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Die Schorks verabschieden sich von ihrem Schiller

Das renommierte Restaurant „Friedrich von Schiller“ am Bietigheimer Marktplatz hat einen neuen Besitzer. Nach 33 Jahren nehmen die Wirtsleute Regine und Burkhard Schork Abschied. Die Nachfolge wird ein Ludwigsburger Gastronom antreten, der das Restaurant und die Nebengebäude erworben hat.

Regine und Burkhard Schork nehmen nach 33 Jahren Abschied von ihrem Lokal. Fotos: Alfred Drossel
Regine und Burkhard Schork nehmen nach 33 Jahren Abschied von ihrem Lokal. Foto: Alfred Drossel
Das „Schiller“ ist eines der markantesten Gebäude am Bietigheimer Marktplatz.
Das „Schiller“ ist eines der markantesten Gebäude am Bietigheimer Marktplatz.

Bietigheim-Bissingen. Die Gastronomie in der Stadt ist in Bewegung. Erst haben das Traditionsgasthaus „Bären“ und die Weinstube „Burghof“ geschlossen und am Marktplatz bekam „Paul und Toni“ keine Pachtverlängerung. Und jetzt überraschen die Schorks damit, ihr Restaurant „Friedrich von Schiller“ verkauft zu haben. Der neue Eigentümer, ein Gastronom aus Ludwigsburg, der noch nicht genannt werden möchte, will das Restaurant nach einem Umbau weiterführen.

So ganz in den Ruhestand will Burkhard Schork jedoch noch nicht: Mit seiner Firma „Bietigheimer Wildnis“ will er weiterhin selbst gemachte Spezialitäten vertreiben. Das Hotel wird vom neuen Besitzer weitergeführt. Verkauft wurden jedoch die Gebäude Hauptstraße 3, 4 und 5.

Was hat Regine und Burkhard Schork umgetrieben, so überraschend zu verkaufen ? In der vierten Generation haben sie das Haus betrieben. Sie haben die Tradition der Eltern von Regine Schork, Marianne und Rudolf Reinhard fortgeführt und weiterentwickelt. In Bietigheim haben sie kulinarische Geschichte geschrieben. Es sei nur an Schorks „Bietigheimer Laubfrosch“ erinnert, der sogar mehrfach im Fernsehen vorgestellt wurde. Der aus dem Spessart stammende Metzger und Koch, Burkhard Schork, hat seine kulinarischen Kreationen mehrfach in Fachblättern vorgestellt, vor allem aber auf den Teller „im Schiller“, gezaubert. Immerhin, so vermerkt er nicht ohne Stolz, zähle der „Schiller“ zu den 333 besten Restaurants in Deutschland.

Die Familie war sich einig, dass wenn keines der vier Kinder den Betreib übernimmt, dass er dann verkauft und nicht verpachtet wird. Corona sei nicht ausschlaggebend für den jetzigen Entschluss gewesen, sagen Regine (59) und Burkhard Schork (63), aber Corona habe ihn beschleunigt.

Tradition und Qualität, Regionalität und eine gepflegte Gastlichkeit haben sie groß geschrieben und sich in der Stadt bei Veranstaltungen und auch beim Pferdemarkt mit ihren Ideen und Kreationen eingebracht. Der „Schiller“ war eine gute Adresse in der Stadt. Viele prominente Namen wie Lothar Späth, Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, Musiker und Schauspieler haben sich ins Gästebuch eingetragen. Am Marktplatz geht eine Ära zu Ende.

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