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Ein Rundgang durch die Ortsgeschichte

Gleich 25 Stationen erinnern an frühere Zeiten – Bürgermeister lobt den Einsatz der Macher

Die Initiatoren des Rundgangs präsentieren die zugehörige Broschüre vor dem Rathaus: Markus Pilhartz, Bürgermeister Marcus Kohler, Uwe Rapp und Dietmar Schmidt (von links); es fehlt Wolfram Linnebach. Foto: Ramona Theiss
Die Initiatoren des Rundgangs präsentieren die zugehörige Broschüre vor dem Rathaus: Markus Pilhartz, Bürgermeister Marcus Kohler, Uwe Rapp und Dietmar Schmidt (von links); es fehlt Wolfram Linnebach. Foto: Ramona Theiss

Erdmannhausen. Freibad, römischer Gutshof, Schafhaus, Zehntscheuer, Brezelfabrik und vieles mehr: In Erdmannhausen gibt es zahlreiche Orte, die von früher erzählen. Manche sind noch direkt erlebbar, bei anderen berichten geschichtskundige Menschen, wie es einst war.

Genau 25 Stationen zählt der mit Hinweistafeln bestückte historische Ortsrundgang, den die Gemeinde Erdmannhausen jetzt gerne in einem großen Rahmen eingeweiht hätte. Doch es ist Pandemie, und so werden nächste Woche Flyer an die Haushalte verteilt, in denen die Stationen aufgelistet und bebildert sind. So kann sich jeder selbst auf eine insgesamt acht Kilometer lange Tour von der Bugmühle bis zum Sportgelände, vom Gewerbegebiet bis zu einem in der Jungsteinzeit künstlich angelegten See machen.

Wer sich auf den Ortskern beschränken will, für den bietet sich eine zwei Kilometer lange Tour an, die ebenfalls viel Historie atmet, dafür aber modern ausgestattet ist. Mittels QR-Codes gelangen mit einem Smartphone ausgestattete Spaziergänger in die Geschichte und erfahren, woher der Name „Zehntscheuer“ kommt und seit wann es das Backhäusle gibt.

Die Idee für einen solchen Ortsrundgang hatte die Historische Gruppe, die anlässlich des vor fünf Jahren groß gefeierten 1200-Jahr-Jubiläums wesentliche Akzente gesetzt hatte und deshalb auch weitermachte. Jetzt kam mit dem Rundgang ein durchaus ehrgeiziges Projekt zum Abschluss und darüber freuen sich Uwe Rapp, Markus Pilhartz, Wolfram Linnebach und Dietmar Schmidt.

Viel historisches Wissen steuerte auch Gerhard Herzer bei, der im Jubiläumsjahr Rundgänge anbot, dies aber aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kann. Dietmar Schmidt, der ebenfalls ein versierter Kenner der Ortsgeschichte ist, will nun Führungen anbieten, sobald es die Pandemielage erlaubt.

Bürgermeister Marcus Kohler würdigte bei einem Treffen auf dem Rathausplatz den Einsatz der Gruppe. Dort steht auch die Tafel mit der Nummer eins, die über die Entwicklung vom fränkischen Herrenhof zum heutigen Rathaus informiert. Auch die weiteren Stationen wie das Brunnenplätzle, die Januariuskirche, der Friedhof und die Gemeindewaage erzählen viel aus dem früheren Leben. Etwa auch, warum es in der Senke beim Kirchenfeld eine Weikershausener Straße gibt. Weikershausen hieß nämlich ein Nachbarort von Erdmannhausen, der aber im 14. Jahrhundert vermutlich wegen Wassermangels oder in Folge der Pest aufgegeben wurde.

Gleich zwei Gruhen laden zur Rast ein. Diese steinernen Ruhebänke waren für Bauersleute und Marktbeschicker ideal. Auf der hohen Bank konnten sie ihre auf dem Rücken getragene Last bequem abstellen und schließlich auf der niedrigen Bank Platz nehmen.

Der Name Badstraße sagt es schon, hier gab es einst ein Freibad, das immerhin bis 1967 genutzt wurde. Am östlichen Ortsrand soll sogar mal ein römischer Gutshof gestanden haben, und der Schafhausbrunnen am Neuhofweg erinnert daran, dass die Schafzucht hier eine große Rolle spielte.

Im Flyer zum Ortsrundgang gibt es auch eine Chronik, die die Entwicklung des Ortes von der ersten urkundlichen Erwähnung anno 816 bis zum Jubiläum 2016 auflistet. Es ist eine Geschichte von Kriegen und Schicksalen, von Neuanfang und Optimismus auf dem Weg in die Zukunft.

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