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Coronausbruch in Firma: Bisher elf Infizierte

Bisher ist Großbottwar gut durch die Coronapandemie gekommen, doch Ende vergangener Woche hat es einen Ausbruch in einem Großbottwarer Betrieb gegeben. Unter den elf Infizierten sind zwei Großbottwarer Bürger.

Großbottwar. Bei sieben weiteren Beschäftigten stehen die Testergebnisse noch aus.

Alle positiv auf Corona getesteten Personen zeigten Symptome in unterschiedlicher Ausprägung, heißt es aus dem Landratsamt. Betroffen sei „eine größere Firma, allerdings nicht aus dem Lebensmittelbereich“. Auch die Ursache des Ausbruchs – Reiserückkehrer, Feste oder ähnliches – kenne man bisher nicht. Es habe bisher kein einzelner Indexfall ermittelt werden können, weil die Firmenbelegschaft auch in der Freizeit untereinander Kontakt pflege; das erschwere eine Abgrenzung.

Im Moment geht das Landratsamt davon aus, dass die Infizierten zu rund einhundert anderen Personen Kontakt gehabt haben; die Ermittlungen seien aber noch nicht abgeschlossen.

Damit ist – Stand Montag, 16 Uhr – die Zahl der Infizierten im gesamten Landkreis um 20 auf 2385 gestiegen und die 7-Tage-Inzidenz um 6,0 auf 18,1.

„Das treibt mich schon um“, sagt Großbottwars Bürgermeister Ralf Zimmermann. Denn bis vor vier Wochen hat der Krisenstab der Stadt lediglich 20 Infizierte seit Beginn der Pandemie Mitte März gezählt, dann war ein weiterer Infizierter dazu gekommen, die allerdings bereits wieder als genesen gelten.

Mit den zwei neuen Infektionen stiegt die Zahl auf 23. Sterbefälle im Zusammenhang mit Corona hatte es keinen einzigen gegeben. „Wir sind bisher sehr glimpflich weggekommen“, sagt Bürgermeister Ralf Zimmermann; das sei vor allem dem guten Krisenmanagement der Stadt und ihrer Mitarbeiter zu verdanken. Denn ganz unvorbereitet war Großbottwar nicht in die Krise gegangen, auch wenn sich niemand eine Pandemie habe vorstellen können. Statt dessen hatte sich die Stadt vor rund einem haben Jahr auf einen kompletten Stromausfall vorbereitet und ein entsprechendes Krisenmanagement entwickelt.

„Als Corona kam, haben wir Stromausfall durchgestrichen und Pandemie drüber geschrieben“, sagt Zimmermann, „das hat uns viel geholfen.“ Davon, und von einer auch am Wochenende greifenden Telefonhotline des Krisenstabes bei der Verwaltung habe die Stadt auch am vergangenen Wochenende profitiert, als der Infektionsfall in dem Großbottwarer Betrieb publik geworden war.

Mit einem kritischen Blick Richtung Landratsamt bedauert Zimmermann, „dass wir aus Datenschutzgründen keine Telefonnummern der Infizierten mehr bekommen“.

Bisher sei es in Großbottwar so gelaufen, „dass wir die betroffenen Leute angerufen und Hilfe angeboten haben“. Das ehrenamtliche Engagement sei riesig groß in der Stadt. Außerdem habe man so die Einhaltung der Quarantäne kontrollieren können. Jetzt vergehe unnötig Zeit, ehe man mit den Betroffenen Kontakt aufnehmen könne. Anfangs habe die Stadt auch die Nachverfolgung möglicher Kontakte selbst betrieben, das habe ebenfalls sehr gut geklappt.

So weit er informiert sei, stünden die Kontaktpersonen unter Quarantäne; die betroffene Firma habe ein gutes Hygienekonzept vorgelegt.

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