Logo

Ein unvergessliches Abenteuer

Unser Lehrer Peter Hömseder hat aus Schulbuchgedichten Rocksongs komponiert.

350_0900_13173_COKR1_Carrington_Brown_und_Herrn_Hoemsede.jpg
Die Chemie stimmt: das Duo Carrington-Brown mit Herrn Hömseders musikalischer Klasse 4. Foto: Foto: Andreas Weise
350_0900_13174_COKR2_Wir_rocken_die_Schlossfestspiele_.jpg
Das Publikum geht begeistert mit. Foto: Foto: Reiner Pfisterer

Ludwigsburg. Wir erfanden zu jedem Lied eigene und passende Bewegungen. Somit wurden die ehemaligen Gedichte aufgesagt, gesungen und getanzt. Dies hat uns sehr viel Spaß gemacht und wir wollten immer mehr Gedichte lernen, damit wir diese singen und tanzen können. Unsere Gedichtsongs trugen wir dann anderen Klassen der Gustav-Sieber-Schule vor und machten so unsere erste kleine Schulhaustournee.

 

Der Name „Herrn Hömseders musikalische Klasse 4“ wurde von Kindern im Jahre 2007 erfunden, als man für die Musik-AG einen Bandnamen suchte. Die Kinder der folgenden Jahrgänge wollten dann auch so heißen und somit blieb der Name bis heute erhalten. Im vergangenen Jahr rief die Leitung der Ludwigsburger Schlossfestspiele bei unserem Lehrer an und ließ anfragen, ob wir uns vorstellen könnten, mit dem mehrfach ausgezeichneten britischen Comedy-Duo Carrington-Brown aufzutreten.

 

Rebecca Carrington spielt Cello und nahm schon CDs mit Paul Mc Cartney und Kanye West auf. Sie konzertierte schon mit Aretha Franklin und Randy Newman. Auch Filmmusiken wie Herr der Ringe, Harry Potter, Gangs of New York spielte sie mit ihrem Cello ein. Ihr Ehemann Colin Brown ist gelernter Schauspieler, Gesangslehrer und war Backgroundsänger von Robbie Williams. Trotzdem kannten wir sie nicht, wollten sie aber gerne kennenlernen. Also luden wir sie in unser Klassenzimmer ein.

 

Das Duo kam an einem kalten Novembermorgen und nahm auf den viel zu kleinen Grundschulstühlen Platz und machte es sich gemütlich. Was die beiden Comedy-Stars nun erlebten, verschlug ihnen die Sprache.

 

Nach jedem getanzten und gesungenen Gedicht sprangen sie auf, applaudierten, sangen mit und riefen immer wieder: „Geil, geil, geil“! Das ist wohl berlinerisch, denn dort leben die beiden Briten seit zehn Jahren. Wir sollten immer mehr und mehr für sie singen und sie feuerten uns weiter an. Das machte uns viel Freude. Schließlich waren wir ganz schön platt. Nun sollten auch sie für uns ein Minikonzert im Klassenzimmer geben. Dies taten sie und wir waren sofort begeistert, lachten laut und viel. Es war cool, was Frau Carrington mit ihrer Stimme anstellte, wie sie Instrumente nachsang und ihr Cello spielte. Als Herr Brown seinen Dudelsack blies, bebte das Klassenzimmer.

 

Eigentlich hatten Carrington-Brown vorgesehen, dass wir nur zwei Songs im zweiten Teil ihrer Show mitsingen sollten. Aber nun wollten sie eine ganz eigene Kinder- Rock-’n-Roll-Show mit uns entwickeln. Unser Lehrer erklärte sich bereit, ein Drehbuch zu schreiben. Er hatte darin bereits Erfahrung, denn er hatte mehrfach bei Projekten mit dem berühmten Stuttgarter Kammerorchester Drehbücher geschrieben. Es sollte eine musikalische und abenteuerliche Seereise in viele verschiedene Länder werden. Das passte auch ganz gut zu uns, denn in unserer musikalischen Klasse singen Kinder aus neun verschiedenen Nationen.

