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Die Kommunen sollen’s richten

Die fünften und sechsten Klassen kehren am Montag in den Präsenzunterricht zurück. Und die Landesregierung sagt, dass die Kinder zweimal pro Woche getestet werden sollen. Eine weitere Herausforderung für die Schulen, aber auch für die Kommunen als Schulträger.

Coronatests an Schulen: Am Marbacher Friedrich-Schiller-Gymnasium beispielsweise sollen die Schüler der Abschlussklassen selbst zum Teststäbchen greifen. Foto: Matthias Stolt,stock.adobe.com
Coronatests an Schulen: Am Marbacher Friedrich-Schiller-Gymnasium beispielsweise sollen die Schüler der Abschlussklassen selbst zum Teststäbchen greifen. Foto: Matthias Stolt,stock.adobe.com

Kreis Ludwigsburg. Dass den Städten und Gemeinden bis gestern noch keine offizielle Mitteilung des Kultusministeriums vorlag, macht die Sache nicht einfacher, „alle hoffen auf klarere Regelungen nach den Osterferien“, sagt Marbachs Erste Beigeordnete Franziska Wunschik. Marbach als großer Schulstandort hat drei weiterführende Schulen, in Summe kehren am Montag knapp 900 Fünft- und Sechstklässler wieder zurück.

Allein das Friedrich-Schiller-Gymnasium als größtes allgemeinbildendes Gymnasium im Land erwartet 600 Schülerinnen und Schüler. Weil es organisatorisch gar nicht anders zu regeln ist, werden die Klassen in zwei Gruppen geteilt; die Gruppen kommen dann tage- und wechselweise in die Schule. Für sie wird es – zumindest zunächst – keine von der Schule oder der Stadt organisierten Tests geben, „die Eltern sollen dafür Sorge tragen, dass die Kinder getestet werden“, so Wunschik. Möglich sei das beispielsweise im Testzentrum in der Stadthalle. „Dort haben wir deutlich mehr Kapazitäten als die rund 90 Tests, die derzeit täglich vorgenommen werden“, so die Erste Beigeordnete. Aber auch Arztpraxen oder Apotheken seien Anlaufstellen. Diese Empfehlung gelte auch für die Anne-Frank-Realschule und die Tobias-Mayer-Gemeinschaftsschule.

Die rund 250 Schüler der Abschlussklassen am FSG sollen laut Wunschik Selbsttests machen. Vorgesehen seien die relativ einfach zu handhabenden Tests, bei denen das Stäbchen nur wenige Zentimeter in die Nase geschoben werden muss.

An den Besigheimer Schulen sind keine systematischen Tests möglich. Der Grund: Im Testzentrum in der Bahnhof-Apotheke sind die Kapazitäten begrenzt. „Die dort vorhandenen Tests würden nicht für alle Schüler reichen“, sagt der Rektor des Christoph-Schrempf-Gymnasiums, Frank Hielscher. Der Unterricht für die Fünft- und Sechstklässler am Gymnasium beginne unter strengster Einhaltung der Hygienebestimmungen. Da es ausreichend große Räume gebe, müssten die Klassen nicht geteilt werden. „Wir können die Abstände einhalten“, betont Hielscher. Was die Coronatests anbelangt, warte man nun auf weitere Anweisungen vom Kultusministerium. „Hier hätten wir uns mehr Klarheit gewünscht“, macht Hielscher deutlich.

In Bietigheim-Bissingen setzt man auf Eigeninitiative der Schulen. Bereits seit Ende Februar können sich die Lehrer per Schnelltest in zwei Testzentren untersuchen lassen. Ab Montag sollen nun auch Schüler dran sein. Die Tests werden vor allem in den Schulen selbst über die Bühne gehen. Dazu bildet man aktuell noch Eltern und andere Erwachsene aus. „Das alles ist gut möglich, weil die einzelnen Tests ja kein Hexenwerk sind. Das DRK schafft das alleine nicht, daher benötigen wir Freiwillige“, so Anette Hochmuth, Sprecherin der Stadt. Insgesamt besuchen 4500 Schüler eine Schule in Bietigheim-Bissingen.

Da ist die Welt in Möglingen schon ein wenig überschaubarer. „Wir sind froh, dass wir dörflicher geprägt sind. Da lässt sich einiges flexibler umsetzen“, sagt Christine Riegler. Sie ist in der Verwaltung für die Schulen zuständig. Möglingen hat als weiterführende Einrichtung lediglich die Hanfbachschule. Die Gemeinschaftsschule hat rund 600 Schüler von den Klassen 1 bis 10. Im Bürgerhaus gleich nebenan ist seit heute ein allgemeines Testzentrum eingerichtet. Es wird betrieben von der Rathaus-Apotheke und dem DRK. Hier können sich alle Bürger testen lassen und ab Montag auch die Schüler – vor dem Unterricht. „So hält sich der Aufwand in Grenzen und wir können auf eine bestehende Struktur zurückgreifen“, so Riegler. Sollte am Montag der große Ansturm kommen, könnte man auch eine zweite Teststraße aufbauen.

In enger Abstimmung mit den geschäftsführenden Schulleitern Bernhard Bleil und Mathias Hilbert bietet die Stadt Ludwigsburg – unter der Voraussetzung, dass die Finanzierung durch das Land gesichert ist – mit mobilen Testteams im März pro Woche einen Schnelltest in den Schulen während der Unterrichtszeit an. Ab April ist dies zweimal pro Woche möglich. Insgesamt handelt es sich um mehr als 5000 Schüler: „Eine logistische Herausforderung“, so die Stadtverwaltung Die mobilen Testteams seien ein sehr niederschwelliges Angebot, „das auch alle Schülerinnen und Schüler erreicht“, meint Erster Bürgermeister Konrad Seigfried. Eine Testung an den Schulen in Eigenverantwortung sei zumindest kurzfristig nicht geplant.

Die Stadtverwaltung Remseck stecke aktuell mitten in den Vorbereitungen, um zu den zwei bereits in der Stadt vorhandenen Testmöglichkeiten zusätzlich ergänzend ein zentrales Testzentrum aufzubauen, teilte Philipp Weber, Sprecher der Stadtverwaltung, mit. Details konnte Weber dazu noch nicht nennen. Insgesamt besuchen 202 Fünft- und 200 Sechstklässler die drei weiterführenden Schulen in der Stadt. Auch die Lehrkräfte sind in Remseck Teil der Teststrategie. Die Stadt biete insbesondere den Lehrkräften die Möglichkeit, sich schulen zu lassen, um Schnelltests zu machen. „Einige Lehrerinnen und Lehrer haben hiervon auch schon Gebrauch gemacht“, so Weber.

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