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Ein Jahr Verzögerung für Beginn der großen Sanierung

Laut dem neuen Zeitplan soll es nicht dieser Tage, sondern erst im Frühjahr 2021 losgehen. Nach Problemen mit den Stahlteilen ist nun ein weiterer Hersteller aus der Ukraine beauftragt.

Noch geht es auf je drei breiten Spuren durch den Engelbergtunnel. Doch wenn die eigentliche Sanierung der Innenschalen beginnt, werden alle Fahrbahnen verengt und ein Teil des Verkehrs in der Gegenröhre geführt.
Noch geht es auf je drei breiten Spuren durch den Engelbergtunnel. Doch wenn die eigentliche Sanierung der Innenschalen beginnt, werden alle Fahrbahnen verengt und ein Teil des Verkehrs in der Gegenröhre geführt.

Gerlingen/Leonberg. Es läuft gut am Freitag auf der A81 im Süden des Kreises. Kein Unfall, kein größerer Stau, die Lastwagen und Autos rauschen durch den Engelbergtunnel, auf jeweils drei breiten Spuren. Noch. Denn eigentlich sollten die Fahrbahnen in diesen Tagen verengt und eine davon in der Tunnelröhre in der Gegenrichtung geführt werden, damit in der anderen die Sanierung des Bauwerks starten kann. Doch der ursprünglich mal für April, dann Sommer und zuletzt für Herbst geplante Beginn dieses Teils der Hauptmaßnahme verzögert sich erneut: Am Freitag muss das Regierungspräsidium verkünden, dass es wohl Frühjahr 2021 wird. Bei dem 130 Millionen Euro teuren Projekt läuft es also alles andere als flüssig.

Der Grund für die erneute Verzögerung ist derselbe wie im August: die Stahlbauteile. Deren Herstellung erfolge laut RP zwar durch ein „zertifiziertes Werk nach europäischer Norm“ in der Ukraine, aber bei der detaillierten Überprüfung auf der Baustelle stellte man fest, dass „die Qualität nicht ausreichend ist: In Teilabschnitten der fünf Meter langen Stahlbauteile entsprechen die Schweißnähte nicht den Ansprüchen. Die Robustheit der Konstruktion wäre unter Umständen beeinträchtigt.“

Die im Sommer gelieferten ersten 70 der insgesamt nötigen 700 Teile zur Verstärkung der Tunnelinnenschale sollten deshalb nachgearbeitet und die Produktion der weiteren Teile verbessert werden. Doch: „Die Überwachung und Sicherstellung der Herstellungsqualität im Zulieferwerk ist aufgrund der Produktion außerhalb der EU und der Coronapandemie aufwendiger als ursprünglich geplant“, so das RP, das diese Begründung auch schon für die letzte Baustartverschiebung von August auf Herbst genannt hatte.

Immerhin: Die Verantwortlichen, eine Arbeitsgemeinschaft aus zwei Firmen aus Baden-Württemberg sowie einer Firma aus Österreich, setzen nun auf einen neuen Partner, ebenfalls aus der Ukraine. Erste neue Stahlbauteile seien bereits eingetroffen. „Diese sind in einer guten Qualität“, teilt das RP auf LKZ-Anfrage mit. Zudem seien Spezialisten damit befasst, eine fehlerfreie Produktion sicherzustellen. Nicht möglich sei es dagegen aufgrund der geltenden Vergaberichtlinien, bestimmte Subunternehmen oder Produktionsländer grundsätzlich auszuschließen, heißt es weiter.

Wie sehr sich all das auf den gesamten Bauablauf auswirkt – die Fertigstellung war für Mai 2024 geplant –, sei derzeit noch nicht absehbar. Einige Arbeiten aus der Hauptphase, wie das Schließen von Rissen mit Harz und das Verlegen von Kabeltrassen, ziehe man jedoch vor und setze sie bereits nachts um.

Was aber noch nicht gemacht wurde: etwas überwiesen. „Es gilt nach wie vor, dass die mangelhaften Stahlbauteile nicht abgenommen und auch nicht bezahlt wurden“, heißt es beim RP. „Die Kosten, wie wir sie angegeben haben, werden sich dadurch nicht erhöhen.“ Wenigstens da läuft es bislang.

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