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Die Solidarität unter den Wengertern ist groß

Drei Weinhoheiten haben heute der Württemberger Weingärtner-Zentralgenossenschaft (WZG) in Möglingen ihre Aufwartung gemacht. Auch die Flutkatastrophe im Ahrtal war dabei Thema.

Hoheiten bei der WZG in Möglingen (von links): Tamara Elbl, Württembergische Weinkönigin, die Deutsche Weinkönigin Eva Lanzerath und die Deutsche Weinprinzessin Eva Müller. Foto: Andreas Becker
Hoheiten bei der WZG in Möglingen (von links): Tamara Elbl, Württembergische Weinkönigin, die Deutsche Weinkönigin Eva Lanzerath und die Deutsche Weinprinzessin Eva Müller. Foto: Andreas Becker

Möglingen. Mit Eva Lanzerath war die amtierende Deutsche Weinkönigin unter den Besucherinnen. Sie stammt aus dem Ahrtal, auch der elterliche Betrieb wurde von den Überschwemmungen Mitte Juli getroffen. So fällt es der 23-Jährigen nicht ganz leicht, in diesen Tagen ihr Amt auszuüben und – wie jetzt – dem Weinbaugebiet Württemberg einen Besuch abzustatten. „Es ist keine einfache Situation, aber diese Besuche bieten auch die Chance, die Situation im Ahrtal allgemein und die der Winzer im Gespräch zu halten“, so Eva Lanzerath. Denn sechs Wochen nach den verheerenden Überschwemmungen flaut ihrer Beobachtung nach das mediale Interesse an den Folgen der Flut langsam ab.

Aber: „Es sieht immer noch verheerend aus, wir werden Jahre für den Wiederaufbau benötigen“, prognostiziert die Weinkönigin. Die aber gleichzeitig sichtlich berührt ist von der Solidarität, die alle Betroffenen, aber auch die Winzer erfahren. Freiwillige würden helfen, die Flaschen zu spülen und vom Schlamm zu befreien, beim Wiederaufbau der Weinberge anpacken. „Deshalb gilt all diesen Helfern unser Dank!“ Im Rotweingebiet Ahrtal sind fast alle Winzer von der Flutkatastrophe betroffen, allein in Rheinland-Pfalz werden die Schäden auf 220 Millionen Euro geschätzt.

Auch Bernhard Idler, der im Vorstand der WZG Weinbau und Önologie verantwortet und die Weinhoheiten empfing, kennt viele Winzer aus der Gegend, „die ins Katastrophengebiet gefahren sind und ihre Unterstützung angeboten haben“. Aber auch ihm ist klar, „dass die Not nicht einfach verschwinden wird“. Deshalb freut sich Idler auch über Aktionen wie die am Freitag in Heilbronn angelaufene, die den Betrieben im Ahrtal mit einer Weinauktion helfen soll. Viele Wengerter haben wahre Schätze aus ihren Kellern geholt, die bis zum 18. September in einer Fern-Auktion versteigert werden. Unter den Raritäten befindet sich beispielsweise ein Heilbronner Trollinger aus dem Jahr 1959.

Bei ihrer Besichtigung der WZG würden die drei Hoheiten – neben Eva Lanzerath waren die Württemberger Weinkönigin Tamara Elbl und die Deutsche Weinprinzessin Eva Müller zu Gast – eine andere Seite der Weinwirtschaft kennenlernen, „das ist etwas ganz anderes als ein privates Weingut“, so Idler. Die Genossenschaft habe den Auftrag, Württemberger Wein im Lebensmittelhandel zu vermarkten. „Wir haben damit eine spezielle Aufgabe. Die WZG ist ein Konstrukt, das es so in Deutschland kein zweites Mal gibt.“ Die Zentralgenossenschaft hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von gut 80 Millionen Euro gemacht.

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