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Eine Konzeption soll’s jetzt richten

Wie lässt sich der kommunale Bauhof elektrifizieren? Wie viele Ladesäulen sind in der Stadt sinnvoll? Solche und weitere Fragen soll eine Konzeption beantworten, mit der die Stadt Marbach jetzt die Netze BW beauftragt hat. Archivfoto: Carsten Koall/d
Wie lässt sich der kommunale Bauhof elektrifizieren? Wie viele Ladesäulen sind in der Stadt sinnvoll? Solche und weitere Fragen soll eine Konzeption beantworten, mit der die Stadt Marbach jetzt die Netze BW beauftragt hat. Archivfoto: Carsten Koall/d
Mit einer knapp 50 000 Euro teuren Konzeption will die Stadt Marbach das Thema Elektromobilität möglichst umfassend angehen. Die Untersuchung soll nicht nur den städtischen Fuhrpark unter die Lupe nehmen, sondern auch die öffentliche Ladeinfrastruktur sowie Sharingmodelle.

Marbach. Sehr viel mehr als die Installation zweier E-Ladesäulen in der Innenstadt ist von kommunaler Seite in den vergangenen Jahren nicht auf den Weg gebracht worden. Jetzt aber hat der Ausschuss für Umwelt und Technik dem Vorschlag der Verwaltung zugestimmt, die Erarbeitung eines E-Mobilitätskonzeptes an die Netze BW zu vergeben. Das Unternehmen hatte bei einer beschränkten Ausschreibung das wirtschaftlichste Angebot mit Kosten von knapp 48000 Euro abgegeben. Was den Stadträten die Zustimmung deutlich erleichterte, ist der Umstand, dass die Stadt Marbach aus einem Förderprogramm des Bundesverkehrsministeriums 80 Prozent der Kosten als Zuschuss erhält.

Mit dem Zuschlag an die Netze BW, einem Tochterunternehmen der EnBW, ist der Auftrag verbunden, ein Konzept für die Elektrifizierung des kommunalen Fuhrparks ebenso zu erstellen wie eines für die öffentliche Ladeinfrastruktur. Ein weiterer zu untersuchender Baustein ist ein Carsharing-Konzept und weitere Modelle zum Teilen von Autos. Auch passende Förderprogramme sollen gesucht und auf ihre Tauglichkeit für die Marbacher Belange geprüft werden. Das komplette Gutachten soll dem Gemeinderat im Frühjahr 2022 präsentiert werden.

„Das Thema kommt, wir müssen uns jetzt auf den Weg machen und für die Zukunft wappnen“, entgegnete Bürgermeister Jan Trost Einwänden von Slimane Arroudj (Puls). Die Vertreter der Parteiunabhängigen Liste Solidarität halten bekanntlich nichts von der E-Mobilität, und Arroudj bekräftigte seine Auffassung, wonach „es keinen Sinn macht, mit Strom tonnenschwere Autos fortzubewegen“.

Dabei ist auch aus Sicht der anderen Parteien „die E-Mobilität nicht der Stein der Weisen“ (Dieter Zagel, SPD); dennoch werde man sie als Brückentechnologie benötigen. „Eine alleinige Fokussierung auf Elektroantriebe löst die Klimakrise nicht, aber wir haben im Moment nichts anderes“, so Jochen Biesinger (CDU).

Dass auch beim Thema alternative Antriebe die Mühlen der Bürokratie sehr langsam mahlen, zeigt ein Blick auf den bisherigen Prozess: Der Gemeinderat beschließt Ende 2017, einen Zuschuss für ein E-Mobilitätskonzept zu beantragen; der Antrag geht im August 2018 ans Verkehrsministerium, bewilligt wird er im Juli 2019. Eigentlich hätte das Konzept dann bis Ende 2020 fertiggestellt werden sollen, doch dann kam Corona und damit eine Verlängerung bis Ende März 2022.