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Der Gründelbach lädt zum Spaziergang

Nach zehn Monaten ist die Renaturierung des Gründelbachs in Freiberg nahezu abgeschlossen. Das Ziel, dem Gewässer zwischen Gründelbachstraße und der Straße Am Pflaster wieder einen naturähnlichen Verlauf zu geben, ist erreicht. Außerdem lockt der Bereich wieder für Spaziergänge.

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Die Renaturierung des Gründelbachs ist nahezu abgeschlossen. Das Gewässer hat jetzt einen kurvenreicheren Verlauf. Fotos: Oliver Bürkle
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Ludwigsburg. Das Wetter für einen Spaziergang entlang des Gründelbachs Richtung Chinahaus ist derzeit ideal. Nachdem die Böschung abgeflacht wurde und das Bachbett mehr Kurven bekommen hat, macht es noch mehr Spaß, dort zu gehen und seinen Gedanken nachzuhängen. In diesen Tagen sind die Bauarbeiten dort in den letzten Zügen. Die restlichen Erdarbeiten werden erledigt und verschiedene Wildblumenmischungen ausgesät. Davon haben später nicht nur die menschlichen Augen etwas, sondern auch die Bienen.

Die Renaturierung des Bachs galt als Ersatzmaßnahme für die Flächenversiegelung im Bereich des Bebauungsplans Ludwigsburger Straße Ost. Dort wurde das bestehende Gewerbegebiet um 3,3 Hektar erweitert. Als Ersatz für die gefällten Bäume hat die Stadt bereits eine Obstbaumwiese angelegt. Dann erfolgten die Arbeiten am Bach. Dieser fließt von Asperg kommend am Monrepossee vorbei, an der Autobahn entlang Richtung Freiberg und dort an der Mühlstraße entlang. Hier fließt er schließlich in einen Stollen, der unter dem Sportzentrum am Wasen bis hin zum Neckar führt.

Zu Beginn der Arbeiten, die Anfang Juni vergangenen Jahres begonnen haben, mussten sich die Baggerfahrer erstmal Platz verschaffen und mit schwerem Gerät Brombeerbüsche und Brennnesseln beseitigen. Danach rückten sie dem Bachbett zu Leibe, um es kurvenreicher modellieren zu können. Mit der Renaturierung sollte das Fließgewässer schließlich einen naturnahen Zustand bekommen. Zudem sollte die Strömungsgeschwindigkeit des Wassers und somit die Überschwemmungsgefahr reduziert werden. Auch die Ansiedlung verschiedener Tier- und Pflanzenarten sollte damit ermöglicht werden.

Die Arbeiten waren äußerst umfangreich. An manchen Stellen musste der Bach sogar um ein paar Meter verlegt werden. Um die Fließgeschwindigkeit zu reduzieren, haben die Fachleute zudem Störsteine ins Bachbett gelegt. Mit Hilfe der eingesetzten Steine wird laut Janita Greschner von der Stadtverwaltung, Fachbereich Bauen, der Bach außerdem mit Sauerstoff angereichert. Ob auf diese Weise, wie sonst üblich, geeigneter Lebensraum für eine Vielzahl von Lebewesen geschaffen werden kann, bleibt jedoch abzuwarten, da schon durch die Nähe zur Autobahn zu viel Schmutz in den Gründelbach kommt.

Weil das Wasser den Bach nicht nur in der Breite, sondern auch in der Tiefe ausschwemmt, wurden im Gewässerbett Sohlgleiten angebracht. Diese quer zur Fließrichtung liegenden Konstruktionen sollen die Tiefenerosion unterbinden. Die Böschungen im Bereich des Gründelbachs wurden abgeflacht. Um sie zu sichern, wurden an manchen Stellen sogenannte Weidenspreitanlagen aus Tonholz sowie Stützwände gebaut. Im Bereich zwischen der Landesstraße 1138 und der Straße Am Pflaster ist es auch weiterhin möglich, den Gründelbach auf Trittsteinen zu überqueren. Dort entstand auch ein Tümpel, der mit Quellwasser gespeist wird. Im Bereich der Kleintierzuchtanlage haben die Arbeiter den Überlauf am Weiher erneuert und mit Steinen neu gestaltet.

Wie Janita Greschner unserer Zeitung gegenüber mitteilte, ist die Renaturierung des Baches ohne größere Probleme erfolgt. Für die Arbeiten im Bachbett war freilich trockenes Wetter nötig, weil dann der Wasserstand nicht so hoch war. Wenn es dann zu matschig war, wie es die Arbeiter beispielsweise im Bereich des Chinahauses erlebt haben, haben sie dafür an einer anderen Stelle weitergearbeitet.

Die gesamte Renaturierung des Gründelbachs schlägt insgesamt mit rund einer halben Million Euro zu Buche. Wie Janita Greschner mitteilt, werden die Gesamtkosten geringer ausfallen als ursprünglich veranschlagt. So wurde beispielsweise die Entsorgung des ausgehobenen Materials billiger, weil weniger Material abgetragen werden musste. 85 Prozent der Kosten für den Abschnitt Chinahaus – Gründelbachstraße werden gefördert. Die restlichen 15 Prozent der Kosten sowie die Kosten für den Abschnitt zwischen der Straße Am Pflaster und der Landesstraße 1138 trägt die Stadt Freiberg selbst.