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Der Landkreis in Wartestellung

Mit großen Ambitionen waren vier Kommunen aus dem Kreis angetreten. Sie wollten mit ihren Bauprojekten bei der Internationalen Bauausstellung (IBA ’27) präsent sein. In das Rahmenprogramm haben sie es auch geschafft, doch die große Schau machen bisher andere Landkreise in der Region. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Auch das Bietigheimer Bogenviertel ist bei der Internationalen Bauausstellung dabei – bloß nicht ganz vorne. Foto: Alfred Drossel
Auch das Bietigheimer Bogenviertel ist bei der Internationalen Bauausstellung dabei – bloß nicht ganz vorne. Foto: Alfred Drossel

Kreis Ludwigsburg. Natürlich hat Corona den gesamten Fahrplan durcheinandergebracht. Doch inzwischen sind die IBA-Projekte aus dem Landkreis auf dem Boden der Realität angekommen. Die Entscheidungen sind teilweise schon gefallen und der Landkreis ist nicht ganz vorne dabei. Denn ein Teil der Projekte für die große IBA-Ausstellung stehen bereits. Das bedeutet nicht, dass zwischen Stromberg und Strohgäu nicht interessant gebaut wird, doch die Vorhaben haben es lediglich in das sogenannte Netzwerk der IBA im Jahr 2027 geschafft, sie werden bisher noch nicht zur offiziellen Ausstellung gehören. „Das heißt aber noch nicht, dass die Projekte aus dem Kreis am Ende dort nicht ankommen. Das kann sich alles ändern, denn wir haben noch viel Zeit bis zum Jahr 2027“, sagt Tobias Schiller, Sprecher der Internationalen Bauausstellung.

Die Stadt Bietigheim-Bissingen ging mit dem Bogenviertel ins Rennen. Auf dem ehemaligen DLW-Gelände sollen Wohnungen und Gewerbe entstehen. Ein Mix von zwei Nutzungen also, die sich gegenseitig ergänzen können. Geplant ist, Gewerbe entlang der Bundesstraße und der Bahnlinie anzusiedeln. In der Mitte des Gebiets sollen später 1500 Menschen leben. Es wurden auch schon verschiedene Workshops veranstaltet, bei welchen die Bevölkerung ihre Ideen einbringen konnte. Auch Jugendliche wurden zu ihrer Meinung befragt. Das alles ist in die weitere Planungsarbeit eingeflossen.

Doch seitdem stecken die Pläne fest und kommen nicht voran. Daran ist zum einen Corona schuld, zum anderen wird um den Bahnhof in Bietigheim aktuell schon viel gebaut, daher wollte man sich im Bogenviertel genügend Zeit lassen. Die Entwicklung des Bebauungsplans für das Gelände liegt daher immer noch im Bauamt.

Die Stadt Freiberg bewirbt sich mit einem gewagten Bauprojekt. Eine Landschaftsbrücke soll zukünftig auf einer Länge von 400 Metern die Autobahn überspannen. Der Deckel wird material- und kostensparend in hybrider Leichtbauweise geplant, darauf könnten Wohn- und Bürogebäude sowie öffentliche Grünflächen entstehen. Der große Vorteil: Der Deckel würde einen großen Teil des Lärms, der von der A81 stammt, aufnehmen und die Stadt könnte besser zusammenwachsen, denn die Autobahn hat die Teile Heutingsheim und Geisingen stets getrennt.

Doch das alles ist nicht billig. Die Kosten des Projekts werden inklusive Deckel (83,6 Millionen Euro), Tiefgarage (7,1 Millionen Euro) und Bebauung (35,3 Millionen Euro) mit 126 Millionen Euro angegeben. Als Erlös aus dem Verkauf der Wohnfläche wird bisher mit einem Überschuss von zwölf Millionen Euro gerechnet. Doch vorher müssen noch viele Fragen mit dem Bund und dem Land abgeklärt werden.

Ludwigsburg will gleich mit mehreren Projekten in der Weststadt an der IBA teilnehmen. Unklar ist aber noch, ob man es in der Weststadt über das Netzwerk hinaus schafft. Hier sollen Gewerbe und Kunst gemischt werden. Doch mit der Idee konnte das Kuratorium nicht überzeugt werden. Doch die Verhandlungen laufen noch und sollen demnächst abgeschlossen werden.

Das alte Franckareal und das Kepler-Dreieck an den Bahngleisen sollen modern entwickelt werden. Außerdem wird weiter in Richtung Pflugfelden ein „Gewerbecampus der Zukunft“ mit neuen Formen der Zusammenarbeit und neuen Mobilitätsangeboten und einem nachhaltigen Energiekonzept entwickelt werden. Hier soll durch Kunst im öffentlichen Raum Gewerbefläche für das Publikum zugänglich gemacht werden.

Zur Diskussion steht auch der Fuchshof im Richtung Oßweil. Mit dem Vorhaben sollen die Flächenränder neu strukturiert und innerstädtische Flächen einer nachhaltigen Nutzung zugeführt werden.

Auch in Vaihingen wird ein neues Wohngebiet entwickelt. Die Projektfläche Kleinglattbach Süd II liegt inmitten einer ländlichen Struktur mit Bezug zu verschiedenen Naherholungsgebieten. Das Areal bietet Raum für Utopien zum Thema Bauen – Wohnen – Zukunft. Es sollen Lösungsansätze für zukunftsfähiges, nachhaltiges Wohnen und Arbeiten entwickelt werden – als mögliche Antwort auf den Wandel der Gesellschaft, Wirtschaft, Mobilität und des Klimas.

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