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Die letzten Hürden sind genommen

Mit einer Fülle von Einzelentscheidungen hat der Marbacher Gemeinderat die Sanierung der Fußgängerzone am Donnerstagabend vollends auf den Weg gebracht. Der Baubeschluss soll in vier Wochen fallen.

Vor dem Eiscafé (Gebäude mit den grünen Fensterläden rechts) verläuft die Ausfahrt aus der Tiefgarage des Drogeriemarkts. Hier sollen künftig Pflanzen und Sitzmöbel eine optische Barriere schaffen, die Fläche bis zur Kronenkreuzung als verkehrsberuhi
Vor dem Eiscafé (Gebäude mit den grünen Fensterläden rechts) verläuft die Ausfahrt aus der Tiefgarage des Drogeriemarkts. Hier sollen künftig Pflanzen und Sitzmöbel eine optische Barriere schaffen, die Fläche bis zur Kronenkreuzung als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen werden. Foto: Holm Wolschendorf

Marbach. Nach zahlreichen Vorstellungsrunden der Pläne des Büros IWST, nach Bürgerbeteiligung und zuletzt einer Diskussion mit dem inzwischen personell neu aufgestellten Stadtmarketingverein Marbach hatten die Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung einen wahren Abstimmungsmarathon zu absolvieren. Denn die Sitzungsvorlage listete 33 Einzelpositionen auf, die nur teilweise zusammengefasst entschieden werden konnten.

Doch mit einer Ausnahme stellten sich die Kommunalpolitiker einstimmig hinter das, was – angefangen mit dem Prozess „Perspektiven Innenstadt – in den zurückliegenden gut zwei Jahren entwickelt worden ist. Differenzen gab es lediglich beim Punkt Spielgeräte; als belebende Elemente in der Marktstraße sind ein Fern- und ein Sprachrohr sowie ein Wasserstrudel vorgesehen. Dagegen stimmten sechs Stadträte, einer enthielt sich. Außerdem zeichnet sich eine Mehrheit dafür ab, dass bei der Verlegung des Marktbrunnens nach Westen vor das künftige Neue Rathaus die Brunnenfigur „Mann mit Fisch“ nicht mit umziehen wird. Die Stadträte einigten sich auf Anregung von Susanne Wichmann (Grüne) darauf, die Verwaltung mit der Prüfung einer alternativen Gestaltung des Brunnens zu beauftragen. Ergänzend hinzu kam der Auftrag für Planer Christof Weigel, die Treppe beim Café Holzwarth neu zu planen; über diesen bislang wenig einladenden Weg kämen viele Touristen, die am König-Wilhelm-Platz aus dem Bus steigen, so die Begründung von Heike Breitenbücher (CDU).

Die wesentlichen Bausteine der Umgestaltung, die im September 2021 beginnen soll:

Das holprige Kopfsteinpflaster in der Marktstraße wird durch Granitplatten in verschiedenen Größen in den Farbtönen Grau und Rot ersetzt.

Zwischen Torturm und Rathaus werden neun Bäume (Felsenbirnen) gepflanzt; mobile Blumenkübel unterschiedlicher Größen sollen zusätzliches Grün in die Fußgängerzone bringen.

Mehr Sitzbänke, Radständer sowie Mülleimer aus einheitlichen „Gestaltungsfamilien“ bilden das „Stadtmobiliar“.

Die bisherigen Kugelleuchten werden durch schmale Stelen ersetzt. Mithilfe zweier Spots könne die Fachwerkarchitektur punktuell sichtbar gemacht und akzentuiert werden, so Christof Weigel. Allerdings werden die Watt- und Lumenwerte der Beleuchtung um die Hälfte reduziert, das wirke dunkler.

Der Marktbrunnen wird vor das Neue Rathaus verlegt; auf der Fläche zwischen Bäckerei Mildenberger und Foto Beran wird ein Fontänenfeld in Form eines Quadranten als Reverenz an Tobias Mayer installiert.

Das Lugplätzle oberhalb des Torturms, das bislang schon das offene Bücherregal beherbergt, wird zu einer Wein-Lese-Laube umgestaltet; weitere Standorte für solche Lauben werden gesucht.

Der Übergang der Kronenkreuzung in die Fußgängerzone wird mit einem „Markzeichen“ künstlerisch gestaltet. Dafür soll ein Wettbewerb ausgelobt werden. Die Teilnehmer sollen dabei das sogenannte „Schiller-S“ aufnehmen, das sich als Gestaltungselement schon an der Stadthalle und auf der Schillerhöhe befindet und künftig auch das Leitsystem durch die Innenstadt prägen und Identität stiften soll.

Der Wochenmarkt muss während der Bauzeit verlegt werden, unklar ist aber bislang, wohin. Die Stadträte dringen auf einen möglichst zentrumsnahen Standort, damit die Innenstadtgeschäfte weiter vom Markt als Frequenzbringer profitieren.

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