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Damit die Fünfer gut ankommen

Corona hat den Alltag in den Schulen grundlegend verändert. Doch wie läuft der Unterricht unter Pandemiebedingungen? In unserer Serie „Schule in Corona-Zeiten“ berichten wir in regelmäßigen Abständen, wie die Oscar-Paret-Schule (OPS) in Freiberg mit der „neuen Normalität“ umgeht. Wie gut die Viertklässler für den Übergang auf die weiterführende Schule vorbereitet werden, ist heute das Thema.

Damit auch in Pandemiezeiten der Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule klappt, müssen die Kinder auf digitalen Unterricht vorbereitet werden. An der OPS gibt es dafür einen 30-stündigen Basiskurs. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Damit auch in Pandemiezeiten der Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule klappt, müssen die Kinder auf digitalen Unterricht vorbereitet werden. An der OPS gibt es dafür einen 30-stündigen Basiskurs. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
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Freiberg. Einmal im Jahr findet in Freiberg ein Schulkooperationstag statt, bei dem sich die Lehrer der Dritt- und Viertklässler auf der einen und die Lehrer der Fünft- und Sechstklässler auf der anderen Seite zum Austausch treffen. Mit dabei sind die Grundschulen aus Freiberg, Ingersheim und Pleidelsheim sowie die Oscar-Paret-Schule mit allen drei Abteilungen Gymnasium, Realschule und Gemeinschaftsschule. Die Themen des diesjährigen Treffens, das virtuell stattfinden musste: Digitalisierung und Fernunterricht sowie Stand der Schüler der Klassenstufen 3, 4 und 5. Ziel dieses Kooperationstages ist, dass der Übergang der Grundschüler in die weiterführende Schule möglichst gut gestaltet werden kann. „Es ist besser, vorab einen Einblick zu haben, wo die Schüler stehen und welche Schwierigkeiten es möglicherweise gibt“, sagt OPS-Schulleiter René Coels. Dabei bekommen die Grundschulen auch die wichtige Rückmeldung darüber, wie gut die Einschätzung der Kinder im Zuge der Grundschulempfehlung war.

Folkert Schröder, Schulleiter der Flattichschule in Freiberg, und Lehrer Wanielik von der Ingersheimer Schillerschule stellten Beispiele vor, mit welchen Onlineplattformen und Programmen digitaler Unterricht gestaltet werden kann. Dabei wurde laut René Coels deutlich, dass es nicht für den Unterricht zu Hause viele „Materialien gibt, die über Arbeitsblätter hinausgehen“. Insbesondere Grundschüler sollen bei ihrer Arbeit im Internet von der Suchmaschine Google weggelotst werden, weil die Gefahr besteht, dass sie sich darin verlieren. Stattdessen stehen den Kindern laut Coels „schülergerechtere Plattformen“ zur Verfügung.

OPS-Lehrerin Dorothee Rommel stellte den Vertretern der Grundschulen vor, wie die Fünftklässler zum Schuljahresbeginn hinsichtlich des digitalen Unterrichts empfangen werden. Demnach erhalten sie einen Basiskurs, der über 30 Stunden geht. Dort lernen sie neben dem sicheren Surfen im Internet und dem Datenschutz auch die Netiquette und die Arbeit mit digitalen Medien kennen. „Diese Grundausbildung ist wichtig, weil die Schüler mit ganz unterschiedlichen Grundkenntnissen bei uns ankommen“, sagt Coels. Manche seien im Netz sogar schon in Schwierigkeiten geraten. Während manche Opfer von Belästigungen geworden sind, haben andere unpassende Fotos hochgeladen oder sind einer Kostenfalle aufgesessen.

Spannend erwartet wurde im Zuge des Schulkooperationstags das Thema Pandemie und wie sie sich auf den Lernerfolg ausgewirkt hat. „Dabei hat sich schnell gezeigt, dass die Sorge, mit dem Lernstoff durchzukommen, nicht das Problem ist“, berichtet Coels. Es sei nicht der Bildungsplan, der Druck auf die Lehrkräfte ausübe. Vielmehr habe bei den jungen Schülern mit dem Fernlernunterricht die Konzentrationsfähigkeit nachgelassen. Beim Kopfrechnen haben die Schüler mittlerweile ebenso Schwierigkeiten wie beim Verfassen längerer Texte. Auch an der Selbstorganisation hapere es. Es trocknen Füller ein, Bücher werden vergessen, wenn es wieder in den Präsenzunterricht geht, und die Ausdauer, einen ganzen Schultag durchzustehen, lässt nach. „Da merkt man, wo zu Hause die Unterstützung funktioniert hat“, sagt René Coels. Und dass die Schere zwischen guten und schlechten Schülern immer größer geworden sei.

Dennoch habe die Aufnahme der Fünftklässler im vergangenen September gut funktioniert, zumal zu erkennen sei, dass in den Grundschulen laut Coels „das Bestmögliche für die Schüler getan wird“. Insofern sei er zuversichtlich, dass im nächsten Schuljahr auch die jetzigen Viertklässler gut in der OPS ankommen und etwaige Defizite aufgearbeitet werden können. „Die Eltern brauchen sich da keine Sorgen zu machen“, beruhigt der Schulleiter.

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