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Das Bürgerfest soll sicherer werden

Immer wieder kommt es bei Großveranstaltungen zu Unglücksfällen, die leicht vermieden werden könnten. Mit einem Sicherheitskonzept will die Stadt Freiberg in Zusammenarbeit mit den Vereinen das Risiko beim Bürgerfest minimieren.

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Damit beim Bürgerfest weiterhin ausgiebig gefeiert werden kann, bringt die Stadt in Zusammenarbeit mit den beteiligten Vereinen ein Sicherheitskonzept auf den Weg.Archivfoto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. André Werner vom Beratungsbüro für Veranstaltungssicherheit (Markgröningen) kennt sich mit Sicherheit aus. Als staatlich geprüfter Betriebswirt für Veranstaltungs- und Eventmanagement berät er Kommunen und Unternehmen, die bei der Organisation von Veranstaltungen das Risiko von Zwischenfällen, etwa durch unsachgemäßes Auswechseln von Gasflaschen, schon im Vorfeld minimieren wollen.

Auch die Stadt Freiberg nimmt nun die Dienste des Sicherheitsexperten in Anspruch: Anlässlich des vom 15. Juli bis zum 17. Juli stattfindenden Bürgerfests wird erstmals ein Sicherheitskonzept (Kosten: 10 000 Euro) auf den Weg gebracht. Am Montagabend informierte Werner gemeinsam mit Sandra Elsäßer, die bei der Stadt für die Organisation des Bürgerfests verantwortlich ist, über den aktuellen Stand.

Konflikte, Gewalt oder übermäßiger Alkoholkonsum sind laut Elsäßer beim Bürgerfest keine nennenswerten Probleme und daher nicht Bestandteil des Sicherheitskonzepts. Vielmehr gehe es darum, die Vereine darüber zu informieren, wie sie ihre Stände möglichst sicher betreiben und Gefahrenquellen ausschließen können.

Werner stößt bei dieser Aufklärungsarbeit nach eigener Aussage immer wieder auf Widerstände. „30 Jahre ist alles gutgegangen“, oder: „Wegen des Unglücks bei der Loveparade spinnen auf einmal alle rum“ lauteten häufig Kommentare von Vereinsseite.

Werner warnt jedoch davor, das Thema Sicherheit auf die leichte Schulter zu nehmen – schließlich können im Ernstfall Vereinsvorsitzende und beteiligte Mitglieder zur Rechenschaft gezogen werden. „Ich will Ihnen keine Angst machen und niemanden bevormunden“, betonte er. Aber der Veranstalter, also die Stadt Freiberg, sowie die beteiligten Vereine hätten bei einer Großveranstaltung wie dem Bürgerfest nun mal die Verkehrssicherungspflicht – so wie jeder Mieter oder Hausbesitzer im Winter dazu verpflichtet ist, den Schnee zu räumen und so die Unfallgefahr zu minimieren.

Laut Werner ist es beispielsweise fahrlässig, im T-Shirt am Grill oder an der Fritteuse zu arbeiten. Der Sicherheitsexperte empfiehlt das Tragen sogenannter Kochjacken. „Diese Jacken kann man auch mieten, um die Kosten niedrig zu halten.“

Ein Grill müsse mit einem entsprechenden Zulassungszertifikat versehen sein. „Dass man den Grill im Großmarkt gekauft hat, heißt nicht, dass er auch zertifiziert ist“, erläuterte Werner. Höchste Vorsicht sei im Umgang mit Flüssiggas geboten. „Hantieren Sie auf keinen Fall mit Werkzeug an einer Gasflasche herum.“

Die Vereinsvertreter äußerten auch Bedenken, etwa mit Blick auf zusätzliche Bürokratie. „Wenn wir alles schriftlich fixieren müssen, können wir das Licht ausmachen und nach Hause gehen“, befürchtete ein Teilnehmer der Infoveranstaltung.

Grundsätzlich aber wurde Kooperationsbereitschaft signalisiert, bis zum Beginn des Bürgerfests will die Stadtverwaltung das Sicherheitskonzept mit den Vereinen weiter ausarbeiten. Sollte tatsächlich etwas passieren, geht Organisatorin Elsäßer nicht davon aus, dass einem Verein beschlossene Vereinbarungen bei einer eventuellen Gerichtsverhandlung zum Nachteil ausgelegt werden. „Wer sich schon im Vorfeld Gedanken macht, ist eher auf der sicheren Seite.“