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Der OPS-Vertrag ist unterschrieben

Fünf Bürgermeister machen gute Miene zu einem Vertrag, den sie nie unterschrieben wollten. Und in der Mitte sitzt ein Bürgermeister, der jetzt einen Vertrag hat, den er eigentlich nie haben wollte. Der Vertrag über die finanzielle Beteiligung an der neuen Oscar-Paret-Schule ist eine verworrenen Geschichte – und jetzt doch noch gut ausgegangen.

Vertrag unterschrieben, doch das Lächeln täuscht (von links): Boris Seitz (Mundelsheim, Simone Haist (Ingersheim), Dirk Schaible (Freiberg), Thomas Winterhalter (Steinheim), Ralf Trettner (Pleidelsheim) und Klaus Warthon (Benningen). Foto: Holm Wolsc
Vertrag unterschrieben, doch das Lächeln täuscht (von links): Boris Seitz (Mundelsheim, Simone Haist (Ingersheim), Dirk Schaible (Freiberg), Thomas Winterhalter (Steinheim), Ralf Trettner (Pleidelsheim) und Klaus Warthon (Benningen). Foto: Holm Wolschendorf

Freiberg. Die Gemeinden Mundelsheim, Ingersheim, Steinheim, Pleidelsheim und Benningen beteiligen sich mit 7,5 Millionen Euro am Bau der neuen Oscar-Paret-Schule. Dieser Vertrag wurde gestern im Freiberger Rathaus unterschrieben. Am Ende waren alle Beteiligten zufrieden, dass das Werk jetzt unter Dach und Fach ist. Doch der Weg dort hin war steinig.

„Es waren lange Verhandlungen. Vom ersten Gedanken bis zur heutigen Unterschrift dauerte es über fünf Jahre. Wir hätten gerne mehr Geld gehabt, doch die gute Zusammenarbeit ist besser als der schnöde Mammon“, sagt Freibergs Bürgermeister Dirk Schaible.

Rund 81 Millionen Euro soll bisher der Bau der komplett neuen Oscar-Paret-Schule kosten. Die umliegenden Kommunen tragen dazu insgesamt 7,5 Millionen Euro bei. Die Gemeinde Pleidelsheim schickt rund 220 Schüler nach Freiberg und zahlt dafür rund drei Millionen Euro. „Es gab ursprünglich einen Vertrag, dass unserer Kommune die Einrichtung in Freiberg kostenlos benutzen darf. Dieser ist jetzt hinfällig. Ich fürchte um die Selbstständigkeit kleinerer Gemeinden“, so Bürgermeister Ralf Trettner.

Sein Kollege aus Benningen konnte dem nur beipflichten. Die Kommunen schickt rund 32 Kinder und zahlt dafür 333000 Euro. „Wir geben Geld für etwas, was wir nie beeinflussen konnten. Benninger Schüler sind bereits in Marbach abgelehnt worden, das kann uns hier ebenfalls passieren“, sagte Klaus Warthon.

Auch in Steinheim war es eine schwere Entscheidung. „Das Land muss eingreifen und eine Regelung treffen. Wir haben den Abschluss nur geschafft, weil sich die Kollegen so gut verstehen“, so Thomas Winterhalter. Seine Stadt schickt knapp 30 Kinder und zahlt dafür 337000 Euro.

Auch in Mundelsheim wurde gemurrt, doch am Ende bezahlt, denn bei einem Gerichtsverfahren wären die Raten wahrscheinlich noch größer geworden. Die Gemeinde schickt über 30 Schüler jedes Jahr. Der Preis: knapp 500000 Euro. Boris Seitz: „Uns ist die Bildung unserer Kinder wichtig. Aber ich muss sagen, dass ich jetzt zum Schluss den Vertrag nicht gerne unterschrieben habe.“

Spitzenzahler ist die Gemeinde Ingersheim. Sie muss insgesamt 3,32 Millionen Euro bezahlen für über 200 Schüler. Die neue Bürgermeisterin war bei den Verhandlungen selbst nicht dabei. „Das ist schon ein Batzen Geld, daher brauchen wir endlich eine Regelung“, sagte Simone Haist. Der gesamte Betrag wird in drei Tranchen überwiesen.

Freiberg wollte die Kosten für den neuen Schulbau nicht alleine tragen. Also besann man sich auf ein Urteil eines Verwaltungsgerichts. Das hatte entschieden, dass sich die umliegenden Kommunen, die Schüler auf diese Schule schicken, sich an den Kosten beteiligen müssen. So kam es zu den Verhandlungen und der gestrigen Vertragsunterzeichnung.

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