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Blüba: „Wir werden einen Kredit brauchen“

Wenn Volker Kugel den Stadträten den Jahresabschluss für das Blühende Barock vorlegt, herrscht für gewöhnlich gute Stimmung. Der Direktor kann meist gute Zahlen vorlegen, das kommt natürlich immer gut an. Doch nach drei Jahren in Folge, in denen das Blühende Barock keinen Zuschuss benötigt hat, sieht es für 2020 völlig anders aus.

Die Rosenblüte ist derzeit besonders üppig im Blühenden Barock. Foto: Holm Wolschendorf
Die Rosenblüte ist derzeit besonders üppig im Blühenden Barock. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Stadtkämmerer Harald Kistler sprach in der Sitzung des Ausschusses Wirtschaft, Kultur, Verwaltung von einem „astreinen Hattrick“. Die Saison 2019 sei zwar kein Rekordjahr für das Blühende Barock gewesen, am Ende sei aber erneut ein positives Ergebnis gestanden. Das sei umso bemerkenswerter, als das Blüba zum dritten Mal in Folge keinen Zuschuss der Gesellschafter in Anspruch genommen hat.

Gesellschafter des Blühenden Barocks sind jeweils zu 50 Prozent die Stadt Ludwigsburg und das Land. Beide haben sich vor Jahren darauf verständigt, dem Blüba einen jährlichen Zuschuss von insgesamt 400.000 Euro zur Verfügung zu stellen, der jeweils zur Hälfte von Stadt und Land getragen wird. In den vergangenen drei Jahren ist dieser Zuschuss nicht abgerufen worden, das Blühende Barock konnte nach Aussagen von Direktor Volker Kugel so gut wirtschaften, dass das nicht nötig geworden war.

„Aktuell haben wir 35 Prozent weniger Einnahmen“, sagt Kugel. Das sei zum einen bedingt durch die verzögerte Öffnung der Gartenschau, zum anderen durch den noch etwas zurückhaltenden Besucherzuspruch. Deshalb hat das Blühende Barock in diesem Jahr den Zuschuss der Gesellschafter bereits abgerufen. „Ich denke, dass wir bis Ende September, vielleicht auch bis Ende Oktober liquide sind, aber dann werden wir einen zusätzlichen Kredit benötigen.“ Kugel betonte gleichzeitig, dass er davon ausgehe, dass dieser aus eigener Kraft auch wieder zurückgezahlt werden könne.

Erfreulich für Kugel ist die geringe Zahl von Dauerkartenbesitzern, die einen Teil ihrer Kartengebühr zurückgefordert haben. „Von den 34.000 Personen haben das bislang nur 320 in Anspruch genommen. Für diese Solidarität sind wir sehr dankbar.“

Um die verspätete Eröffnung etwas kompensieren zu können, hat sich das Blühende Barock, wie berichtet, entschlossen, die Saison bis zum 6. Dezember zu verlängern. Für die letzen Wochen plant Kugel mit seinem Team unter anderem eine stimmungsvolle Lichterschau im Park. „Wir sind trotz der Krise optimistisch, aber sie wird nicht spurlos an uns vorübergehen.“

Die Stadträte sparten nicht mit Lob. „Flower Power, das heißt auf Deutsch Blühendes Barock“, meinte Michael Vierling (Grüne), und Edith Klünder (CDU) sagte: „Unser schönstes Fleckchen ist bei Ihnen in besten Händen.“

Michael Vierling mahnte an, dass es immer noch keinen Online-Kartenverkauf gibt. „Es ist ein Anachronismus, dass man sich für eine Dauerkarte an dem Häusle die Beine in den Bauch stehen muss.“ Laut Kugel hätte es die elektronische Eintrittskarte schon geben sollen. Alle technischen Voraussetzungen seien kurz vor Saison vorinstalliert gewesen. Doch dann sei Corona gekommen und die österreichische Firma, die damit beauftragt war, habe nicht über die Grenze können. „Ab Juli wird es das Online-Ticket geben.“

Für Dauerkarten werde man aber auch zukünftig anstehen müssen. „Es sei denn, man schließt ein Dauerkarten-Abo ab, dann bekommt man diese von Saison zu Saison zugeschickt.“

„Wir sind zuversichtlich, dass das Blühende Barock mit einem blauen Auge davonkommt“, so Daniel O’Sullivan (SPD). „Gerade in diesem Jahr ist das Blüba für die Menschen in dieser Stadt besonders wichtig.“

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