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Blödeleien wie Dominosteine

Das Leben eines Bayern bietet viele Anlässe für satirische Betrachtungen. Kommt er gar aus Wolfratshausen, der Stadt Edmund Stoibers, da kann sich das Publikum auf was gefasst machen. Eine Lachsalve nach der anderen erfuhren fast 100 Gäste am Sonntagabend in der Alten Kelter Gemmrigheim. Die Kulturinitiative Gemmrigheim (kig) präsentierte den Musikkabarettisten Josef Brustmann. Der hatte seine Blödeleien wie Dominosteine aufgebaut und begeisterte in flottem Wechsel mit bayrischem Liedgut auf Zither, Gitarre und Akkordeon.

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Ludwigsburg. Passend zum Titel seines Musikkabaretts „Fuchs-Treff: nix für Hasenfüße“ hatten die Ehrenamtlichen der kig die Bühnendeko mit Fuchsfell und -pfoten aus dem Fundus des örtlichen Jagdpächters geschmückt, was den Wortwitzigen zur Vermutung verleitete, die Utensilien könnten aus dem Fundus der Frau Bürgermeister stammen.

Dann nahm er sein Publikum mit auf einen philosophisch-ironischen Streifzug. Er schaute auf Alltägliches, mal auf Kindheits- und Jugenderinnerungen, bald schon auf die Politik. Dann schwenkte der 63-Jährige zu Aspekten, wie sie das Leben nur denen offenbart, die messerscharf beobachten, immer auf der Suche nach einem Thema, das sich für satirische Betrachtung eignet.

Dazwischen Witze, die überleiteten zu einem neuen Thema. „Was sagt der Tod, wenn er beim Totengräber anklopft? Wer andern eine Grube gräbt?“ Oder: „Wie lautet die Grabinschrift eines Schornsteinfegers? Er kehrt nie wieder.“

Anlässlich des noch jungen Jahres widmete er dem Publikum auf der Zither seine persönlich-poetischen Gesundheitstipps – garniert mit dezenten Jodlern. Die Jodler seien „just for fun“, meinte er und kam vom Spaß zum Thema Glück. Das begreife man immer erst, wenn’s vorbei sei. Vor allem in der Jugend, die Zeit der großen Liebe. Bei ihm war’s so: Seine große Liebe war die Evi, der Evi ihre große Liebe war der Andi. Und der Andi war in ihn verliebt. Derartige Erlebnisse verarbeitete Brustmann in einem Gitarrenlied.

Beachtliche Künste zeigte er auf der Zither. Bayrisches Liedgut künstlerisch wie musikalisch perfekt authentisch präsentiert. Stilwechsel bei einem grandiosen Highway to Hell von AC/DC mit aus Trockeneis über die Bühne geblasenen Nebel. Das Publikum jubelte begeistert.

Ungewöhnlich war auch der Schluss: Ohne Zögern gewährte er Zugaben. Wobei: Er habe auch schon überlegt, es genau anders herum zu machen: Erst das Publikum aus dem Saal gehen lassen, um es dann zur Zugabe wieder hereinzuholen.