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Der Containerbahnhof wird weiter ausgebaut

Mehr Güter auf die Schiene: Der Bund will dafür am Containerbahnhof Kornwestheim 74 Millionen Euro investieren. Der Ausbau soll 2030 fertig sein. Die Nachbarn wurden allerdings noch nicht informiert.

Der Containerbahnhof in Kornwestheim. In den Ausbau investiert der Bund rund 74 Millionen Euro. Foto: Holm Wolschendorf
Der Containerbahnhof in Kornwestheim. In den Ausbau investiert der Bund rund 74 Millionen Euro. Foto: Holm Wolschendorf
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Kornwestheim. Der Güterverkehr wird in den nächsten Jahren steigen – Corona zum Trotz. Das hat sich inzwischen auch im Verkehrsministerium in Berlin herumgesprochen. Insgesamt 15 Güterbahnhöfe sollen in Deutschland daher erweitert werden. Darunter auch der Container-Bahnhof in Kornwestheim. Das hat der Berliner Staatssekretär und Ludwigsburger CDU-Bundestagsabgeordnete Steffen Bilger jetzt bekannt gegeben.

Dabei soll der erweiterte Container-Terminal auf die Seehäfen in Deutschland und Europa ausgerichtet werden. „Der kombinierte Verkehr ist ein unverzichtbares und zukunftsträchtiges Mittel, um Transporte – wo immer dies sinnvoll und möglich ist – auf Schiene und Wasserstraße zu verlagern. Dazu bedarf es jedoch einer weiteren Steigerung der Attraktivität des kombinierten Verkehrs“, so Bilger.

Geplant ist ein neues, 720 Meter langes Gleis, das mit drei Umschlagkränen ausgerüstet werden soll. Der Bund zahlt dafür 74 Millionen Euro. Schon im nächsten Jahr wird der Baubeginn für die erste Stufe sein. Weiter geht es dann in 2027.

Der Abschluss soll, nach den bisherigen Planungen, dann im Jahr 2030 sein. Die Leistung des Umschlagbahnhofs ist seit 2010 deutlich gestiegen und liegt inzwischen bei etwa 140 Tausend Ladeeinheiten pro Jahr.

Die vorhandene Kapazität reichte aktuell noch aus, so Bilger, jedoch sei eine Erweiterung mit Blick auf die zukünftigen Umschlagzahlen erforderlich.

Dass in Kornwestheim erweitert werden muss, ist schon seit längerem bekannt. Die Bahn hat dazu ihre Bereitschaft erklärt. Die Erweiterung soll zwischen der Westrandstraße und dem eigentlichen Bahngelände stattfinden.

In die Pläne der Bahn AG wurden die betroffenen Kommunen allerdings noch nicht eingeweiht. Erste Gespräche mit der Stadt Kornwestheim sind noch in diesem Monat geplant. „Bisher hat die Kornwestheimer Stadtverwaltung keine konkreten Informationen zu dem geplanten Projekt erhalten. Die Stadt hofft, in dem Gespräch Näheres zu erfahren. Vorher kann sich die Stadt deshalb nicht zu diesem Thema äußern“, heißt es in einer Mitteilung. Die Stadt will aber auch an den Planungen beteiligt werden, doch der Ausgang ist noch unklar.

Die unmittelbaren Nachbarn werden nicht unbedingt erfreut sein. In Stammheim beklagt man sich schon seit Längerem über den zunehmenden Lärm durch den Container-Bahnhof.

Ähnlich ist auch die Situation in Möglingen. „Wir haben bereits vor einigen Jahren eine Stellungnahme abgegeben und den Lärm sowie den steigenden Verkehr beklagt. Mit den geplanten Gebieten rund um Möglingen wird das nicht besser. Es wären schön gewesen, wenn wir vorher informiert worden wären“, so Bürgermeisterin Rebecca Schwaderer.

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