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Ein Bauprojekt mit viel Bewegung

Erweiterung der Kindertagesstätte Sportnest offiziell eingeweiht – 1,4 Millionen Euro in zusätzliche Räume investiert

Bettina Weinmann und Bürgermeister Joachim Wolf im neuen Bewegungsraum der Kita Sportnest. Foto: Andreas Essig
Bettina Weinmann und Bürgermeister Joachim Wolf im neuen Bewegungsraum der Kita Sportnest. Foto: Andreas Essig

Korntal-Münchingen. Bettina Weinmann ist noch immer überwältigt, wenn sie den großen Raum im Obergeschoss der ehemaligen Strohgäuschule betritt. „Das ist wie Weihnachten und Ostern und alles zusammen“, sagt sie und zeigt auf 140 Quadratmeter Fläche mit Klettergerüsten, Balancierelementen und Bällen. „Wir haben eine riesige Freude an dem Raum.“ Und das sollen künftig auch die Kinder der Kita „Sportnest“ auf dem Münchinger Schulcampus haben – mehr als doppelt so viele wie bislang. Denn mit der im September abgeschlossenen Erweiterung dieser besonderen Einrichtung gibt es zwei zusätzliche Gruppen für Zwei- bis Sechsjährige. 70 Kinder statt bislang 32 können nun von 15 Erzieherinnen und Erziehern unter Leitung von Familie Weinmann betreut werden, dort toben, lernen, essen und schlafen. Dafür hat auch die Stadt Korntal-Münchingen ihren Beitrag geleistet und nach einem Beschluss des Gemeinderats 2018 rund 1,4 Millionen Euro in die Erweiterung und energetische Sanierung des Gebäudes investiert, vom Bund gab es 140000 Euro Zuschuss.

Das Projekt ist „ein weiteres Prunkstück“ in der städtischen Kitalandschaft, so Bürgermeister Joachim Wolf bei der offiziellen Einweihung am Donnerstagnachmittag. Und ihm auch ein Herzensanliegen, schließlich ist er promovierter Sportwissenschaftler und hatte schon lange die Idee mit sich herumgetragen, dass man doch Bewegung und Kinderbetreuung kombinieren könne, erinnerte er an die Anfänge vor fast zehn Jahren. Bei Weinmanns, den Initiatoren des bis heute stetig wachsenden Vereins Sportplatz, stieß er auf offene Ohren. Und war „begeistert, wie konsequent Sie ihr Ziel verfolgten“.

Zertifizierung unter Vorbehalt

Doch ganz so einfach war die Umsetzung nicht, was zum einen an den nötigen Räumen lag, wie Wolf an die viele „Bewegung“ auf dem Campus erinnerte, mit Umzügen von Strohgäuschule und Kernzeit-/Hortbetreuung sowie dem Wegfall der Werkrealschule, was letztlich überhaupt erst die Sportkita und nun deren Erweiterung ermöglichte. Doch auch für das Konzept musste gekämpft werden. Denn die Zertifizierung als Sportkita sei nur unter der Maßgabe geschehen, dass es die geplante Erweiterung mit dem Bewegungsraum auf 140 Quadratmetern gibt, erzählt Bettina Weinmann, während sie eine kleine Besuchergruppe vom Obergeschoss herunter in den alten Bereich und in den breiten Flur führt, der bislang für die Bewegungsangebote herhalten musste. Und „sehr spärlich“ eingerichtet war, so die Kritik.

„2014 war das alles nicht so einfach. Aber jetzt haben wir das super hinbekommen, auch dank des tollen Teams“, sagt die „Chefin des Jahrhunderts“, wie sie anlässlich der Einweihung ausgezeichnet wurde. Zusammen haben sie noch am Tag vor der Einweihung die gerade noch rechtzeitig gelieferten Geräte aufgebaut und Halterungen an den Wänden befestigt.

Der Bewegungsraum ist zwar der wohl auffälligste Punkt, gebaut wurde aber noch viel mehr. So gibt es nun einen Aufzug und ein Behinderten-WC, weil die Kita auch das Thema Inklusion mit Leben füllt. Zudem eine Küche, in der im Gegensatz zu der im alten Bereich auch die Kinder nun mitkochen und -backen werden. Darüber hinaus wurde in die Erneuerung der Elektroanlage und in den Brandschutz investiert, und einige Räume haben größere, tiefere Fenster bekommen.

Auf dem Weg zum Familienzentrum

„Wunschlos glücklich“ sei sie nun, so Bettina Weinmann auf die entsprechende Frage von Wolf. Und schiebt, auf Anraten ihres Teams, gleich ein „für den Moment“ hinterher. Zumal sich die Kita seit 2018 auch als erste in der Stadt auf den Weg hin zu einem Kinder- und Familienzentrum gemacht hat und sich weiteren Zielgruppen öffnet, mit Elterncafés, Stillgruppen, Beratung und vielem mehr, was nun auch in dem auf 40 Quadratmeter durch eine Trennwand abteilbaren Bereich des Bewegungsraums stattfinden kann. Und dann ist da kommendes Jahr noch das zehnjährige Jubiläum des Vereins. Das möchte er, so es Corona will, feiern und das Musical zeigen, für das die Kita bei einem landesweiten Wettbewerb den ersten Preis bekommen hat, samt einer Förderung über 1500 Euro.

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