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Einzelhändler sagen Schillersonntag ab

Vor der Pandemie waren am Schillersonntag traditionell die Läden geöffnet, begleitet von einem bunten Programm. Archivfoto: Holm Wolschendorf
Vor der Pandemie waren am Schillersonntag traditionell die Läden geöffnet, begleitet von einem bunten Programm. Archivfoto: Holm Wolschendorf

Marbach. Der verkaufsoffene Sonntag in der Schillerwoche muss in diesem Jahr erneut ausfallen. Die Veranstaltung der Interessengemeinschaft der Selbstständigen (IGS) in Marbach wurde vor der Pandemie auch immer von einem Programm in der Altstadt begleitet. Beides wird es in diesem Jahr nicht geben, wie der Vorsitzende Friedemann Sorg auf Nachfrage bestätigt. „Die organisatorischen Hürden, die damit verbunden sind, sind in der kurzen Zeit nicht zu stemmen“, begründet er die Entscheidung zur Absage. Man habe dafür nicht ausreichend Personal.

Angesichts der bevorstehenden Sanierungsarbeiten in der Altstadt, durch die die Einzelhändler Einschränkungen befürchten, hätten sie einen verkaufsoffenen Sonntag sicherlich gut gebrauchen können. Andernorts gibt es derzeit vergleichbare Veranstaltungen. So soll etwa in Ludwigsburg am 10. Oktober das Kastanienbeutelfest mit verkaufsoffenem Sonntag stattfinden. Die Stadt Beilstein hat ihren Andreasmarkt hingegen erneut abgesagt, weil sie bis Ende Oktober verschärfte Coronavorschriften befürchtet.

Programm wäre Voraussetzung

„Das Ordnungsamt legt die Maßgaben des Landes sehr eng aus“, so Friedemann Sorg. Als Kritik will er das aber nicht verstanden wissen: „Sie gehen auf Nummer sicher, das akzeptieren wir.“ Der Stadtmarketingverein und die Citymanagerin Heike Büttner kümmerten sich zudem intensiv darum, die Auswirkungen der Sanierung in Grenzen zu halten.

Der Marbacher Bürgermeister Jan Trost weist darauf hin, dass verkaufsoffene Sonntage nur in Verbindung mit anderen Aktivitäten rechtlich möglich sind. Das Ladenöffnungsgesetz des Landes erlaubt Kommunen bis zu drei dieser anlassbezogenen Verkaufstage im Jahr. Ein solches erforderliches Rahmenprogramm ist laut dem Bürgermeister unter Coronaauflagen und bei rechtzeitiger Planung grundsätzlich möglich. Die Marbacher Vorgaben, darunter derzeit Masken- und Abstandsregeln, unterschieden sich nicht von denen anderer Städte wie etwa Ludwigsburg, wo es am Wochenende die Antikmeile gegeben hat. „Die restliche Schillerwoche findet Stand heute ganz normal statt“, so Jan Trost weiter. „Was im November ist, kann aber niemand vorhersagen.“