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Die Strohgäubahn muss grüner werden

Noch fahren die Züge mit Dieselmotoren, doch der Zweckverband beteiligt sich an einem Gutachten der Landesregierung über alternative Antriebe.

Eine Strohgäubahn verlässt ihr Depot in Korntal: Künftig könnten die Fahrzeuge elektrifiziert werden und damit klimafreundlicher unterwegs sein. Archivfoto: Karin Rebstock
Eine Strohgäubahn verlässt ihr Depot in Korntal: Künftig könnten die Fahrzeuge elektrifiziert werden und damit klimafreundlicher unterwegs sein. Foto: Karin Rebstock

Strohgäu. So viel scheint klar zu sein. Der Regio-Shuttle RS1, der Korntal-Münchingen, Schwieberdingen, Hemmingen und den Ditzinger Ortsteil Heimerdingen auf der Strohgäubahn verbindet, wird zum Auslaufmodell. Der Grund: Mit den Dieselfahrzeugen ist lokal kein emissionsfreier und klimafreundlicherer Betrieb umzusetzen. „Wir befassen uns mit der Frage, welche zukunftsorientierten Antriebsformen künftig zum Einsatz kommen können“, sagt ein Sprecher des Landrats Dietmar Allgaier unserer Zeitung. Allgaier ist auch Vorsitzender des Strohgäu-Zweckverbandes, dem darüber hinaus die Anrainer angehören.

Eine Antwort soll eine Studie zur Elektrifizierung von Bahnstrecken und zu alternativen Antrieben von Fahrzeugen geben, die das Land und regionale Partner jetzt auf den Weg gebracht hat. Unter den Partner des Verkehrsministeriums befindet sich auch: Der Zweckverband Strohgäubahn, der für das Gutachten rund 5000 Euro investiert. Die Auftraggeber erhoffen sich klare Hinweise darauf, welche Technologien sich auf insgesamt 16 Strecken in Baden-Württemberg, die noch nicht elektrifiziert sind, am schnellsten und wirtschaftlichsten umsetzen lassen.

Infrage kommen neben Oberleitungen auch Antriebsformen wie Wasserstoffhybridzüge, Oberleitungs-Batterie-Hybridzüge oder Dieselhybridzüge. „Der Schienenverkehr ist Wegbereiter für eine klimafreundliche und nachhaltige Mobilität“, so Berthold Frieß, Ministerialdirektor im Verkehrsministerium. „Aus diesem Grund hat sich die Landesregierung das Ziel gesetzt, keine neuen Fahrzeuge mit Dieselantrieb mehr zu beschaffen.“

Mit welchen Fahrzeugen und welcher Infrastruktur die Strohgäubahn in der Zukunft betrieben werden soll, müssen nun die Gutachter ermitteln, die aus Karlsruhe und Wien kommen werden. „Je nach Antriebsart sind an den Strecken zusätzliche Bauten wie Wasserstofftankstellen oder Oberleitungsinseln erforderlich“, sagt der Sprecher des Landrats Allgaier. Allerdings lasse sich heute noch nicht sagen, welche Technologie auf der Strohgäubahn die beste sei.

Auf der Zollern-Alb-Bahn etwa rollt seit Kurzem ein Brennstoffzellenzug im Probebetrieb. In der Ortenau sollen ab Dezember 2023 batterieelektrische Fahrzeuge in den Alltagsbetrieb gehen. „Hier können wir wertvolle Erfahrungen mit alternativen Antrieben sammeln“, so der Ministerialdirektor Frieß.

Entscheidend für die spätere Umsetzung der Strategie auf der Strohgäubahn und den 15 weiteren Strecken wird natürlich auch die Finanzierung sein, schließlich fallen durch eine Elektrifizierung von Strecken und die Anschaffung von Fahrzeugen beachtliche Kosten an. Der Spitzenbeamte Frieß: „Diese finanziellen Lasten können nicht alleine vom Land getragen werden. Zum Erreichen der Klimaschutzziele ist auch der Bund in der Verantwortung.“ Sein Haus fordert deshalb, den Ausbau der Infrastruktur zu fördern und Regionalisierungsmittel zu erhöhen, um moderne Fahrzeuge auf die Schiene zu bringen. Darunter subsumiert das Verkehrsministerium nicht mehr den Regio-Shuttle RS1, der auf der Strohgäubahn unterwegs ist.

Info: An diesem Donnerstag kommen Landrat Dietmar Allgaier und VVS-Geschäftsführer Thomas Hachenberger zu einem ÖPNV-Sommergespräch in Ludwigsburg zusammen.

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