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Der Trend zur Briefwahl hält an

Wahleiter gehen von rund 50 Prozent Briefwählern aus –Bereits eine große Anzahl der Kuverts zurückgeschickt

Immer weniger Menschen gehen in die Wahlkabine. Die Briefwahl bekommt stetigen Zulauf. Foto: Oliver Berg/dpa
Immer weniger Menschen gehen in die Wahlkabine. Die Briefwahl bekommt stetigen Zulauf. Foto: Oliver Berg/dpa

Kreis Ludwigsburg. Bei den Wahlteams herrscht schon Wochen vor der eigentlichen Wahl konstante Anspannung. Der Grund: Immer mehr Bürgerinnen und Bürger wollen Unterlagen für die Briefwahl. Somit ist man am Wahlwochenende frei und muss nicht in das Wahllokal. Bei einer Umfrage der LKZ ergab sich ein Anteil von bis zu 50 Prozent. Und der Trend geht weiter. Im Jahr 1957 waren es noch 4,7 Prozent, 2017 waren es schon 27,2 Prozent und bei der nächsten Bundestagswahl werden es fast doppelt so viele Briefwähler sein – so die Prognosen.

„Wir haben bisher etwa 4500 Briefwahlunterlagen verschickt. Doch das werden noch mehr. Bisher sind rund 1500 Wahlzettel wieder zurückgekehrt. Bisher hatten wir einen Anteil an Briefwählern von rund 30 Prozent, das wird diesmal mehr“, sagt Anette Hochmuth, Sprecherin der Stadt Bietigheim-Bissingen.

Auch in der Großen Kreisstadt Kornwestheim wird mit einem Anstieg gerechnet. Von den rund 22000 Wählern haben bisher über 6500 die Briefwahl beantragt und rund 1300 bisher auch schon zurückgeschickt. Bei der Landtagswahl hatte die Stadt knapp 6000 Briefwähler. „Das wird dieses Mal mehr. Die Menschen kennen inzwischen das Verfahren und fühlen sich sicher. Manche geben ihre Wahlunterlagen auch erst am Sonntagmorgen ab“, so die Wahlleiterin Susanne Bartmann. Corona habe die Entscheidung erleichtert, ebenso wie die jetzige Reisezeit im Sommer. Von falschen Wahlunterlagen sei in Kornwestheim nichts bekannt, dies würde sich auf Ludwigsburg konzentrieren.

Noch größer ist die Nachfrage nach Briefwahlunterlagen in Ludwigsburg selbst. Hier wurden bereits 19200 Unterlagen an die Wähler verschickt. Bei der vergangenen Landtagswahl waren es insgesamt 19000 Briefwähler und bei der Bundestagswahl 13491. „Wir haben ja noch über zwei Wochen. Da tut sich noch viel. Die Tendenz zur Briefwahl wächst stetig“, so Wahlleiter Jürgen Schindler. Er sieht die Briefwahl mit deutlich mehr Arbeit für die jeweilige Verwaltung. Doch bei den Wahlen gebe es Veränderungen und darauf müsse man sich einstellen.

Auch in Freiberg ist die Verwaltung auf ein Mehr an Arbeit eingestellt. Hier gingen 4671 Briefwahlunterlagen raus und davon sind schon rund 1500 wieder zurück. Bei der Landtagswahl waren es gerade mal knapp 5000 Briefwahllisten, die verschickt wurden. In den vergangenen Jahren hat sich der Briefwähleranteil zwischen 20 und 30 Prozent eingependelt, diesmal geht die Verwaltung von rund 50 Prozent aus. Trotzdem sagt Christel Bach vom Wahlamt: „Briefwahl ist eine gute Sache, die Leute vertrauen inzwischen auch diesem Wahlsystem.“

Die Stadt Asperg hat 8971 Wahlberechtigte, davon haben bisher 3472 die Briefwahl beantragt. Bei der Landtagswahl waren es 3671 Briefwähler und noch ist Zeit bis zur Wahl. Auch in Affalterbach sieht man den Trend bestätigt. Hier gibt es 3244 Wahlberechtigte, davon haben bisher 1261 die Briefwahl beantragt.

Im Hardt- und Schönbühlhof, der zu Schwieberdingen und Markgröningen gemeinsam gehört, hat die Bundestagswahl besondere Auswirkungen. Das Wahlbüro in der kleinen Ortschaft wird geschlossen. Es herrscht Angst, dass weniger als 50 Bürger im Wahlbüro am Sonntag, 26. September, auftauchen. Und dann müsste die Wahl annulliert werden. Jetzt gehen die Wähler entweder nach Schwieberdingen oder Markgröningen.

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