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Dürr baut in Deutschland 450 Arbeitsplätze ab

Auch der Standort Bietigheim wird betroffen sein, laut Pressesprecher aber ohne betriebsbedingte Kündigungen.

Dürr-Chef Ralf Dieter. Foto: Dürr
Dürr-Chef Ralf Dieter. Foto: Dürr

Bietigheim-Bissingen. Die coronabedingte Abschwächung in der Autoindustrie macht auch dem Maschinen- und Anlagenbauer Dürr zu schaffen. Das Unternehmen will mit einem strikten Sparkurs dagegenhalten – und wird dabei auch 600 Stellen streichen –, 450 in Deutschland und 150 im europäischen Ausland. Wie das Unternehmen am Donnerstag gegenüber unserer Zeitung bestätigte, wird auch der Standort Bietigheim betroffen sein. Wie stark, stehe bislang noch nicht fest, allerdings werde es „keine betriebsbedingten Kündigungen geben“, sagte am Donnerstag Pressesprecher Mathias Christen auf Anfrage. Ein Personalabbau soll über Altersteilzeit, Eigenkündigungen oder einvernehmliche Lösungen über Abfinden oder altersbedingtes Ausscheiden erfolgen.

„Das Geschäft mit der Automobilindustrie in Europa wurde durch Corona am stärksten beeinträchtigt und wird sich auch in den kommenden Jahren verhalten entwickeln“, sagte Vorstandschef Ralf Dieter zu dem Schritt für ein neues Sparprogramm. „Die Kapazitätsanpassungen sind unausweichlich, um in Europa aus der Verlustzone herauszukommen.“ Wie berichtet, will der M-Dax-Konzern damit dem schwächelnden Geschäft mit der europäischen Autoindustrie entgegenwirken. Ab 2021 sollen allein in diesem Bereich rund 30 Millionen Euro eingespart werden. Dürr stellt unter anderem Lackieranlagen für die Autoindustrie her.

Von den 600 Stellen, die abgebaut werden sollen, entfallen 450 auf die sieben Standorte in Deutschland. Neben dem Hauptsitz Bietigheim, wo derzeit 2330 Mitarbeiter beschäftigt sind, betrifft dies fünf weitere Standorte: Darmstadt (derzeit 550 Mitarbeiter), Montabaur (Rheinland-Pfalz, 100), Stollberg (Sachsen, 200), Ochtrup (NRW, 50), Püttlingen (Saarland, 300) und Wolfsburg (Niedersachsen, 100). In welchem Umfang dort überall Arbeitsplätze abgebaut werden, ist noch nicht klar. Während für Bietigheim betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden, werde dies aber voraussichtlich nicht für die übrigen Standorte in Deutschland gelten, so Christen.

Der Konzern hatte schon zuvor Maßnahmen zur Kostenreduzierung eingeführt. Zusammen mit dem neuen Programm werden nun jährliche Einsparungen von 60 Millionen Euro erwartet. Für das erste Halbjahr verzeichnet Dürr einen Rückgang des Auftragseingangs um 23 Prozent auf 1,48 Milliarden Euro. Inzwischen sei aber eine allmähliche Belebung der Nachfrage zu erkennen, hieß es. Der Umsatz sank um 14 Prozent auf 1,62 Milliarden Euro. Der operative Betriebsgewinn liegt bei 23,7 Millionen Euro, nach Sondereffekten blieben 6,6 Millionen Euro übrig. Nach Steuern verzeichnete Dürr einen Verlust von drei Millionen Euro.

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