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Erfolgreiche Premiere für digitale Expertenrunde

Hunderte Zugriffe, eine rege Teilnahme bei den Fragerunden, viel Lob für die verständlichen Informationen der Fachleute: Die Ludwigsburger Kreiszeitung konnte eine erfolgreiche Premiere feiern mit dem Angebot einer digitalen Expertenrunde. Zum Auftakt standen Vorträge unter dem Motto „Alles geregelt“ im Blickpunkt.

Die Onlineveranstaltung wurde aus den Räumen der Ludwigsburger Kreiszeitung übertragen.Foto: Ramona Theiss
Die Onlineveranstaltung wurde aus den Räumen der Ludwigsburger Kreiszeitung übertragen. Foto: Ramona Theiss

Ludwigsburg. „Alles geregelt“ lautete am Mittwochnachmittag das Motto der neuen Aktion der Ludwigsburger Kreiszeitung. In virtuellen Vorträgen berichteten Experten über verschiedene Facetten der Vorsorge –ein Thema, das gerne sonst auf die lange Bank geschoben wird, jetzt aber in wesentlichen Facetten aktuell beleuchtet wurde.

Vorsorge ist eine komplexe Angelegenheit. Entsprechend breitgefächert waren die Vorträge der Experten, die online unter www.lkz.de zu sehen waren. Die beiden Notare Sebastian Mensch und Matthias Damm sowie die Bestatter Georg Ivancic und Kerstin Meyle informierten über General- und Vorsorgevollmacht, über Patientenverfügung, Bestattungsvorsorge, Trauerarbeit, auch über Testament, Erbvertrag und viele weitere Themen.

Die Vorträge wurden bei hunderten von Zugriffen verfolgt. Auch die Möglichkeit, danach im virtuellen Fragen zu stellen und darauf kompetente Antworten zu erhalten, wurde vielfach genutzt.

Wer die Live-Schaltung nicht erleben konnte, dem bietet sich noch immer die Gelegenheit, bis zum 25. November alle Referenten und ihre Vorträge als Videos zu verfolgen, dies unter der Adresse www.lkz.de/geregelt.

Und es sind schon zwei weitere Expertenrunde terminiert. Den nächsten digitalen Vortragsabend gibt es am 25. November zum Thema Home-Office. Und am 8. Dezember dreht sich alles um das Thema „Sicher ist Sicher“, von der Einbruchssicherung bis zur Sicherheit im digitalen Netz.

Unter www.lkz.de/news kann man sich für unseren Newsletter anmelden und wird dann über andere Vortragsabende und sonstigen Veranstaltungen informiert.

Diplom-Betriebswirt Jürgen Daub von der VR-Bank Asperg-Markgröningen, der über „Vorsorge durch Vollmachten, Verfügungen und Verträge“ referierte, sieht Vorsorge als eine Art Baukasten, aus dem man sich die jeweils für die eigene Situation passenden Instrumente heraussuchen kann. Das sollte freilich beizeiten passieren. „Jeder kann durch einen Unfall oder durch eine Krankheit in eine Lage geraten, in der er seine Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln kann“, so Daub. „Das ist für niemanden vorhersehbar.“

Wichtigster Baustein einer umfassenden Vorsorge ist aus seiner Sicht eine notariell beurkundete General- und Vorsorgevollmacht. Bevollmächtigter kann etwa eine Vertrauensperson im Familienkreis sein, die dann im Sinne des Vollmachtgebers zum Beispiel Entscheidungen über die medizinische Behandlung treffen oder Bankgeschäfte abschließen darf. „Das ist aber nur möglich, wenn der Bevollmächtigte die General- und Vorsorgevollmacht im Original vorlegen kann“, betonte Daub. Wird das Dokument unzugänglich in einer verschlossenen Schreibtischschublade aufbewahrt, ist es im Ernstfall nutzlos.

Daub empfiehlt, der Vertrauensperson zusätzlich zur General- und Vorsorgevollmacht auch eine Bank- und Kontovollmacht zu erteilen. „Dann muss sich der Bevollmächtigte nicht jedes Mal neu legitimieren, das ist in der Praxis viel einfacher.“ Eine solche Bank- und Kontovollmacht könne auch für Onlinegeschäfte erteilt und jederzeit unproblematisch widerrufen werden.

Ein sinnvolles Vorsorgeinstrument sieht Daub auch in einem sogenannten Vertrag zugunsten Dritter, der in der Regel nicht beim Notar, sondern mit einer Bank abgeschlossen wird. In diesem Fall gehe zum Beispiel das Guthaben, das bis zum Todestag auf einem bestimmten Konto angespart wurde, an eine dritte Person über. Der Vorteil: Ein Vertrag zugunsten Dritter kann abgeschlossen werden, ohne das Testament zu ändern. „Es handelt sich um eine einfache Möglichkeit, um Schenkungen zu tätigen“, sagte der Vorsorgeexperte. Zudem ermögliche eine solche Regelung, bis zu bestimmten Freibeträgen Erbschaftssteuern zu vermeiden.

Als weiteren Baustein einer umfassenden Absicherung nannte Daub die Vorsorge durch Verfügungen, die im Testament oder durch einen Vertrag im Todesfall festgehalten werden können. Das sei insbesondere sinnvoll, wenn ein Erbe weit von dem Erblasser entfernt wohnt. Daub, bei der VR-Bank Asperg-Markgröningen Spezialist für sogenanntes Generationen-Banking, erläuterte diesen Zusammenhang mit einem Beispiel. „Eine alleinstehende Dame aus dem Landkreis Ludwigsburg starb, ihr in Berlin lebender Neffe sollte ihre Wohnung erben.“ Da eine Verfügung vorlag, konnte die Bank die Erbschaft in Eigenregie abwickeln und den Erben massiv entlasten. „Der Neffe war sehr dankbar“, meinte Daub. „Er musste die Wohnung nicht entrümpeln, keine Verträge kündigen, sich nicht um Erbschaftssteuer und Wohnungsverkauf kümmern.“

Eine Verfügung sei auch sinnvoll, wenn der Erblasser von Streitigkeiten unter den Erben ausgehe. „Es gibt immer mehr zerstrittene Familien“, berichtete Daub. „Wenn eine Verfügung vorliegt, lässt sich die Erbschaft in aller Regel recht zügig abwickeln – ob es den Erben gefällt oder nicht.“

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