Logo

Corona: Weitere Ausdünnung der Fahrpläne

Busunternehmen fahren ab 26. März nach erweitertem Samstagsfahrplan – Strohgäu- und Regionalbahnen nur noch im Stundentakt

Den Hinweis „Fahren Sie nur, wenn es unumgänglich ist“, nehmen sich derzeit offenbar viele zu Herzen. Foto: Marijan Murat/dpa
Den Hinweis „Fahren Sie nur, wenn es unumgänglich ist“, nehmen sich derzeit offenbar viele zu Herzen. Foto: Marijan Murat/dpa

Kreis Ludwigsburg. Weil die Verkehrsunternehmen mit einer täglich dünneren Personaldecke zu kämpfen haben und die Nachfrage auf geschätzt weniger als ein Viertel des üblichen Fahrgastaufkommens deutlich abgenommen hat, wird das Fahrplanangebot in der Region Stuttgart weiter eingeschränkt. Es gebe aber trotzdem ein „verlässliches Grundangebot“, wie der Verkehrsverbund (VVS) am Mittwoch mitteilte. Damit werde gewährleistet, dass diejenigen, die die Versorgung im Land sicherstellen, ihren Arbeitsplatz mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zuverlässig erreichen. Die Alternative wäre ein täglich wachsender ungeplanter Ausfall von Fahrten, weil Mitarbeiter aus dem Fahrdienst oder den Werkstätten der Verkehrsunternehmen krank sind oder sich in Quarantäne befinden.

Regionaler Busverkehr

Bei den Busunternehmen im Landkreis Ludwigsburg tritt ab Donnerstag, 26. März, bis auf Weiteres ein erweiterter Samstagsfahrplan in Kraft. Das bedeutet, dass zusätzlich zu dem regulären Samstagsfahrplan auf den wichtigsten Linien weitere Busse unterwegs sind, und zwar in den Hauptverkehrszeiten, vor allem morgens, teilweise aber auch am späten Nachmittag. Für die FMO-Linien in den Bereichen Stromberg, Neckartal und Bottwartal gilt der neue Fahrplan erst ab Montag, 30. März.

Der Start des Rad- und Wanderbusses „Stromer“ (Bietigheim – Tripsdrill – Kirbachtal), der für Samstag. 4. April, geplant war, verschiebt sich. Nach aktuellem Stand wird er die Saison nicht vor dem 30. April aufnehmen.

Die Nachtbuslinien sowie die Ruftaxis, die nur an Wochenenden fahren, entfallen, ebenso einzelne Linien wie die Verbindung von Bietigheim nach Freiberg (564) oder zum Gewerbegebiet Eichwald (544).

S-Bahn Stuttgart

Die S-Bahn Stuttgart fährt auf allen Linien bis auf Weiteres im Halbstundentakt. Schon seit Mittwochmorgen sind auch auf der Linie S.4 zwischen Marbach und Schwabstraße Langzüge im Einsatz – die mit Beginn des reduzierten Fahrplans am Dienstagmorgen eingesetzten kürzeren Züge hatten für Kritik gesorgt (wir berichteten). Ursprünglich war diese Maßnahme laut VVS erst für Montag, 30. März, geplant. Die Nacht-S-Bahnen am Wochenende fahren nicht.

Regionalbahnen

Die Strohgäubahn wie auch die Regionalbahnen fahren grundsätzlich nur noch im Stundentakt. Hintergrund ist nach Angaben des Verkehrsministeriums auch die Ausfallquote bei den Lokführern, die momentan bei durchschnittlich 20 Prozent liege. Das Grundangebot soll den Nahverkehr in der Krisenzeit für Pendler, die nicht zu Hause arbeiten können, stabil aufrechterhalten und für eine Reserve bei weiteren Krankmeldungen sorgen. Nach Angaben der Nahverkehrsgesellschaft des Landes gab es auch eine Beschwerde an die eigens eingerichtete Mailadresse qualitaet@nvbw.de über eine zu geringe Zuglänge auf der Frankenbahn am Dienstag, Der Go-Ahead sei als Vierteiler statt wie bestellt als Sechsteiler gefahren.

Zusätzlich zur Fahrplanreduktion sind auch Verbindungen schon gestrichen worden. Davon betroffen sind die Nachtfahrten am Wochenende und die Schusterbahn (Untertürkheim – Kornwestheim).

Straßenbahnen

Nachdem es harsche Kritik an dem am Dienstag eingeführten Sonntagsfahrplan für die Straßenbahnen gegeben hatte, gilt nun auf den wichtigsten Linien in der morgendlichen Hauptverkehrszeit ein 15-Minuten-Takt. Davon profitieren auch Pendler im Kreis Ludwigsburg, die die U.6 (Abschnitt Gerlingen – Möhringen) nutzen, bei der U.12 gibt es den kürzeren Takt nur zwischen Mühlhausen und Möhringen, allerdings einige zusätzliche Züge ab Neckargröningen zwischendrin. Die Änderung mit den Verstärkerfahrten soll es in Kürze auch auf anderen SSB-Linien geben, hieß es. Eingestellt sind dagegen die U.8, U.16 und die U.19, die U.34 fährt nur zwischen 8 und 22 Uhr. (red/jsw)

Info: Der VVS empfiehlt seinen Fahrgästen, sich über die Fahrplanauskunft (EFA) in der App „VVS mobil“ oder über vvs.de über ihre jeweiligen Verbindungen zu informieren. Die Änderungen sind dort bereits erfasst. Eine Übersicht zu den jeweils aktuellen Fahrplanänderungen befindet sich hier: vvs.de/coronavirus