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Coronakrise reißt Loch in Kreisetat von 6,5 Millionen Euro

Finanzdezernentin Beck legt heute Haushaltsausblick vor – Einbußen bei den Kliniken noch nicht eingerechnet – Verwaltung will ohne Nachtrag auskommen

Kreis Ludwigsburg. Der Kreis Ludwigsburg könnte finanziell aus der Coronakrise mit einem blauen Auge davonkommen. „Aus heutiger Sicht muss der Landkreis mit einer Belastung des Ergebnishaushaltes in der Größenordnung von 6,5 Millionen Euro rechnen“, schreibt Finanzdezernentin in ihrem Bericht über die aktuelle Finanzsituation, den sie dem Verwaltungsausschuss heute vorlegen wird. Dadurch ergibt sich zum Jahresende auch ein höheres Defizit, dass dann bei 18,1 Millionen Euro liegen wird. Da aus dem Finanzhaushalt nicht alle Mittel für geplante Investitionen abfließen werden, ist die Liquidität des Landkreises zwar gesichert. Die Defizite im Verwaltungshaushalt können aber nicht insgesamt ausgeglichen werden. „Bei der Planung wurde noch mit einem Liquiditätsdefizit von 42,9 Millionen Euro gerechnet“, so Beck. „Dieses Defizit erhöht sich auf rund 46,3 Millionen Euro.“

In die Berechnung noch nicht eingerechnet sind die Belastungen, die durch die Kliniken entstehen werden. „Insgesamt wird die Planung für 2020 nicht erreicht“, bilanziert Beck, obwohl die Kliniken schnell gegengesteuert hätten. Es werde erwartet, dass das Klinikum Ludwigsburg mit einem Minus von 18 Prozent und das Krankenhaus Bietigheim-Vaihingen mit Minus von sieben Prozent unter Vorjahresauslastung abschließt. Die OKM in Markgröningen würde zwölf Prozent unter 2019 liegen.

Durch die Coronakrise sind erhebliche Mehrausgaben bei gleichzeitig geringeren Einnahmen entstanden. Allein die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung schlagen mit 1,15 Millionen Euro zu Buche. Dazu zählen unter anderem die Einrichtung der Teststelle und die Anschaffung von Schutzausrüstung.

Hohe Kosten sind auch bei den sozialen Leistungen aufgelaufen. Vor allem der Verzicht auf die Gebühren für die Kindertagespflege und weitere Vorhaben der Kinder- und Jugendhilfe belaufen sich auf 1,7 Millionen Euro.

Die Werkstätten für Behinderte musste zwar Corona bedingt geschlossen werden, die Leistungen für die Betroffenen liefen allerdings weiter, was 1,6 Millionen Euro gekostet hat. Die Schiller- Volkshochschule musste ebenso ihre Türen schließen und hat deshalb ein Einnahmeloch bei den Gebühren von 114..000 Euro.

Die zusätzlichen Kosten für die Schülerbeförderung im öffentlichen Nahverkehr schlagen mit rund 2,16 Millionen Euro zu Buche. Zwar wird sich das Land an den Kosten beteiligen. Die Höhe einer möglichen Erstattung steht aber noch nicht fest.

Insgesamt hat das Land mit der Corona-Soforthilfe dem Kreis 1,99 Millionen Euro ausgezahlt. Die Finanzhilfen an die Städte und Gemeinden im Kreis sind mit 7,91 Millionen Euro aber etwa um das Vierfache höher als der Anteil des Kreises, was vor allem auf die Hilfen für die Kitas zurückzuführen ist. Insgesamt hat das Land 9,91 Millionen Euro an den Kreis Ludwigsburg überwiesen.

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