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Die Kita-Notbetreuung ist gefragt

Eltern, die am Arbeitsplatz sein müssen, können ihre Kinder abgeben – Teilweise über 50 Prozent der Plätze belegt

Hoffentlich hört uns jemand: Wer an seinen Arbeitsplatz muss und keine Betreuung für seine Kinder hat, kann sie in die Notbetreuung geben. Doch das geht nicht immer reibungsfrei. Archivfoto: Uwe Zucchi/dpa
Hoffentlich hört uns jemand: Wer an seinen Arbeitsplatz muss und keine Betreuung für seine Kinder hat, kann sie in die Notbetreuung geben. Doch das geht nicht immer reibungsfrei. Foto: Uwe Zucchi/dpa

Kreis Ludwigsburg. Kinderbetreuung ist eines der großen Themen während der Corona-Pandemie. Viele Eltern wissen nicht, wie oder wo sie ihre Kinder während ihrer Arbeitszeit unterbringen sollen. Das weiß auch der Gesetzgeber, doch die Lösungen sind unbefriedigend und werden es wohl auch eine Weile sein. Glücklicherweise gibt es eine Notbetreuung in allen Kommunen. Hier können Kinder unter bestimmten Bedingungen abgegeben werden. In manchen Städten im Land werden inzwischen schon wieder 50 Prozent der Regelbetreuung durch die Notbetreuung erbracht.

Voraussetzung ist grundsätzlich, dass die Erziehungsberechtigte entweder durch ihre berufliche Tätigkeit unabkömmlich sind, ein Studium absolvieren oder eine Schule besuchen, bei der die Abschlussprüfung im Jahr 2021 angestrebt wird.

„Es kommt also nicht darauf an, ob die berufliche Tätigkeit außerhalb der Wohnung in Präsenzform oder im Homeoffice ausgeübt wird. Anders als beim ersten Lockdown spielt es keine Rolle, ob die Tätigkeit der kritischen Infrastruktur zugeordnet wird“, sagt Birgit Scheurer, Leiterin des Fachbereichs Kinder, Jugend und Bildung in Kornwestheim. Bei Alleinerziehenden kommt es entsprechend auf deren berufliche Tätigkeit, Studium und Schule an. Auch wenn das Kindeswohl es erfordert oder es andere Gründe, wie zum Beispiel pflegebedürftige Angehörige gibt, können Eltern das Angebot in Anspruch nehmen.

Während des ersten Lockdowns mussten Eltern die Systemrelevanz ihrer Tätigkeit nachweisen, dann konnten die Kinder in der Notbetreuung abgegeben werden. Diese die Regelung wurde inzwischen geändert.

In Kornwestheim sind aktuell rund 25 Prozent der Kinder in einer Notbetreuung. „Es handelt es sich schon um eine starke Inanspruchnahme des Notbetriebs, da auch die Kriterien erweitert wurden“, so Birgit Scheurer weiter.

Ähnlich sieht es auch im Bietigheim-Bissingen aus. Hier sind ebenfalls rund ein Viertel der Kinder in der Kita. Gleichwohl sind die Personalkosten hoch, denn die Kinder werden jetzt in kleinen Gruppen betreut.

In Markgröningen ist der Betreuungsgrad noch höher. Hier sind rund ein Drittel der Kinder in den Notgruppen. „Um das Personal dafür vorzuhalten sind wir sehr flexibel. Die Betreuerinnen wechseln auch mal die Einrichtung, bleiben dann aber in der Kita“, erklärt Frank Blessing von der Verwaltung. Er erwartet, dass sich dieser Prozentsatz in den nächsten Wochen noch erhöht, nachdem die Landesregierung die Kitas geschlossen lässt.

In Freiberg haben alle Einrichtungen für die Notbetreuung geöffnet. Allerdings sind manche Gruppen lediglich mit zwei Kindern besetzt. Aktuell sind 19 Prozent der Kinder in den Kindergärten. Nach dem Entschluss der Landesregierung rechnet auch Carmen Klink mit einer Veränderung nach oben: „Denn bisher nehmen nicht alle Eltern an allen Tagen der Woche eine Betreuung in Anspruch“.

Auch die Stadt Ludwigsburg steht vor Problemen. In dieser Woche sind rund ein Drittel der Kinder in der sogenannten Notbetreuung untergebracht. Konkret handelt es sich um 1152 Kinder. Das ist für eine „Notbetreuung“ zwar ein hoher Anteil, jedoch noch weit vom Regelbetrieb entfernt.

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