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Eine Plakette, Medaillen für die Kinder und 10000 Euro

Preisübergabe für Katholischen Kindergarten St. Franziskus im Kirchtal in der Benninger Gemeindehalle

Staatssekretär Volker Schebesta überreicht die Plakette für Platz zwei beim Wettbewerb „Kita des Jahres“ an Leiterin Saskia Franz. Foto: Andreas Becker
Staatssekretär Volker Schebesta überreicht die Plakette für Platz zwei beim Wettbewerb „Kita des Jahres“ an Leiterin Saskia Franz. Foto: Andreas Becker

Benningen. Den Weg zum Katholischen Kindergarten St. Franziskus im Kirchtal kennt der Benninger Bürgermeister Klaus Warthon so gut wie seine Westentasche. Kein Wunder, mag man denken, weil man das von einem Bürgermeister schließlich auch erwarten kann. Doch der eigentliche Grund dafür ist die Tatsache, dass alle drei Kinder des Gemeindeoberhaupts schön nacheinander die Schwalbengruppe der Einrichtung besucht haben. So fuhr der Schultes tatsächlich elf Jahre lang dorthin, um mindestens eines seiner Kinder hinzubringen oder abzuholen. Um so stolzer ist Warthon, dass der Kindergarten bei der Vergabe des Deutschen Kita-Preises 2020 in der Kategorie „Kita des Jahres“ den zweiten Platz belegt hat. Dies brachte er gestern Mittag bei der Preisübergabe in der Gemeindehalle zum Ausdruck.

Doch zuvor nutzte Kindergartenleiterin Saskia Franz die Gelegenheit zu einem Rundumschlag gegen die Politik. Den Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen, die ab 29. Juni eine strikte Trennung der Betreuungsgruppen vorsah, nahm sie ebenso aufs Korn wie die ihres Erachtens „ungerechte“ Entlohnung von stellvertretenden Kindergartenleiterinnen. Gleichzeitig hielt sie ein Plädoyer für eine Aufwertung des Berufsstands Erzieherin und zeigte sich „stolz, zu den zehn besten Einrichtungen Deutschlands zu gehören“.

Sichtlich gerührt berichtete Saskia Franz von dem Prozess, einen Kindergarten qualitativ so weit zu bringen, dass er zu den Siegern beim Deutschen Kitapreis gehört. Viel Arbeit, das Überwinden zahlreicher Hindernisse, ein Team, das immer das Beste gibt, die Eltern und nicht zuletzt auch die Kinder seien dafür erforderlich. „Führungsstärke heißt, alle mitzunehmen“, sagte Saskia Franz. Unter dem Motto „Hier fühl’ ich mich wohl, hier bleibe ich“ sei es das Ziel gewesen, Identifikation mit der Einrichtung zu schaffen. Auch die Kinder hätten dabei ihre Ideen eingebracht. Eine dreimal im Jahr erscheinende Kindergartenzeitung stehe außerdem für die Transparenz der Arbeit im Hort. Das gemeinsame Ziel einer qualitätsvollen Pädagogik habe für ein starkes Gemeinschaftsgefühl gesorgt.

Die Preisträger-Plakette bekam Saskia Franz von Staatssekretär Volker Schebesta überreicht. Bei aller Diskussion um den Bedarf an Kitaplätzen geht es auch darum, auf die Qualität zu achten“, sagte der Landespolitiker. Die Coronaverordnungen verteidigte er damit, dass Schließungen einer ganzen Einrichtung verhindert werden sollten.

„Für uns als Diözese Rottenburg-Stuttgart ist die Auszeichnung des Kindergartens St. Franziskus im Kirchtal eine wunderbare Bestätigung der hoch qualifizierten Arbeit, die in unseren katholischen Kindergärten geleistet wird“, sagte Ute Niemann-Stahl, Fachreferentin für Kindergärten bei der Hauptabteilung Caritas des Bischöflichen Ordinariats.

Bürgermeister Klaus Warthon bezeichnete den Erfolg des Kindergartens als „historisch“ für die Gemeinde. Es erfülle ihn mit Stolz, wenn auf diese Weise der Name Benningen in ganz Deutschland bekannt werde. Der Schultes lobte insbesondere das Miteinander mit der Kindergartenleitung.

Magdalena Pucko von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung überreichte schließlich den Scheck über 10000 Euro an Saskia Franz, während Frank Jansen vom Verband Katholischer Tageseinrichtungen Medaillen für die Kinder mit im Gepäck hatte.

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