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Dankbarkeit und Wertschätzung

Geöffnete Freibäder ziehen positive Bilanz – Steinheimer Wellarium Spitzenreiter bei den Besucherzahlen

Im Steinheimer Wellarium haben Schwimmmeisterin Katrin Schulze und ihr Team mit dem Aufräumen und Putzen begonnen. Foto: Ramona Theiss
Im Steinheimer Wellarium haben Schwimmmeisterin Katrin Schulze und ihr Team mit dem Aufräumen und Putzen begonnen. Foto: Ramona Theiss

Steinheim. Durchweg positiv fällt die Bilanz der Freibadbetreiber aus, die trotz der erschwerten Bedingungen wegen der Coronapandemie ihre Einrichtungen öffneten. Das Wetter spielte ihnen aber auch in die Karten: Bei schlechtem Wetter im Mai waren die Bäder noch zu, pünktlich mit dem wärmeren Juni begann der Badespaß; in den meisten Bädern mit Zwei-Schicht-Betrieb und Online-Ticketverkauf. Letzterer war auch der einzige Punkt, der Anlass zu Kritik gab.

„Wir haben viel Dankbarkeit und Wertschätzung erfahren“, sagt Schwimmmeisterin Katrin Schulze vom Wellarium Steinheim. Es sei wie im Urlaub, hätten viele gesagt, sehr angenehm und entspannt. Viele fanden es sogar besser als in den Jahren zuvor: Durch die abgetrennten Bahnen im Sportbecken konnte jeder sein Tempo beim Schwimmen durchziehen. Zwar mussten die Schwimmmeister immer mal eingreifen, weil manche zum Schwätzen nebeneinander schwammen, aber „sonst muss ich Jugendliche zurückpfeifen, die von der Seite reinspringen“, sagt Schulze. Vor allem an den heißen Tagen habe es Schlangen vor den Toiletten gegeben oder Engpässe zwischen den Becken, aber insgesamt seien die Coronaregeln sehr gut eingehalten worden. Viele Badegäste seien von weiter weg gekommen, zumindest standen Autos mit HN- oder WN-Kennzeichen auf dem Parkplatz. „Viele haben wahrscheinlich woanders kein Ticket bekommen oder wollten sich mal was anderes anschauen“, vermutet Schulze. Mit 1000 Badegästen jeweils vor- und nachmittags war das Kartenkontingent in Steinheim zwar groß, dennoch musste man an den heißen Tagen schnell sein, um noch Karten buchen zu können. Der Onlineverkauf startete drei Tage vor dem Badetag um 7 Uhr, um 7.40 Uhr waren alle Karten weg. Dafür gab es teils Kritik, auch dass das System manchmal nicht funktionierte. Im Großen und Ganzen hätten die Kunden aber Verständnis gezeigt, Bei 4,50 Euro Eintritt falle der Abmangel bestimmt höher aus als sonst, so Torsten Bartzsch, der als Murrer Bürgermeister als Vorsitzender des Verwaltungsverbandes mit Steinheim fungiert. „Die glücklichen Gesichter im Freibad haben mir aber gezeigt, dass es richtig war, zu öffnen.“ Der Gemeindeverwaltungsverband habe alles richtig gemacht, auch mit der Verlängerung der Saison bis 21. September.

„Für die Bürger war es genial, wir haben nur positive Rückmeldungen bekommen“, berichtet auch der Asperger Bürgermeister Christian Eiberger. Der Gemeinderat hatte sich zunächst in der Hochphase der Pandemie gegen eine Öffnung entschieden, dann aber mit den neuen Richtlinien doch beschlossen, zu öffnen. Von Anfang Juli bis zum Ende der Sommerferien konnten jeweils 750 Gäste in zwei Schichten ins Freibad. Das Onlinesystem hatte zunächst für Kritik gesorgt, sich dann aber eingespielt. Der Versuch mit 1000 Badegästen pro Tag an einem Wochenende habe sich nicht bewährt. „Da waren wir an der Grenze“, so Eiberger. Trotz des Eintrittspreises von fünf Euro rechnet er mit einem Abmangel von 590 bis 650000 Euro. Im vergangenen Jahr habe er bei 550000 Euro gelegen. „Wir hatten mit etwas weniger Abmangel gerechnet, aber vom Nutzen her ist es okay“, sagt der Bürgermeister.

„Die Besucher haben es sehr geschätzt, dass wir aufgemacht haben“, betont auch Ute Grothe von den Stadtwerken Bietigheim. Der Badepark im Ellental war von 19. Juni bis 14. September geöffnet. Der 14. September war ein Verlängerungstag, der sofort ausgebucht war. Mit Frühbadetagen lief der Betrieb im Drei-, sonst im Zwei-Schicht-Modell. Sobald der Wetterbericht positiv ausfiel, gingen die Buchungen im Internet nach oben. 68048 Badegäste kamen insgesamt – natürlich kein Vergleich mit den sonst üblichen Zahlen. Vergangenes Jahr waren es 185000 Besucher, der Rekord liegt bei 72000 Gästen in einem Monat. Beschwerden gab es weniger wegen des Onlineverkaufs als wegen der fehlenden Stornierungsmöglichkeit. „Das geht aber auch beim Kino nicht“, sagt Grothe. Insgesamt habe es viel Lob gegeben, auch für die Mitarbeiter.

Einen anderen Weg ist Mundelsheim gegangen: Es gab nur Saisonkarten zu kaufen. 150 Leute konnten pro Tag in drei Schichten ins Freibad kommen, was an den heißen Tagen dazu führte, dass Leute vor dem Bad standen und nicht rein durften. Da habe es natürlich Ärger gegeben, so Schwimmmeisterin Carola Holfert. Andererseits habe man mit den Saisonkarten vor allem Familien und regelmäßigen Schwimmern die Chance auf einen Freibadbesuch eröffnet. 45 Euro kostete die Saisonkarte. Wer im Freibad war, habe es als sehr angenehm empfunden. „Die Oma kam morgens zum Schwimmen und mittags mit den Enkeln“, sagt Holfert.

Als einziges Freibad hat Ludwigsburg noch geöffnet. „Wir wollen einen fließenden Übergang zur Eröffnung des Stadionbades. Wir sind ein kommunales Unternehmen und haben die Pflicht, unseren Bürgern die Möglichkeit zur Gesunderhaltung zu geben“, sagt Astrid Schulte, Leiterin der Unternehmenskommunikation der Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim. Auch Hoheneck öffnete in zwei Schichten, hier musste man sich aber auch die einstündige Schwimmzeit im Becken buchen. Da es aber auch Buchungen gab, die nicht eingelöst wurden, versuchte man im Freibad, flexibel zu reagieren, und die Gäste durften gegebenenfalls länger im Wasser bleiben. Der Onlineverkauf sei mit Anlaufschwierigkeiten gestartet, als man aber den Senioren den Kauf von Tickets in den Shops der Stadtwerke anbot, habe sich die Kritik gelegt. Maximal durften 800 Besucher pro Tag ins Bad. Und die waren begeistert – auch wegen der Wasserqualität. Durch weniger Sonnencreme und Schminke im Wasser wurde weniger Chlor benötigt. „Da haben wir neue Erkenntnisse gewonnen und müssen sehen, was wir daraus ableiten können, um unsere Schwimmer glücklich zu machen“, sagt Schulte.

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