 

Da die Chemie stimmte, begannen wir noch am selben Nachmittag zu proben. Herr Brown zeigte uns Tanzschritte zu einem Musikstück, das „Thriller“ heißt. Wir kannten es nicht und auch von dem Sänger hatten wir noch nie gehört. Aber es machte uns riesig Spaß, tanzende Zombies zu spielen. Auch bei unseren Gedichtsongs spielten und sangen die beiden mit. Somit bekamen die Lieder einen ganz neuen, tollen Klang. So hatten wir sie noch nie gehört. Frau Carrington spielte auf ihrem Cello die Wellen für unser Gedicht „Wiegenlied vom Ozean“. Herr Brown spielte Percussioninstrumente. So wurden unsere Songs noch rockiger. Es war ein wundervoller Tag.

 

An einem Samstagabend im März dieses Jahres besuchten wir alle ein Konzert von Carrington-Brown in Stuttgart. Es war komplett ausverkauft. Es war eine tolle Stimmung und wir durften ganz vorne sitzen. Am Montag und Mittwoch darauf probten wir dann wieder in der Schule für unseren großen Auftritt am 25. Juni im Rahmen der Ludwigsburger Schlossfestspiele. Mittlerweile war die Idee entstanden, eine CD aufzunehmen. Sie sollte „Das schwimmende Klassenzimmer“ heißen. Dreimal fuhren wir in die Bauer-Studios nach Ludwigsburg, um die von unserem Lehrer vorproduzierten Gedichtsongs einzusingen. Das war ein harter Job und wir mussten sehr auf unsere Aussprache, Betonung und Intonation achten. Im Juni trafen wir dann Carrington-Brown im Studio und wir nahmen endlich gemeinsam auf.

 

Die Premiere war ein großer Erfolg. Die vielen Zuhörer im Tammer Bürgersaal sangen und klatschten unsere Gedichte. Carrington-Brown liefen zu Höchstform auf und gemeinsam rockten wir die Ludwigsburger Schlossfestspiele. Dies war ein herrlicher Abend und wir waren sehr stolz auf unsere Premiere.

 

Um noch mehr Kindern die Möglichkeit zu geben, unsere pädagogische Rock-Comedy-Show zu sehen, hatten wir schon im Vorfeld beschlossen, eine eigene Schultournee mit Carrington-Brown zu organisieren. Die Gemeinde Tamm lieh uns ihr Feuerwehrauto als Tourbus. Die Brenz Band half ebenfalls mit einem Bus aus und unsere Eltern nahmen teilweise Urlaub, um mit uns auf Tournee zu gehen. Auch unsere riesigen Kulissen, die wir mit der Malerin Malgo Keitel (Geigerin beim Stuttgarter Kammerorchester) gemalt hatten, nahmen wir mit auf die Reise.

 

In Marbach, Möglingen, Backnang, Tamm und Großaspach waren die Hallen und Säle voller Schulkinder und auch sie rockten mit Carrington-Brown und uns. Wir bekamen sehr viel Applaus. Dies war ein sehr schönes und gutes Gefühl.

 

Eigentlich hatten wir nichts anderes gemacht wie in der Schule, nur eben live auf der Bühne. Wir rezitierten Schulbuchgedichte und achteten auf die Betonung, wie im Fach Deutsch, sangen Lieder wie im Fach Musik und tanzten wie im Fach Sport, aber in Kombination mit Musik wurden die Gedichte lebendig und sie trugen uns mit Carrington-Brown zu einem fantastischen, musikalischen Abenteuer, welches wir so nie vergessen werden.

 

Elly, Ella, Jule, Serafin, Joschka, Moritz, Vincenzo, Calo, Maria, Bobin, Levent, Ina, Emily, Lea, Til, Tom, Rhianna, Finn, Matej, Fabian

 

Info: Die CD „Das schwimmende Klassenzimmer“ ist bei den Bauer Studios online erhältlich oder direkt an unserer Schule. Weitere Informationen gibt es auf den Homepages www.carrington-brown.de, www.herrn-hoemseders-musikalische-klassen.de, www.gustav-sieber-schule.de, www.bauerstudios.de und www.schlossfestspiele.de.