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Bürgerentscheid Westrandbrücke: Klares Votum in Neckargröningen

Während am Tag eins nach dem Bürgerentscheid zum Bau der Westrandbrücke beim Großteil der Gemeinderatsfraktionen Aufbruchstimmung herrscht, ging die Remsecker Stadtverwaltung routiniert zur Tagesordnung über. Eine Nachbetrachtung.

Stimmenauszählung im Remsecker Rathaus unter Coronabedingungen. Foto: Andreas Becker
Stimmenauszählung im Remsecker Rathaus unter Coronabedingungen. Foto: Andreas Becker

Remseck. Noch am Sonntagabend haben die Mitarbeiter der Verwaltung die 21 Wahllokale aufgeräumt und wieder in ihren Ursprungszustand zurückversetzt. Am Montag widmeten sie sich schon wieder ihrem Tagesgeschäft. Pressesprecher Philipp Weber warf unterdessen nochmals einen Blick zurück und berichtete vom Ablauf der Stimmauszählung. Demnach war das Wahllokal 619 in der Grundschule Pattonville, in der es noch zwei weitere Wahllokale gab, am schnellsten fertig. Der Grund: Gerade mal 104 von 1223 Wahlberechtigten haben sich dort zum Urnengang entschieden. Insgesamt verzeichnete Pattonville mit 372 Personen bei 3589 Wahlberechtigten die geringste Beteiligung am Bürgerentscheid.

Um 18.10 Uhr hat die Verwaltung auf der städtischen Internetseite bereits das erste Ergebnis veröffentlicht. Elf Minuten später waren die Helfer in zehn von 25 Wahllokalen mit dem Auszählen der Stimmzettel fertig. Dabei zeichnete sich bereits ab: Es stimmten mehr Personen für die Westrandbrücke. Außerdem war die Wahlbeteiligung in Hochberg (30,6 Prozent), Neckargröningen (36,93 Prozent), Neckarrems (31,46 Prozent) und Aldingen (29,38 Prozent) etwas höher als in Hochdorf (24,56 Prozent) und Pattonville (10,37 Prozent). Die Bürger in den beiden zuletzt genannten Stadtteilen sind am wenigsten von den Remsecker Verkehrsproblemen betroffen.

Um 19.10 Uhr lag das Endergebnis des Bürgerentscheids vor: 26,75 Prozent der Stimmberechtigten waren für die Westrandbrücke, 16,96 Prozent dagegen. In absoluten Zahlen bedeutet das: 61 Prozent der Urnengänger stimmten mit „Ja“, 39 Prozent mit „Nein“. Insgesamt 3395 Briefwähler schraubten die Wahlbeteiligung auf insgesamt 43,82 Prozent. Am längsten dauerte die Auszählung in einem Hochdorfer Wahlbezirk sowie in einem von vier Briefwahlbezirken. Pressesprecher Philipp Weber geht davon aus, dass es dort zu Ungereimtheiten kam. „Dann muss nochmals gezählt werden.“ Wie bei jeder Abstimmung wurden auch beim Remsecker Bürgerentscheid ungültige Stimmen abgegeben – insgesamt 20. „Sobald das Kreuz nicht klar bei ‚Ja‘ oder ‚Nein‘ gemacht, etwas dazugeschrieben oder der Zettel leer abgegeben wurde, ist er ungültig“, so Weber. Die ungültigen Stimmzettel beim Bürgerentscheid seien allesamt leer in die Wahlurne geworfen worden.

Mit 26,5 Prozent Ja- und 10,42 Prozent Neinstimmen gab es im Stadtteil Neckargröningen das deutlichste Ergebnis. Mehrheitlich gegen die Westrandbrücke waren die Urnengänger in Hochberg (14,77 Ja- zu 15,74 Prozent Neinstimmen) sowie in Hochdorf (11,38 Ja- zu 13,1 Prozent Nein-stimmen).

Stimmabgabe nur mit Maske

Angesichts der Coronapandemie fand der Bürgeretscheid unter besonderen Voraussetzungen statt. Neben den Personen, die ihr Kreuzle machen wollten, hatten auch die Wahlhelfer Masken zu tragen. Auch auf den Abstand von 1,5 Metern wurde penibel geachtet. So wurden die Wahlurnen für den Einwurf der Stimmzettel aus sicherer Entfernung mit Schnüren geöffnet. Bereits im Vorfeld des Bürgerentscheids wurden die Wahlberechtigten darum gebeten, eigene Kugelschreiber mitzubringen. Wer keinen dabei hatte, bekam einen Stift gestellt, der anschließend für den nächsten Gebrauch desinfiziert wurde. „Insgesamt hat es hervorragend funktioniert“, sagt Philipp Weber. „Die Leute waren sehr darauf bedacht, die Regeln einzuhalten.“

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