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Chefplaner sieht gute Chance für Stadtbahn

Laut vorläufigen Ergebnissen wäre eine Verlängerung der Linie U13 bis Thales am vernünftigsten – Die Ditzinger könnten damit wohl sehr gut leben.

Gelbe Stadtbahnen in Gerlingen: Die Wahrscheinlichkeit, dass die SSB bald auch den Nachbarn Ditzingen anfährt, ist in dieser Woche gestiegen. Archivfoto: Oliver Bürkle
Gelbe Stadtbahnen in Gerlingen: Die Wahrscheinlichkeit, dass die SSB bald auch den Nachbarn Ditzingen anfährt, ist in dieser Woche gestiegen. Foto: Oliver Bürkle

Ditzingen. Auch wenn die Ergebnisse der standardisierten Bewertung erst vorläufig sind, ist die Stimmung im Ditzinger Gemeinderat am Dienstagabend erwartungsfroh. SSB-Chefplaner Volker Christiani – „auch bei uns ein gerngesehener Gast“, wie OB Michael Makurath bekräftigt – gibt sich sehr zuversichtlich, dass die Stadtbahnverlängerung nach Ditzingen kommt. Immerhin so zuversichtlich, dass die Stuttgarter Straßenbahnen AG den Umfang der Planung kurzfristig entsprechend erweitert habe. „Wir haben ein so großes Interesse an dem Projekt, dass wir ein Stück weit in Vorleistung gehen wollen“, sagt Christiani.

Eine Variante nimmt die Hürde

Wie mehrfach berichtet, werden zur Kosten-Nutzen-Berechnung vier sogenannte Mitfälle untersucht: Verlängerung bis Stuttgart-Hausen, bis Ditzingen-Schuckertstraße (Trumpf), bis Ditzingen-Hülben (Thales) und bis Ditzingen-Bahnhof. Stand heute wäre nur der Mitfall drei, bis Thales, förderfähig. Die anderen liegen laut Christiani deutlich unter der Marke von 1,0. Die Sorge, dass Ditzingen bei der angekündigten Neuberechnung „hinten runterfallen“ könnte, wenn herauskäme, dass die Verlängerung bis Hausen reiche, könne er zerstreuen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass der SSB-Aufsichtsrat sagt: ,Das lassen wir.‘“ Dass es die Option Ditzingen gebe, sei alleine schon ein gutes Zeichen.

Ein wichtiger und auch schwieriger Aspekt sei dann die Einbindung an das bestehende ÖPNV-System, räumt Christiani in Ditzingen ein. Hier würden etwa im Bereich Hausen sicherlich „die Takte etwas reduziert, das ist immer unschön“. Mit Blick auf die Kosten-Nutzen-Rechnung wird aber wohl nicht so heiß gegessen wie gekocht. Der Zuwendungsgeber wolle nur sehen, ob es möglich sei, einzusparen. Dem CDU-Ratsherrn Sven Sautter und der Grünen-Fraktionschefin Doris Renninger ist indes wichtig, sicherzustellen, dass Ditzingen keine Nachteile im Verkehrsverbund erfahre.

Die Planer erwarten nun eine Verbesserung der Ergebnisse, wenn das Bundesverkehrsministerium Anfang 2022 eine Neufassung der standardisierten Bewertung vorlegt, die dann weitere Aspekte wie den Klimaschutz enthält. Wobei eine „Verbesserung“ eher keine aus Ditzinger Warte wäre. „Wir hoffen aus Sicht der Verwaltung, dass es bis Thales geht“, so Bürgermeister Ulrich Bahmer.

Der Zuwendungsgeber Bund will laut Christiani zu jeder Berechnung auch die Folgekosten sehen, um ein böses Erwachen zu verhindern. 87,5 Prozent zahlen Bund und Land gemäß Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG), 12,5 Prozent sowie die Folgekosten tragen die Kommunen. Das wären in diesem Fall der Landkreis und die Stadt Ditzingen. Der Christdemokrat Sautter wünscht sich eine interfraktionelle Einigung, dass in Ditzingen derselbe Schlüssel angewandt werde wie bei der Stadtbahn Ludwigsburg. Aus diesem Grund, merkt Makurath an, sei der Landkreis auch von Anfang an mit eingebunden. „Es geht in die richtige Richtung, das ist mein Eindruck.“ Er hofft, dass Volker Christiani 2022 – Anfang oder Mitte des Jahres – erneut gute Nachrichten mitbringen wird.

Trasse neben der A81

Auf Grundlage einer aktualisierten standardisierten Bewertung soll nun die Entscheidung fallen, welche Variante realisiert – und wann die Umsetzung in Ditzingen erfolgen wird. Der SSBler Christiani stellt in Aussicht, dass im zweiten Halbjahr 2022 der Antrag auf Planfeststellung eingereicht werden könne. Stand heute würde die Trasse neben der Autobahn81 verlaufen.

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