Logo

„Die Maskenpflicht ist nichts Neues“

Der baden-württembergische Weg nach den Ferien: Im Schulhaus wird Maske getragen. In Ludwigsburg gehört das Tragen von Mund-Nasen-Schutz ab Klasse 5 im Gebäude aber ohnehin dazu, im Klassenzimmer wird er weiter abgenommen. Das muss auch so bleiben, sagen Schulleiter. Sechs Stunden Unterricht mit Maske seien unzumutbar.

Mit der Maske in die Schule, im Klassenzimmer wird sie ausgezogen: Nur in Nordrhein-Westfalen müsste diese Fünftklässlerin den Mund-Nasen-Schutz auch im Unterricht tragen – dies ist das einzige Bundesland, das sich bisher für diese Regelung entschied
Mit der Maske in die Schule, im Klassenzimmer wird sie ausgezogen: Nur in Nordrhein-Westfalen müsste diese Fünftklässlerin den Mund-Nasen-Schutz auch im Unterricht tragen – dies ist das einzige Bundesland, das sich bisher für diese Regelung entschieden hat. Foto: Natalia/Stock Adobe

Ludwigsburg. In Zeiten von Corona kommen die Verordnungen im schnellen Takt und sind mit Vorsicht zu genießen, aber Stand heute gilt für Baden-Württemberg: Zum Start ins neue Schuljahr am 14. September wird an allen weiterführenden Schulen das Tragen einer Maske im Gebäude und auf dem Schulgelände zur Pflicht erklärt. Nicht aber im Klassenzimmer, hier bleibt es trotz kompletter Klassen und damit weniger Abstand dabei: Der Mund-Nasen-Schutz darf abgenommen werden.

Damit hat sich an der Praxis an den Ludwigsburger Schulen nichts geändert, außer dass nun die Abstandsregeln in der Klasse fallen – statt in geteilten Gruppen werden wieder alle Klassenkameraden gemeinsam unterrichtet. Das bestätigt auch der Direktor des Staatlichen Schulamts, Hubert Haaga: „Die Maskenpflicht im Schulgebäude und -gelände ist jetzt nur deutlich in der Verordnung aufgenommen worden.“ Der geschäftsführende Schulleiter aller Ludwigsburger Gymnasien und Direktor des Otto-Hahn-Gymnasiums, Mathias Hilbert, hat sich die Mühe gemacht, die anderen weiterführenden Schulen abzufragen. „Wir haben alle auf den Fluren und im Schulhaus Maskenpflicht, das ist für uns nichts Neues.“ Probleme habe es weder in seiner Schule noch in anderen gegeben, die Schüler gingen gut mit dem Thema um.

Während die Grundschulen schon am 20. Juni zum Regelbetrieb zurückgekehrt sind – inklusive dem Unterricht im Klassenverband und ohne Maskenpflicht – betreten die weiterführenden Schulen mit den vollen Klassenverbänden Neuland. Wie Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sagte, treten an die Stelle des Abstandsgebots konstante Gruppen, die möglichst voneinander getrennt werden. Um das Infektionsrisiko zu minimieren, bereitet das Land laut Haaga derzeit Formulare vor, in denen alle Eltern respektive Schüler unterschreiben müssen, dass sie bei Symptomen oder Rückkehr aus Risikogebieten nicht kommen und nötigenfalls in Quarantäne gehen. „Wir müssen allen Beteiligten bewusst machen, dass sie kein Infektionsrisiko in die Schulen tragen.“

Denn nach den ersten Schulschließungen etwa in Mecklenburg-Vorpommern werden Stimmen laut, Masken auch in Klassenzimmern anzuordnen. Hier wird Mathias Hilbert deutlich: „Von der Maskenpflicht im Unterricht halte ich nichts.“ Die Masken durchseuchten, das Tragen für bis zehn Stunden sei unzumutbar. „Da fallen uns die Kinder reihenweise um.“ Die Zukunft ist unklar: Eisenmann schließt nicht aus, dass die Pflicht zum Mund-Nase-Schutz an Schulen auch im Unterricht eingeführt werden muss, wenn die Infektionszahlen weiter steigen. Bis Ferienanfang waren in Baden-Württemberg laut Ministerium immerhin schon 86 Schulen ganz oder teilweise geschlossen worden.

So ist auch Schulamtsdirektor Haaga vorsichtig mit Prognosen: „Wir müssen die Entwicklungen abwarten.“ Normal ist auf jeden Fall wenig, wie auch Eisenmann zugibt: „Das neue Schuljahr wird keineswegs ein ganz normales Schuljahr, so wie wir das noch vor der Corona-Krise kannten.“

Autor: