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Blühender Balsam für die Seele

Süddeutschlands größter Blumengroßhändler Vahldiek geht neue Wege und unterstützt innovative Floristen

Steffen Vahldiek inmitten des Blumenmeeres. Mehr als 250 000 verschiedene Blumen werden hier täglich umgeschlagen.Foto: Alfred Drossel
Steffen Vahldiek inmitten des Blumenmeeres. Mehr als 250 000 verschiedene Blumen werden hier täglich umgeschlagen. Foto: Alfred Drossel

Bietigheim-Bissingen. In der mit fünf Grad Celsius klimatisierten Halle auf dem einstigen DLW-Gelände in Bietigheim-Bissingen werden täglich mehr als 250000 verschiedene Blumen aus aller Welt für den Versand vorbereitet. In allen Niederlassungen des Großhändlers Vahldiek zusammen sind es täglich sogar über eine Million. Damit ist das Unternehmen der größte Schnittblumen-Großhändler Süddeutschlands. Vorstandsvorsitzender Steffen Vahldiek (58) sieht Blumen in Coronazeiten als „Balsam für die Seele“. Einiges hat sich durch Corona verändert.

Der Großvater von Steffen Vahldiek galt als der bekannteste Gladiolenzüchter Deutschlands. Vater Alfred hat den Betrieb von Tamm in den Bissinger Erlengrund verlagert und wurde als der größte Glückskleeproduzent in Deutschland bekannt. Steffen Vahldiek hat in 20 Jahren einen beachtlichen Großhandel für Schnittblumen aufgebaut.

Die VahldiekAG beliefert ausschließlich den Blumenfachhandel und ist in der Schnittblumenvermarktung für den süddeutschen Raum zu einem führen-den Unternehmen gewachsen. Schnittblumen, Schnittgrün und Beiwerk aus allen Anbaugebieten der Welt werden zu einem umfangreichen Angebot zusammengeführt.

Niederlassungen im Stuttgarter Großmarkt, in Korntal-Münchingen, Freiburg, Singen, Ulm, Karlsruhe, München, Nürnberg und in den Niederlanden ermöglichen eine schelle dezentrale Lieferung. Die VahldiekAG hat zurzeit rund 130 Mitarbeiter. Die Lieferanten produzieren in Holland, Italien, Frankreich, Südamerika, Mexiko, Kenia und Äthiopien.

Der größte Rosenlieferant ist Ecuador. 25 Prozent aller Blumen, vor allem Tulpen, kommen aus Holland. Dort wird auch Schnittgrün wie Phoenix, Roebelinii, Aspidistrablätter und Salal angebaut. Etwa 20 Prozent der Blumenproduktion, darauf legt Steffen Vahldiek großen Wert, werden in der Pfalz und am Niederrhein produziert.

20 Prozent Einbußen

„Die beliebtesten Schnittblumen sind nach den Rosen in allen Farben und Gattungen die Tulpen, Ranunkeln, Pom Pom, Anemonen, Euco und Strelizien“, zählt Steffen Vahldiek auf. Und diese Blumen seien es auch, die Farbe in den grauen Coronaalltag bringen würden. Beim ersten Lockdown vor einem knappen Jahr, erinnert sich Steffen Vahldiek, sei der Blumenhandel geschockt gewesen. Der Umsatz sei bis zu 90 Prozent eingebrochen. Nach drei bis vier Wochen habe sich die Lage wieder normalisiert. Die Floristen seien in den „Werkstattmodus“ gegangen und hätten 25 Prozent weniger Umsatz gemacht.

Etwa 20 Prozent weniger verdienen die Blumengeschäfte laut Vahldiek jetzt beim zweiten Lockdown, weil die Laufkundschaft fehle. Mittlerweile funktioniere der Abhol- und Lieferservice sowie der Verkauf über Onlineshops. „Die Floristen haben innovative Ideen entwickelt und stehen im Lockdown gut da“, sagt Steffen Vahldiek.

Blumen seien nach wie vor gefragt, vor allem für zu Hause. Die Menschen wollen sich ihren Wohnbereich schön machen, weil sie nicht in Urlaub fahren und keine Feste mehr feiern könnten. Blumen zu Geburtstagen haben laut Vahldiek immer noch einen hohen Stellenwert. Blumen als letzter Gruß bei Beerdigungen hätten in Zeiten von Corona eine ganz besondere Bedeutung bekommen, sagt Vahldiek. Auf die veränderte Marktlage hat sich der Bietigheim-Bissinger Blumengroßhändler eingestellt. 13 Prozen mache der Verkauf über den Onlineshop aus – Tendenz steigend. 80 Prozent aller Bestellungen würden von Mitarbeitern im Homeoffice abgewickelt.

Genutzt würden alle Kanäle von Social Media. „Unsere Mitarbeiter leisten einen genialen Job von zu Hause aus“, betont Steffen Vahldiek. Geblieben sei der bewährte Vertriebsweg mit Schnelltransportern. Allein vom Standort Bietigheim-Bissingen aus seien 15 solcher Fahrzeuge unterwegs.

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