Logo

Ehrenamtliche, Firmen und Stadt bauen in Marbach Netzwerk für Geflüchtete auf

Tausende Flüchtlinge verlassen täglich die Ukraine. Viele von ihnen kommen nach Baden-Württemberg und danach in den Landkreis. In Marbach haben sich jetzt Ehren- und Hauptamliche zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, um bestmöglich helfen zu können.
Tausende Flüchtlinge verlassen täglich die Ukraine. Viele von ihnen kommen nach Baden-Württemberg und danach in den Landkreis. In Marbach haben sich jetzt Ehren- und Hauptamliche zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, um bestmöglich helfen zu können.
Der Ukraine-Krieg hat in Marbach eine große Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Viele Menschen haben angeboten, Kleidung und Geld zu spenden oder Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

Marbach. Um all die Aktivitäten zu koordinieren, hat die Ehrenamtliche Swantje Hammer die Initiative ergriffen und zahlreiche Beteiligte an einem virtuellen runden Tisch zusammengebracht. Dieses erste Netzwerktreffen hat dazu beigetragen, die verschiedenen Aktivitäten zur Unterstützung der Geflüchteten zu koordinieren. Neben Bürgermeister Jan Trost, städtischen Mitarbeitern, einer Studiendirektorin des Friedrich-Schiller-Gymnasiums und Vertretern der evangelischen und der katholischen Kirche waren auch ehrenamtliche Helfer sowie Vermittler und Vertreter von Gastfamilien eingebunden. Ein Überblick.

Unterbringung von Flüchtlingen

Ordnungsamtsleiter Andreas Seiberling erläuterte, dass die Registrierung von Flüchtlingen in der Regel über die Erstaufnahmezentren erfolgt. Unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten würden die Geflüchteten dann auf die Kommunen verteilt. Die private Unterbringung erfolgte bislang stets unter großem ehrenamtlichen Einsatz der Gastfamilien, die in der ersten Zeit für sämtliche Kosten alleine aufgekommen sind oder Spenden erhalten haben. Für eine Meldung der Flüchtlinge haben die Gastfamilien 90 Tage Zeit. Andreas Seiberling empfahl, anstelle einer privaten Aufnahme, Wohnraum an die Stadt zu melden. Rechtliche Fragestellungen wie Meldebescheinigungen, Sozialhilfeansprüche, Anschlussunterbringung könnten so besser kanalisiert werden.

Freizeitaktivitäten

Sämtliche Angebote für Freizeitaktivitäten seitens der Kirchen sind auf der Website www.schillerstadt-marbach.de/leben-soziales/hilfe-fuer-die-ukraine/ zusammengefasst. Sowohl seitens der evangelischen als auch seitens der katholischen Kirchengemeinde wurde zugesagt, dass die vorhandenen Räumlichkeiten für Angebote zugunsten der sozialen Integration von Flüchtlingen genutzt werden könnten. Gerne könnten weitere Aktivitäten von Vereinen und anderen Institutionen ebenfalls darin aufgenommen werden. Eine formlose Mail an ap1@asylkreis-marbach.de genügt.

Bereits gelebt wird die Integration von Flüchtlingen bei Freizeitangeboten, wie dem freitagnachmittags im Christophorus-Haus angebotenen Cafe Q. Auch im Marbacher Mitmachgarten sind die Geflohenen herzlich willkommen. Die Firma Hainbuch biete beispielsweise Bastelnachmittage für ukrainische Kinder an.

Ärztliche Versorgung

Eine Ärztin hat angeboten, im Krankenhaus Marbach zur Verfügung zu stehen, wenn dort die Belegung mit neuankommenden Flüchtlingen erfolgt. Seitens des Landratsamtes gibt es eine Trauma-Sprechstunde. Eine psychologische Erstberatung könne auch über die Diakonische Beratungsstelle in Marbach erfolgen. Die Erstaufnahmezentren beraten die Geflüchteten betreffend der Corona-situation sowie der Masernimpfplicht.

Zugang zu Bildung

Der Teilnehmerkreis war sich einig, dass schnell versucht werden müsse, einen strukturierten Tagesablauf für die Flüchtlingskinder zu schaffen. Studiendirektorin Andrea Saffert berichtete, dass bereits Schüler am FSG aufgenommen wurden. Dennoch herrsche Personalknappheit, Deutsch als Fremdsprache könne zurzeit nicht angeboten werden. In diesem Zusammenhang bot Pfarrer Stefan Spitznagel an, dass sich die katholische Kirchengemeinde an den Kosten für die Mensagutscheine beteilige, die den ukrainischen Schülern in den ersten 14 Tagen von der Stadt Marbach ausgestellt werden.

An der Tobias-Mayer-Gemeinschaftsschule soll mit Unterstützung durch ehrenamtliche Helfer eine Integrationsklasse entstehen. Schulleiter Jochen Schust und Lehrer Marc Richter arbeiten bereits an einem Konzept. Trotz des Krieges finden teilweise noch ukrainische Online-angebote statt, die die Flüchtlingskinder nutzen könnten. Auch Endgeräte der Marbacher Schulen könnten hierfür ausgeliehen werden.

Arbeitserlaubnis

Laut Andreas Seiberling ist es den Flüchtlingen sofort möglich, eine Beschäftigung aufzunehmen. Eine Arbeitsgenehmigung sei nicht notwendig. Die Ehrenamtliche Kerstin Klimek bittet die Arbeitgeber, Anfragen über das Jobcenter zu stellen und Arbeitsplätze anzubieten. Auch Inserate auf jobaidukraine.com sind denkbar.

Versicherung Ehrenamtlicher

Freiwillige Helfer, die sich im Auftrag der Kommunen ehrenamtlich engagieren, sind bei diesem Ehrenamt und auf den damit verbundenen Wegen bei der Unfallkasse Baden-Württemberg (UKBW) gesetzlich unfallversichert. Eine formlose Mail an engagiert@schiller-stadt-marbach.de unter Angabe seines Namens, seiner Anschrift und der ehrenamtlichen Tätigkeit in Marbach genügt für eine Registrierung.

Ansprechpartnerinnen

Bei weiteren Ideen für Angebote an Geflüchtete können sich Interessierte an Evi Kalt, Kerstin Klimek und Swantje Hammer unter der Mailadresse ap1@asylkreis-marbach.de wenden. Ansprechpartnerinnen sind auch Cornelia Keiper, Integrationsbeauftragte der Stadt Marbach (E-Mail: Cornelia.Keiper@schiller-stadt-marbach.de, Telefon: [07144] 102-247) oder Andrea von Smercek, Ehrenamtskoordinatorin (E-Mail: Andrea.von.Smercek@schillerstadt-marbach.de, Telefon: [07144] 102-341). (red)