Logo

Der Blick wird nach vorn gerichtet

Die Situation auf der Baustelle der neuen Oscar-Paret-Schule in Freiberg hat sich entspannt. Zwar bleibt es noch bei einem halben Jahr Verzögerung. Doch nachdem das Stuttgarter Bauunternehmen Wolfer & Goebel das Personal ausgetauscht hat, läuft es wieder, sagt Erster Beigeordneter Stefan Kegreiß.

Die OPS wächst in die Höhe. Nach dem Austausch des Personals gehen die Arbeiten auf der Baustelle deutlich zügiger voran. Foto: Andreas Becker
Die OPS wächst in die Höhe. Nach dem Austausch des Personals gehen die Arbeiten auf der Baustelle deutlich zügiger voran. Foto: Andreas Becker

Freiberg. Eigentlich hätte am vergangenen Freitag laut Vertrag der Rohbau fertig sein müssen. Doch statt ein Richtfest zu planen, beschäftigte sich die Stadtverwaltung in den vergangenen Wochen damit, die nachfolgenden Gewerke in den neuen Zeitplan einzutakten. Schließlich hätten die Fenster- und Fassadenbauer ebenso wie die Elektro- und Sanitärinstallateure bereits im Mai ihre Arbeit auf der Baustelle aufnehmen sollen. „Wir haben intensive Gespräche geführt – am Ende ist es uns gelungen, uns mit allen Unternehmen auf neue Termine zu einigen“, sagt Stefan Kegreiß und spricht dabei von einem Meilenstein. Dadurch können zumindest bei diesen Gewerken weitere Verzögerungen erst mal verhindert werden. Die Firmen werden jetzt Ende September ihre Arbeit aufnehmen.

Doch zum Nulltarif ist die Flexibilität der Handwerksbetriebe nicht zu bekommen. Schließlich hatten sie durch die plötzlichen Verzögerungen auf der OPS-Baustelle einen Stillstand. Da nicht einfach neue Aufträge zu generieren waren, konnte das Personal auch nicht eingesetzt werden. Deshalb muss die Freiberger Stadtverwaltung davon ausgehen, dass diese Betriebe für die Fehlzeit Personalkosten sowie Steigerungen bei Lohn- und Materialkosten geltend machen werden. „Wir werden dann prüfen, was davon nachvollziehbar und berechtigt ist, und die Forderungen selbstverständlich begleichen“, sagt der Erste Beigeordnete. Danach werde man sich vom Bauunternehmen Wolfer & Goebel, das nach Ansicht der Stadtverwaltung für die halbjährige Verzögerung verantwortlich ist, das Geld wieder holen. Das werde sich allerdings noch einige Monate hinziehen. „Jetzt ist es erst mal wichtig, dass die Rohbauarbeiten abgeschlossen werden“, so Kegreiß. Im Zuge einer ordentlichen Zusammenarbeit werde man die juristischen Dinge erst mal ausklammern.

Nach einem Austausch des Personals auf der Baustelle werde dort endlich zielstrebig gearbeitet. Jeden Tag würden die Betonmischer neues Material anfahren. Im Norden des Gebäudetrakts sei bereits bis auf die Decke das zweite Obergeschoss fertig. Nicht ganz so weit seien die Arbeiten im Südtrakt fortgeschritten, wo derzeit noch das zweite Obergeschoss wachse. Im Osten – dort werden künftig Lehrerzimmer und Verwaltung zu finden sein – nehme die erste Etage schon Gestalt an. „Da fängt es auch bald mit dem zweiten Obergeschoss an“, zeigt sich Kegreiß zuversichtlich. Das Gleiche gelte für den Westtrakt des Gebäudes. Nach aktueller Lage ist es laut Stefan Kegreiß realistisch, den von Verwaltung und Planern neu gesteckten Zeitplan einzuhalten. Dieser sieht eine Fertigstellung des Rohbaus Ende Januar vor. „Ich gehe aber davon aus, dass er bis Weihnachten fertig sein wird“, übt sich der Erste Beigeordnete in Optimismus. „Jetzt richten wird den Blick nach vorn.“

Autor: