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Die Schäferläufer sind schon im Ziel

Haben es geschafft: Bürgermeister Rudolf Kürner (links) und Betriebshofleiter Ottmar Deffner montieren das erste „Schäferlaufstadt“-Schild.
Haben es geschafft: Bürgermeister Rudolf Kürner (links) und Betriebshofleiter Ottmar Deffner montieren das erste „Schäferlaufstadt“-Schild.
Seit Donnerstag schmückt ein erstes Schild mit dem Zusatznamen „Schäferlaufstadt“ einen der Markgröninger Ortseingänge. Noch länger auf die Erlaubnis warten musste man in der bald offiziell so bezeichneten Schillerstadt Marbach.

Markgröningen. Schon oft hat Markgröningens Bürgermeister Rudolf Kürner junge Menschen über die Ziellinie sprinten sehen. Nun hat auch er es in einem weiteren Rennen geschafft – und quasi außer Konkurrenz gewonnen, gegen die Schillerstadt Marbach, aber sicher auch gegen viele andere Orte. Denn formal darf die Schäferlaufstadt wie auch 22 weitere Kommunen im ganzen Land den gewählten Namenszusatz erst ab dem 1. Januar auf den Ortseingangsschildern führen, wie es das das Innenministerium Baden-Württemberg zu Monatsbeginn vermeldet hatte. „Aber jetzt geht’s los, wir können’s kaum erwarten“, sagte Kürner schon am Donnerstagvormittag – und schritt gleich zur Tat.

Gemeinsam mit Ottmar Deffner, seinem Betriebshofleiter, schraubte er in der Asperger Straße auf Höhe des Seniorenheims erst das alte, schon verschmierte Ortseingangsschild der „Stadt Markgröningen“ ab. Und dann das neue der „Schäferlaufstadt“ in den Rahmen.

Wobei: ganz so neu ist das Schild nicht. Denn nachdem sich im Spätsommer abgezeichnet hatte, dass das Land dem Ansinnen stattgeben wird und diese „identitätsstiftende“ Maßnahme erlauben wird, hatte Kürner schon mal ein Exemplar in Auftrag gegeben. Und hielt es stolz mit Wirtschaftsförderer Andreas Huth in den Händen, beide posierten dort, wo es nun tatsächlich im Rahmen hängt.

Auch bei der Bestellung der übrigen Schilder – eines kostet 300 Euro – legte Kürner einen Sprint hin, weshalb die Verwaltung nun alle eigenen bereits erhalten hat. Spätestens nächsten Dienstag sollen sie montiert sein. In Marbach hingegen wird ein „Schillerstadt“-Schild erst am Tag darauf bei einem Pressetermin montiert, und zwar an der Ludwigsburger Straße – exakt dort, wo in einer „Guerillaaktion“ anlässlich des Schillerjahrs 2009 schon mal ein Zusatzschild angebracht wurde, was dann auf Ministeriumsanordnung wieder entfernt werden musste. Nun gibt es zumindest ein erstes legales Teil, die weiteren Exemplare sind aber noch nicht geliefert, so der Marbacher Hauptamtsleiter Jürgen Sack. Und das wird dann wohl auch nicht vor dem 10. Januar der Fall sein, so lange habe der Hersteller Betriebsferien, weiß Kürner. Noch länger werde es bei jenen Schildern brauchen, die an den Ortseingängen mit übergeordneten Straßen angebracht werden. Denn die liegen in der Verantwortung des Ludwigsburger Landratsamts, das zunächst eine Ausschreibung habe durchführen müssen. Bis also alle geschätzt 23 Exemplare hängen, wird es wohl Ende Januar werden.

Bis dahin könnten in der Schäferlaufstadt, die Ende 2018 auch durch sein Betreiben hin durch die Unesco schon zu höheren Weihen kam, die ersten Schilder bereits gestohlen worden sein. „Können wir die Schrauben nicht verschweißen?“, so Kürner am Donnerstag zu seinem Fachmann. Denn dass es eine Nachfrage gibt, weiß er. Ein Bürger habe bereits um das alte Schild am Hardt- und Schönbühlhof gebeten, weil dort seine Mutter aufgewachsen sei.

Doch einfach so geschenkt wird es das Blech nicht geben: Denn es gibt einen Ratsbeschluss, dass der Schilderaustausch kostenneutral erfolgen soll. Zudem möchte der scheidende Bürgermeister Kürner auch etwas für den guten Zweck tun – und deshalb die „Stadt Markgröningen“-Schilder versteigern lassen, Details stehen jedoch noch nicht fest. Klar ist aber: Wer eines haben will, muss wie die Stadtoberen ganz schnell sein.