säulen, mit der die Stadtverwaltung Ludwigsburg am Leben halten will. Im Februar hatte der Gemeinderat das Förderprogramm für Handel, Gastronomie und Dienstleistung verabschiedet. Damit stellt die Stadt Überbrückungsdarlehen mit einem Gesamtvolumen von 250 000 Euro zur Verfügung.

Zudem wird aktuell über das Projekt „Pop-up-Innenstadt“ diskutiert (wir berichteten). Auch das beinhaltet Elemente zur Förderung von Handel und Gastronomie, beispielsweise die Sperrung der Wilhelmstraße. Innenstadtakteure sollen an zwei Tagen diese Verkehrsachse auf ihre Art und Weise bespielen können.

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