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Chancen auf zwei neue Radschnellwege steigen

Gutachter bescheinigen zwei Radschnellwegen im Landkreis von Vaihingen und Bietigheim-Bissingen nach Stuttgart hohes Potenzial. Jetzt ist das Regierungspräsidium am Zug.

Foto: Christoph Schmidt/dpa, Grafik: Landratsamt (p)
Foto: Christoph Schmidt/dpa, Grafik: Landratsamt (p)

Kreis Ludwigsburg. Die geplante Radschnellverbindung zwischen Bietigheim-Bissingen und Stuttgart ist offenbar eine der aussichtsreichsten im Ländle. Neben hohen Potenzialen attestiert eine soeben fertiggestellte Machbarkeitsstudie des Planungsbüros SVK dem anvisierten Radschnellweg auch eine hohe Wirtschaftlichkeit. Nach Ansicht der Experten könnten bis zu 9700 Radler täglich von der rund 14 Kilometer langen Verbindung im Kreis über Tamm, Ludwigsburg und Kornwestheim profitieren. Den Kosten-Nutzen-Faktor beziffert das Büro mit 5,1.

Nicht schlecht sieht es anscheinend auch für die zweite untersuchte Verbindung zwischen Vaihingen und Stuttgart aus, die über Schwieberdingen und Korntal-Münchingen auf 20 Kilometer im Kreis kommen und etwa 2600 Radler anziehen könnte. Die Kosten-Nutzen-Analyse weist für diese Verbindung einen Faktor von 2,1 aus. Dieser Wert liegt zwar nicht so hoch wie bei der Verbindung von Bietigheim-Bissingen nach Stuttgart, aber deutlich über der Grenze von 1, ab der der wirtschaftliche Nutzen größer ist als die notwendigen Investitionen.

„Wir freuen uns, dass die Studien unseren Radschnellverbindungen gute Potenziale bescheinigt haben“, so Landrat Dietmar Allgaier. „Sie werden nicht nur Radfahrenden nutzen, die in die Landeshauptstadt fahren wollen, sondern ermöglichen auch komfortables Pendeln zwischen den Kreiskommunen.“ Allgaier hofft nun, dass bald mit den Planungen begonnen werden kann.

Zunächst ist aber das Regierungspräsidium Stuttgart am Zug. Dort entscheidet sich, ob die Radschnellverbindungen förderfähig sind – im Idealfall sind bis zu 90 Prozent Förderung durch Bund und Land möglich. Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) lobt bereits das Engagement des Landkreises. „Gerade in der Region Stuttgart können leistungsfähige Radschnellverbindungen helfen, andere Verkehrsträger wie die Straße zu entlasten und die Menschen zum Umsteigen vom Auto auf das klimafreundliche Fahrrad zu bewegen.“

Das Land habe sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 in Baden-Württemberg mindestens 20 Radschnellwege zu bauen. Darunter versteht Hermann längere zusammenhängende Strecken, die Pendlerziele direkt verbinden. Sie sind breit genug angelegt, damit Radler sicher überholenkönnen und weisen möglichst wenig Kreuzungen auf, die zum Bremsen zwingen.

Für die beiden Routen durch den Kreis haben die Verkehrsplaner mit den Kommunen auch Trassenvarianten untersucht und daraus eine sogenannte Vorzugsvariante definiert, heißt es aus dem Landratsamt. In die Bewertung der Trassenführung seien Kriterien wie Infrastruktur, Ökologie sowie die Betrachtung des jeweiligen Zusammenspiels zwischen den unterschiedlichen Verkehrsteilnehmern geflossen. Die Vorzugstrassen würden allerdings nur eine Empfehlung darstellen. Ein Sprecher des Landrats: „Die tatsächlichen Routen werden in der späteren Planung mit allen Beteiligten konkretisiert, womöglich geändert und durch Beschluss der politischen Gremien festgesetzt.“

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