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Basketball

Die Riesen verlieren den Anschluss

Erneut zeigen die MHP-Riesen Ludwigsburg zwei Gesichter. In der Basketball-Bundesliga unterliegen die Barockstädter gegen Ratiopharm Ulm mit 92:98 und verlieren den Anschluss an die Play-off-Ränge.

Ludwigsburgs Konstantin Klein (links) Kelan Martin können Patrick Miller nicht stoppen.Foto: bm
Ludwigsburgs Konstantin Klein (links) Kelan Martin können Patrick Miller nicht stoppen. Foto: bm

Ludwigsburg. Am Ende waren es Kleinigkeiten, die verhinderten, dass die Riesen noch einmal herankamen. Beim Stand von 92:95 etwa vertändelte Jordon Crawford leichtfertig den Ball. Sekunden später versagten Konstantin Klein beim gleichen Spielstand die Nerven an der Freiwurflinie. Und in den Schlusssekunden besiegelte ein Monsterblock von Ulms Patrick Miller gegen Ludwigsburgs Kelan Martin die 14. Niederlage der Barockstädter in dieser BBL-Saison.

Doch über die Kleinigkeiten sprach Riesen-Trainer John Patrick nach dem Spiel gar nicht. Viel eher störte ihn das – zum wiederholten Mal – desaströse dritte Viertel. „Man hat unsere zwei Gesichter gesehen“, monierte der 51-Jährige nach der Partie. „In der zweiten Halbzeit waren wir sehr unkonzentriert. Den Preis dafür haben wir bezahlt“, sagte Patrick. Ein sehr teurer Preis. Denn nun sind es zwei Siege, die die Riesen bei acht verbleibenden Spielen von Play-off-Platz acht trennen.

Dabei begannen die Ludwigsburger vor 3904 Zuschauern stark. Nach einer nervösen Anfangsphase von beiden Teams setzten sich die Schwarz-Gelben ab. Crawford, Marcos Knight und Karim Jallow sorgten mit drei Dreiern und einem 9:0-Lauf für die 25:14-Führung. Owen Klassen brachte per Dreipunktewurf mit der Schlusssirene zum Ende des Viertels die MHP-Arena zum Beben (28:20).

Auch im zweiten Durchgang zeigten sich die Riesen treffsicher aus der Distanz. Kelan Martin schraubte die Führung direkt auf elf Punkte (31:20). Bis zur Halbzeit konnten die Ludwigsburger diese sogar auf 53:38 erhöhen – dann kam der Einbruch.

Waren es bis dahin lediglich zwei Ballverluste, die sich die Gastgeber in der kompletten ersten Hälfte erlaubten, warf man im dritten Durchgang neun Mal den Ball weg. In der Offensive wollte plötzlich gar nichts mehr funktionieren. Nur zwei Mal waren die Ludwigsburger im dritten Viertel aus dem Feld erfolgreich. So wurde aus dem komfortablen 53:38 zur Halbzeit schnell ein 56:55 für die Ulmer. Ryan Thompson, mit 21 Punkten bester Werfer des Spiels, und Patrick Miller (19 Punkte) brachten das Team von Thorsten Leibenath zurück in die Partie. „Wir haben aufgehört, Teambasketball zu spielen“, sagte dessen Gegenüber Patrick später. Das zeigte sich auch in der Statistik: Drei Assists gelangen den Ludwigsburgern in der zweiten Halbzeit – zwölf in der ersten.

Hinzu kamen Undiszipliniertheiten in der Verteidigung. 45 Mal schickten die Ludwigsburger einen Ulmer an die Freiwurflinie. Mit Aaron Best, Klassen, Klein und Knight mussten vier Spieler vorzeitig wegen ihres jeweils fünften Fouls das Feld verlassen. Währenddessen setzten sich die Ulmer um den starken Ex-Riesen Dwayne Evans (13 Punkte) auf 91:82 ab.

Und doch wurde es am Ende noch einmal spannend, nachdem Klassen, Crawford und Lamont Jones die Riesen bis eine Minute vor dem Ende auf drei Punkte heranbrachten – doch dann versagten den Gastgebern die Nerven und Miller räumte Martin unter dem Korb ab.

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